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Cycle Award 2011: Philipp Gilbert räumt ab

Mittwoch, Dezember 28th, 2011

Was für eine Saison für Philippe Gilbert! Das Zugpferd unserer ProTour-Teams Omega Pharma-Lotto verbuchte in diesem Jahr 18 Siege für sich und katapultierte sich so auf Platz 1 der UCI Weltrangliste und in die Herzen der Radsportwelt – und das alles auf unseren Canyon-Bikes!

Diese überragenden Leistungen brachten ihm auch gleich zwei weitere Cycle Awards ein.
Zum dritten Mal in Folge holte er sich den Titel als bester Eintagesfahrer und wurde zugleich mit überragender Mehrheit zum besten Radsportler des Jahres 2011 gewählt.

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Dass alle guten Dinge drei sind, bewies Philippe Gilbert schon einmal in diesem Jahr. Nach drei Klassikern im Frühjahr und 716 Kilometern auf seinem Aeroad CF wurde Philippe Gilbert zum ungeschlagenen Ardennen-König gekrönt.

Spätestens zur diesjährigen Tour de France dann hat sich Fast Phil endgültig seinen Platz im Radsport-Olymp gesichert. Erste Etappe, erster Sieg und das erste Mal im Gelben Trikot. An den Tagen darauf wechselte er die Gewänder, so oft wie kein anderer. Auf das Gelbe Trikot folgten das Gepunktete für den Punktbesten der Bergwertung und das Grüne Trikot für den Führenden in der Sprintwertung.

Die Erfolge spiegeln sich auch in der Mannschaftswertung wieder:
Omega Pharma-Lotto ist das Beste Team der UCI WorldTour 2011! Wir sagen DANKE für diese außergewöhnliche Saison!

Ein Treffen mit „Fast Phil“ – Nr.1 der UCI-Weltrangliste

Montag, Mai 23rd, 2011

Seit seinen vier Siegen in Folge bei den großen Klassikern im April ist der Omega Pharma-Lotto Fahrer Philippe Gilbert die Nr. 1 in der UCI Weltrangliste. Die Waffe, die sich Fast Phil ausgesucht hat, ist das Canyon Aeroad CF 9.0 Team. Nach einer wohlverdienten Wettkampfpause wird Phil seine nächsten Rennen bei der Belgienrundfahrt im späten Juni bestreiten. Wir haben uns ihm in seiner Wahlheimat Monaco unterhalten.

Canyon: Michael Rich hat Dir einen neuen Aeroad CF Rahmen mit einer besonderen Lackierung vor Lüttich-Bastogne-Lüttich gebracht. Wie gefällt er Dir?
Philippe Gilbert: Mir gefällt der Rahmen sehr. Ich finde es gut, dass Canyon sich etwas Besonderes für mich ausgedacht hat. Ich wollte etwas anderes haben als viele Italiener – so etwas wie ein Tier oder so. Ich bin kein Italiener und das hätte nicht funktioniert. Daher dachte ich „Fast Phil“ wäre eine gute Sache…

Canyon: Naja, Du bist ein ziemlich schneller Fahrer …
Philippe Gilbert: [lacht] Das Stimmt. Darum ist es nicht so schlecht “Fast Phil” auf meinem Rad zu haben.

Canyon: Du wolltest keinen Gorilla wie Dein Teamkollege André Greipel auf Deinem Rad?
Philippe Gilbert: Nein, auf keinen Fall!

Canyon: Phil, Du fährst das Aeroad CF 9.0 Team seit der letztjährigen Belgienrundfahrt. Du hast Dir dieses Rad ausgesucht – warum?
Philippe Gilbert: Ich bin sehr eigen, was meine Räder angeht und ich finde, dass das Aeroad das beste Rad für mich ist. Ich habe mit Canyon zusammen gearbeitet und ihnen Feedback gegeben, wie das Rad sein sollte. Ich bin wirklich zufrieden. Es ist wichtig, dass das Aeroad steif ist und doch aerodynamische Qualitäten mitbringt. Ich mag außerdem das Design. Ein solches Rad zu fahren gibt mir Motivation.

Canyon: Nachdem Du Deine Frühjahrs-Saison mit diesen vier Siegen beendet hast – wie sieht Dein Restprogramm für 2011 aus?
Philippe Gilbert: Ich hatte eine wirklich sehr gute Klassikersaison und mir dann eine Pause genommen, die so geplant war. Es ist eine lange Saison, aber bisher funktioniert meine Planung vom Trainingsstart im Dezember für diese Saison bestens.

Canyon: Siehst Du Lüttich-Bastogne-Lüttich oder den Wallonischen Pfeil als Dein „Heimspiel“?
Philippe Gilbert: Sogar das Amstel Gold Race liegt in der Nähe des Ortes, wo ich in Belgien gelebt habe [Gilbert lebt jetzt in Monaco] und ich kenne alle Straßen dieses Rennes sehr gut. Ich bin aber auch mit der Lombardeirundfahrt und der Flandernrundfahrt sehr gut vertraut. Als Rennfahrer müssen wir uns alle Strecken gut einprägen. Vielleicht ist Lüttich mir etwas besser bekannt, aber wir kennen alle Rennen.

Canyon: Ich bin doch etwas neugierig was Du gedacht hast, als Du die Ziellinie im Rennen Deiner Träume, Lüttich-Bastogne-Lüttich, überquert hast? Wie war das?
Philippe Gilbert: Es war ein großartiges Gefühl, ein Traum ist wahr geworden. Es ist selten, dass man im Leben einen Traum verwirklichen kann. Daher war dieser Sieg etwas ganz besonderes für mich.

Canyon: Nach Deinem Sieg in Lüttich bist Du zurück in Deine Heimatstadt nach Remouchamps auf den Anstieg „ La Redoute“ zu der Party Deines Fanclubs gefahren. Hat sich der Weg gelohnt?
Philippe Gilbert: Oh ja. Es waren viele Leute bei der Party, meine Familie und meine Freunde. Daher war es eine tolle Zeit. Beeindruckend – wirklich einzigartig.

Canyon: Viele haben bemerkt, dass Du Deinen sechs Monate jungen Sohn Alan mit auf das Podium beim Amstel Gold Rennen mitgebracht hast …
Philippe Gilbert: Ich habe ihn bei Amstel und in Lüttich mit aufs Podium genommen. Ich wollte diesen Moment mit ihm teilen. Auch wenn er nicht wusste, was los war wird es sicher eine schöne Erinnerung für ihn sein, wenn er älter ist.

Canyon: Phil, was sind Deine Ziele für den Rest der Saison 2011?
Philippe Gilbert: Für mich ist jedes Rennen wichtig. Ich fahre um zu gewinnen. Ich gehe nicht zur Tour de France, damit ich um das Gesamtklassement fahre, da ich mich darauf nicht vorbereitet habe. Aber mein Ziel bei der Tour ist es, mindestens eine Etappe und vielleicht sogar mehr zu gewinnen.

Canyon: Hast Du Dir die Strecke angeguckt? Welche Etappen sind interessant für Dich?
Philippe Gilbert: Ja, vielleicht ist Etappe drei interessant und einige andere – da denke ich noch drüber nach.

Canyon: Phil, wie sieht Dein Rennprogramm nach der Tour aus? Ist es noch zu früh zu sagen, ob Du die Vuelta fährst, in der Du 2010 zwei Etappen gewonnen hast und einige Zeit das Klassement angeführt hast?
Philippe Gilbert: Es ist tatsächlich noch zu früh um jetzt schon etwas zu sagen. Ich werde mich nach der Tour über den Rest der Saison entscheiden.

Canyon: Was ist mit der Weltmeisterschaft in Kopenhagen? Viele Leute haben gesehen, wie Du mit Tom Boonen im Vorfeld die Strecke abgefahren bist.
Philippe Gilbert: Der Kurs ist nicht schlecht. Es ist eine Strecke für die Sprinter, aber er ist nicht schlecht.

Canyon: Phil, Du hast die Lombardeirundfahrt zweimal gewonnen, Amstel Gold zweimal und jetzt Lüttich-Bastogne-Lüttich. Es fehlen noch die Flandernrundfahrt, Paris-Roubaix und Mailand-Sanremo. Ist es eines Deiner Ziele, eines Tages alle Radsportmonumente zu gewinnen?
Philippe Gilbert: Ja, das ist ohne Zweifel eines meiner Ziele.

Canyon: Welches ist am schwersten zu gewinnen?
Philippe Gilbert: Sanremo. Jeder Fahrer kann Sanremo gewinnen, das macht es so schwer. Eigentlich ist es ein Rennen, das mit Glück sogar etwas schwächere Fahrer gewinnen können.

Canyon: Manche Beobachter fragen sich, ob Philippe Gilbert im Alter von 29 Jahren nicht auf dem gleichen Weg ist wie sein belgischer Landsmann, der unvergessene Eddy Merckx, und einmal ein Grand-Tour-Fahrer wird.
Philippe Gilbert: Klar, warum nicht? Ich habe in der Zukunft noch viel Zeit, darauf hinzuarbeiten. Ich möchte jetzt erst mal weitermachen und die Klassiker gewinnen, aber dann kann ich mich auf große Rundfahrten konzentrieren.

Canyon: Wie viele Jahre siehst Du Dich noch als Rennradfahrer?
Philippe Gilbert: Oh schon noch eine Weile …vielleicht bis ich genug davon habe oder wenn es einfach nicht mehr geht.

Philippe Gilbert – DER Superstar des Teams Omega Pharma-Lotto

Freitag, Mai 13th, 2011

Belgischer Sportler des Jahres, belgischer Radsportler des Jahres, dreimal das „Kristallen Fiets“ in Folge gewonnen – Philippe Gilbert ist in seiner belgischen Heimat ein absoluter Superstar. Und auch über die Grenzen Belgiens hinaus hat er sich in die Herzen der Fans gefahren und genießt Anerkennung von Radsportfans und allen Fahrern des Pelotons. In der Saison 2011 ist er der mit Abstand erfolgreichste Fahrer aller Frühjahrsklassiker.

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Ganz nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ hat er sich stetig gesteigert, seine Form weiter aufgebaut und war auf den Punkt fit. Schon früh begann er sich die Strecke der Flandernrundfahrt einzuprägen, trainierte im heimischen Gefilde für Lüttich-Bastogne-Lüttich und hat ganz bewusst die „Königin der Klassiker“ ausgelassen. Warum er das macht? „Bei Paris Roubaix kann Deine Karriere mit einem Rennen vorbei sein“, sagte er über die Hölle des Nordens, in der nicht selten Stürze die Entscheidung in Rennen bringen.

Gewachsen an Rückschlägen

Rückschläge steckt Phil bestens weg und scheint aus ihnen gestärkt hervorzugehen: eines seiner Hauptziele 2011 war die Weltmeisterschaft in Geelong. Alles sah nach einem Sieg für ihn aus, seine Form war perfekt, er war der mit Abstand stärkste Fahrer im gesamten Rennen und kam am Ende doch nach seinem sechsten Platz 2009 nur auf den 18. Platz. Was war passiert? Am vorletzten Anstieg setzte Gilbert alles auf eine Karte, aber der Gegenwind machte ihm einen Strich durch die Rechnung, so dass er das vom harten Rennen stark ausgedünnte Hauptfeld nicht bis zur Ziellinie hinter sich lassen konnte. Weltmeister wurde der Norweger Thor Hushovd. Doch nur eine gute Woche später lief Philippe erneut zu Topform auf und verteidigte erst seinen Sieg bei der Piemont- und anschließend bei der Lombardeirundfahrt.

Die verpasste WM-Chance noch im Kopf hat er den Winter zur intensiven Vorbereitung genutzt – mit beeindruckendem Erfolg wie wir jetzt wissen.

Eine Entscheidung des Herzens – Philippe wechselt in seine belgische Heimat

Zum Rennfahrer gereift ist Philippe bei La Française des Jeux. Im Jahr 2002 noch als Stagiaire, also in einem Jahr auf Probe, stand er schon viermal ganz oben auf dem Treppchen. Da war es nur reine Formsache, ihm seinen ersten Profivertrag anzubieten und ihn langfristig an das Team zu binden. In den kommenden Jahren arbeitete er stets an seiner Form und hatte dabei die Klassiker im Visier. Mit einigen Siegen bei kleineren Rennen unterstrich er immer wieder, welches Potenzial in ihm steckt. Das brachte ihn soweit, dass er schon im Jahr 2004 bei seiner ersten Grand Tour teilnahm. Beim Giro d’Italia fuhr er für seinen Kapitän Bradley McGee, der im Gesamtklassement auf den achten Rang kam. In den kommenden vier Jahren bestand sein Team stets darauf, dass Gilbert bei der Tour de France aufläuft, was dem Wallonen schon damals nicht 100%ig zusagte, wollte er sich doch lieber auf die Klassiker konzentrieren und hier wichtige Siege einfahren.

So steht als einziges nennenswertes Resultat bei einem Frühjahrsklassiker zwischen 2003 und 2007 der Sieg bei Omloop Het Nieuwsblad in 2006 in seinen Palmares. 2008 stand er dann das erste Mal bei einem Radsport-Monument auf dem Podium – wenn auch nicht in seiner Heimat, sondern bei Mailand Sanremo, der Fahrt in den Frühling. Drei Wochen zuvor gewann er bei Omloop Het Nieuwsblad zum zweiten Mal. Machte sich aber Gedanken, ob fdjeux das richtige Team für ihn ist. Vor allem die Zukunftsaussichten in einem belgischen Team fahren und bei Klassikern als Kapitän auflaufen zu können ließen seine Entscheidung auf Silence-Lotto fallen. „Ich habe mich nicht für das höchste Angebot entschieden. Sechs ProTour-Teams wollten mich. Ich habe mir alle Angebote gründlich angeschaut“, sagte Phil nachdem seine Entscheidung für die Heimat gefallen ist. Marc Sergeant, sein neuer Teammanager sagte schon damals: „Wir wollen ihn unbedingt. Er ist weltweit einer der besten Fahrer.“ Philippe hat das Vertrauen mit einzigartigen Leistungen zurückgezahlt.

Keine Lotterie sondern eine Erfolgsgeschichte – seine Zeit bei Silence-Lotto und Omega Pharma-Lotto

Von jetzt an auf Canyon Rennrädern kam Phil immer besser in Schwung. Im Frühjahr kam er im neuen Team bei der Flandernrundfahrt aufs Podium und zeigte in seiner wallonischen Heimat beim Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogne-Lüttich jeweils ganz starke Rennen, in denen er sich jeweils den vierten Platz sicherte. Mit dem Sieg bei der vorletzten Giro-Etappe im Mai holte er nicht nur seinen ersten Grand-Tour-Sieg, sondern hievte auch Canyon das erste Mal auf das Podium einer großen Landesrundfahrt.

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Aber das war nur der erste Teil seiner Saisonplanung. In Absprache mit den Teammanagern von Silence-Lotto verzichtete er auf die Tour de France und überließ das größte Radrennen der Welt anderen Protagonisten. Phil hat sich in der Zeit schon auf den Herbst konzentriert. Es sollte ein goldener Oktober für ihn werden: mit vier Siege in neun Tagen! Coppa Sabatini, Paris-Tours, Piemontrundfahrt und letztendlich die Lombardeirundfahrt. Philippe Gilbert hat sein erstes Radsportmonument gewonnen und hatte Appetit auf mehr.

2010, als erste leise Stimmen schon davon sprachen, Phil könne im Frühjahr keinen großen Klassiker gewinnen, strafte er alle Kritiker Lügen. Das gesamte Team musste lange auf den ersten Saisonsieg warten – dafür war es einer der wichtigsten der vergangenen Jahre für Gilbert und das Team: der Wallone siegte beim Amstel Gold Race! Doch auch in dieser Saison sollte ein zweiter Höhepunkt hinzukommen: Philippe schielte auf die Weltmeisterschaft, die er – obwohl er der stärkste Fahrer im Feld war – verpasste. Doch er konnte seinen Sieg bei der Piemont- und Lombardeirundfahrt wiederholen. Zuvor fuhr er quasi im „vorbeigehen“ noch zu zwei Etappensiegen bei der Vuelta und sogar fünfmal im roten Trikot des Gesamtführenden. In der UCI-Gesamtwertung belegte er im Schlussklassement den dritten Platz!

In der Laufenden Saison hat er dann da weitergemacht, womit er die vergangene Saison beendet hatte: mit grandiosen Siegen und einen unnachahmlichen Fahrstil. Als dritter bei Mailand San Remo konnte er noch nicht ganz sein Ziel erreichen, stand aber nach 2008 erneut auf dem Podium – wenn er auch gerne den Sprung ganz nach oben geschafft hätte und sich die Freude so in Grenzen hielt. Aber das Frühjahr war ja noch nicht vorbei und er steigerte seine Form stetig: Bei der Flandernrundfahrt reichte es zwar „nur“ zu einem neunten Platz, aber sein Fokus lag ganz klar auf den wallonischen Klassikern. Schon vor der wichtigen Woche holte er mit dem Pfeil von Brabant einen Sieg. Danach verteidigte er eindrucksvoll seinen Titel beim Amstel Gold Race, dem Wallonischen Pfeil und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Man konnte ihm ansehen, wie er den Sieg vor seinem Heim-Publikum genoss. Seine Stärksten Konkurrenten Andy und Fränk Schleck hatten auch nur Lob für ihn übrig: „Im Finale war nichts gegen Gilbert zu machen. Er war einfach zu stark.“

Multitalent, das auf allen Strecken gewinnen kann

Ein eindeutiges Streckenprofil, das Phil liegt, ist nicht auszumachen. Klar, die langen Klassiker sind sein liebstes Steckenpferd. Aber bei einem eher Flachen Rennen wie Mailand San Remo kann er genauso mithalten wie bei einem Rennen, das am Berg entschieden wird wie dem Wallonischen Pfeil. Phil sagte dazu noch vor dem Rennen, der Anstieg an der Mauer von Huy sei zu anspruchsvoll für ihn. Er distanzierte seine Konkurrenten aber deutlich und zeigte, dass er auch hier bestehen kann. Wichtig für ihn ist, dass das Rennen schwer gemacht wird. Denn in einem großen Sprinter-Feld ist er den endschnellen Fahrern etwas unterlegen. Hängt er die reinen Sprinter aber früh genug ab kann er sowohl Solo siegen, kann aber auch in den Kampf einer kleinen Gruppe annehmen. Über die 2011er WM-Strecke von Kopenhagen hat er übrigens gesagt, dass sie ihm nicht anspruchsvoll genug ist…

Gilbert auf Platz 1 der Weltrangliste nach Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich

Mittwoch, April 27th, 2011

Er ist im Moment der stärkste Radrennfahrer der Welt. Das hat Philippe Gilbert in den letzten Wochen eindrucksvoll gezeigt. Nach Siegen beim Pfeil von Brabant und den beiden Ardennen-Klassikern Amstel Gold Race und Fleche Wallonne konnte der belgische Kapitän von Omega Pharma – Lotto am vergangenen Sonntag beim ältesten Eintagesrennen der Welt seinen großen Traum erfüllen. Schon als Kind hatte er davon geträumt, Lüttich-Bastogne-Lüttich zu gewinnen, denn nicht unweit der Strecke ist er aufgewachsen.

Entsprechend beeindruckt war er selbst nach dem Rennen: “Das ist ein unvorstellbarer, grandioser Tag für mich. Schon die Stimmung am Start war unglaublich. Überall an der Strecke war die Unterstützung riesengroß. Das ist heute sportlich der schönste Tag meines Lebens. Der ist nicht zu toppen Es war ein perfektes Rennen”

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Man hatte ihm nach den beeindruckenden Leistungen in den Ardennen die Favoritenrolle für das Radsportmonument auferlegt und er hatte die Kraft und das strategische Geschick, dieser in vollem Umfang gerecht zu werden.

Nach  etwa 235 Kilometern auf der schweren Strecke ging das Rennen in die entscheidende Phase. Zusammen mit den Schleck Brüdern Andy und Frank, die gemeinsam angriffen, konnte sich Gilbert vom Feld absetzen. Aus strategischer Sicht eigentlich klar im Vorteil versuchten die Leopard-Trek Profis danach alles, um Gilbert zu zermürben und abzuschütteln. Doch dies sollte an diesem Tag einfach nicht klappen. Auch über die letzten 15 Kilometer hinweg zeigte Gilbert Stärke und fuhr selbstbewusst die letzten Anstiege auf dem Weg zum Ziel von vorne an.

Im Finale hatte Gilbert aufgrund seiner Sprintstärke dann die besten Karten und machte das Ardennen-Triple perfekt.

Nach 4 Siegen innerhalb von knapp zwei Wochen und weiteren 3 Siegen im bisherige Verlauf der Saison schob  sich “Fast-Phil” mit Riesenschritten an Tom Boonen und Co. vorbei an die Spitze der UCI-Weltrangliste. Mit 356 Punkten hat er nun 120 Punkte Vorsprung auf den Schweizer Fabian Cancellara.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem spannenden Rennen.

Unschlagbar, unnachahmlich! Phil gewinnt an der Muur van Huy

Mittwoch, April 20th, 2011

Er hatte vor dem Rennen noch gesagt, dass der Schlussanstieg für ihn eigentlich etwas zu schwer ist und seine Favoritenrolle an Fahrer wie Contador und Schleck weitergegeben. Doch als es drauf ankam war er hellwach und topfit. Philippe Gilbert gewinnt überlegen den Flèche Wallone und feiert damit schon den dritten Sieg binnen einer Woche.
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Es werden Erinnerungen an den Herbst 2009 wach: damals hatte Philippe in nur zwei Wochen vier Rennen in Folge gewonnen – und sich dank seiner hervorragenden Form am Ende mit dem Sieg bei einem Radsportmonument in die Geschichtsbücher eingetragen. Zum Ende des Radsport-Frühjahrs hat er jetzt schon drei Siege eingefahren – und am Sonntag startet mit Lüttich-Bastogne-Lüttich erneut ein Radsportmonument. Wenn das mal kein gutes Omen ist.

Aber in seiner derzeitigen Form muss “Fast Phil” sich wohl nicht auf Omen verlassen. Denn der von vielen Fachmedien als weltweit beste Klassiker-Fahrer gepriesene kann sich voll auf seine Beine und sein Team verlassen. Denn das hat ihm auch heute wieder den Rücken gestärkt. Mit einem sechsten Platz von Jelle Vanendert brachte Omega Pharma-Lotto den zweiten Top-10-Platz unter Dach und Fach.

Zu Beginn des Rennens hatte sich eine frühe Ausreißergruppe gebildet, die mit einem maximal 17-Minütigen Vorsprung zwar relativ lange Führungsluft schnuppern konnten, sich aber im hügeligen Finale dem Feld geschlagen geben mussten. Als das Feld dann wieder vereint war machten sich Pineau und Marcato auf die Flucht, wurden aber einen knappen Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt. Ein paar hundert Meter vor dem Ziel zog dann Philippe wieder an und ließ den Rest des Feldes förmlich stehen. Oben angekommen ließ er sich von der jubelnden Masse feiern. Eindrucksvoller geht es nicht mehr.

Titelverteidigung am Cauberg: Gilbert gewinnt Amstel Gold Race

Montag, April 18th, 2011

Vor ihm ist dieses Glanzstück 31 Jahre niemandem Gelungen: eine Titelverteidigung beim Amstel Gold Race. Philippe Gilbert ist bis heute der einzige Fahrer, der zweimal am Cauberg gewinnen konnte – denn erst seit 2003 endet hier der niederländische Ardennen-Klassiker. „Diese Woche ist für mich die wichtigste in meiner Saison und ich hatte seit Mittwoch ein gutes Gefühl. Das Team war sehr stark. Das hat mich stark gemacht und mir geholfen, Energie zu sparen. Ich musste nur auf den letzten drei Kilometern etwas arbeiten um Andy Schleck wieder einzuholen“, sagte Phil nach seinem Sieg. „Er ist im richtigen Moment gegangen aber ich hatte noch immer Jelle Vanendert an meiner Seite und ich wusste, dass er ihn unter Kontrolle halten kann. Als die Lücke auf 16 Sekunden angewachsen ist habe ich mir Sorgen gemacht. Ich habe mit den Fahrern von Rabobank gesprochen, aber die wollten nicht zusammen arbeiten. Naja, als Topfavorit war ich in der Verantwortung habe Druck gemacht.“

Nach dem Finish, das Phil überlegen für sich entschied, hat er sich das Lob von Fahrer-Kollegen und Teamverantwortlichen erarbeitet. Teammanager des Omega Pharma-Lotto Teams Marc Sergeant sagte über den Antritt seines Schützlings: „Ich habe noch immer keine Worte. An einer Stelle dachte ich: er kann nicht mehr gewinnen. Aber Philippe hatte den Support eines super Teams und hat sich nachher großartig vom Feld gelöst. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen. Was er aus dem Ärmel geschüttelt hat ist grandios.“ Phils Teamkollege Jelle Vanendert, der ihm den ersten Weg zur Aufholjagd ebnete, war begeistert: „Taktisch hat heute alles geklappt. Unser Team war aufmerksam und jeder hat seinen Job gemacht. Das war auch wichtig, da wir starken Gegenwind hatten. Meine Aufgabe war es, für Gilbert am Fuße des Cauberg zu arbeiten und das hat funktioniert. Bei so einer Zielankunft kann Gilbert kaum verlieren.“ Björn Leukemans, am Mittwoch noch der stärkste Gegner von Phil, zollte seinem Landsmann Respekt: „Ich freue mich für Gilbert. Wenn man sieht, wie er sich selbst an die Spitze zur Verfolgung von Schleck gesetzt hat, hat er verdient gewonnen. Wenn Du auf dem Cauberg wegfahren kannst: Respekt! Und da ich ein bisschen patriotisch bin, freue ich mich, dass mit Gilbert ein Belgier gewonnen hat.“

RADSPORT / AMSTEL GOLD RACE / 17.04.2011 / ROTH

Mit Blick auf die beiden noch ausstehenden Ardennen-Klassiker hat Gilbert ganz klar das am kommenden Wochenende stattfindende Radsportmonument Lüttich-Bastogne-Lüttich im Visier. Auf die Frage von cyclingnews.com, ob Phil sich als stärksten Fahrer im Peloton sieht antwortete der sympathische Wallone: „Ich kann gute Ergebnisse in Flandern, aber auch bei Mailand-San Remo, Lüttich-Bastogne-Lüttich und in der Lombardei einfahren. Ich sage nicht, dass ich der Beste oder zweitbeste bin. Das wird sich nach dem Ende meiner Karriere zeigen. Jetzt möchte ich erstmal weiter trainieren und meine Rennen fahren. Wenn die Resultate weiterhin kommen bin ich glücklich.“ Mit Blick auf den Abschluss der Frühjahrsklassiker fügte er hinzu: „Es ist jetzt noch zu früh, an Lüttich zu denken. Lasst uns das hier erstmal genießen. Das ist das Tüpfelchen auf dem ‚I‘. Lüttich wäre noch die Steigerung davon.“

Nach dem Pfeil von Brabant: Phil ist bereit für die Ardennen

Freitag, April 15th, 2011

Der Omega Pharma-Lotto Star Philippe Gilbert hat beim Pfeil von Brabant mit einem eindrucksvollen Antritt die Lücke zur Spitzengruppe geschlossen, sich im Ziel gegen Björn Leukemans durchgesetzt und damit den vierten Saisonsieg auf seinem Aeroad CF perfekt gemacht.

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“Es war schon zu begin der Saison mein Ziel genau jetzt in Top-Form zu sein”, sagte Phil nach seinem Sieg. „Ich bin nicht so schlecht in die Saison gestartet und habe nebenbei noch eingie Siege mitgenommen. Meine Form ist wöchentlich etwas angestiegen und ich peile genau das Level an, an dem ich jetzt sein sollte und werde bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 100%ig fit sein.“

“Lüttich ist ein komplett anderes Rennen als der Pfeil von Brabant, es ist viel härter. Ich bin glücklich, dass ich den Pfeil von Brabant gewonnen habe, da es mir Zuversicht für die kommende woche gibt. Jetzt weiß ich, dass ich gut in Form bin und dass ich mich auf mein Team verlassen kann. Es ist wichtig, dass sie mich unterstützen. Jetzt weiß ich, dass sie stark genug sind um mich am Sonntag beim Amstel Gold Race zu unterstützen und ganz besonders natürlich am darauffolgenden Sonntag bei Lüttich-Bastogne-Lüttich.“

Philippe hat gesagt, dass er seine Teamkollegen für die kommenden Ardennenklassiker „eingeheizt“ hat. Besonder für sein Hauptziel in der Frühjahrssaison 2011: Lüttich-Bastogne-Lüttich am 24. April. Der Titelverteidiger des Amstel Gold Race ist einer der Topfavoriten für die anstehenden Klassiker in seiner Wallonischen Heimat. „Mein Ziel war es, genau jetzt in Topform zu sein“, sagte der Belgier der französischen Sportzeitung L’Equipe nach seinem letzten Sieg. Gilbert braucht für den Sieg bei „La Doyenne“die volle Unterstützung seines Teams: „Ich hoffe mein Team wird stark genug sein. Ich gebe zu sie etwas unter Druck gesetzt zu haben. Fahrer wie Van den Broeck und haben ein Höhentrainingslager absolviert und wir waren immer in engem Kontakt, so dass ich ihr Training verfolgen konnte. Der Sieg beim Pfeil von Brabant war auch dafür, dass sie sehen ihre Arbeit ist nicht umsonst.“

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Der Omega Pharam-Lotto Kapitän sagte, dass er auf Team aufpassen muss, die mehrere Siegkandidaten anstatt eines klaren Kapitäns haben. „Ich brauche auf den ersten 200 Kilometern keine Unterstützung, aber wenn ich Katusha mit Kolobnev, Ivanov und Rodrguez schlagen möchte, brauche ich etwas Hilfe im Finale“, erklärte Gilbert. „Letztes Jahr hat mich das in Lüttich in Schwierigkeiten gebracht. Auf einmal war ich zum Beispiel alleine zusammen mit Vinokurov und Contador. Es könnten außerdem die beiden Schlecks vorne sein und der Gedanke an eine solche Situation macht mir schon etwas Sorge.“

Gilbert gewinnt den Pfeil von Brabant

Donnerstag, April 14th, 2011

Er ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden: Philippe Gilbert hat den Pfeil von Brabant überlegen gewonnen. Er gewann den Zweiersprint gegen seinen Landsmann deutlich und sicherte sich nach seinem zweiten Platz 2008 jetzt den ersten Sieg beim Pfeil von Brabant. Gilbert sagte nach dem Sieg: „Björn hätte den Sieg genauso verdient wie ich, aber im Sprint ist er nicht so schnell wie ich“. Damit ist auch die Generalprobe für seine Titelverteidigung am kommenden Sonntag geglückt. Dann startet das Amstel Gold Race und Phil wird hier als Titelverteidiger und -favorit an der Startlinie stehen.

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65 Kilometer vor dem Ziel attackierten die ersten Fahrer aus dem bis dahin wieder geschlossenen Hauptfeld und konnten sich absetzen. Als weitere Fahrer – unter ihnen auch Leukemans – aufschlossen war schnell klar, dass diese Gruppe es ins Ziel schaffen kann. Das hat auch der Omega-Pharma-Lotto-Kapitän erkannt und schloss zu der Gruppe auf. Eingangs der Schlussrunde zog Leukemans davon und lediglich Gilbert konnte seinem Antritt folgen. Zu zweit konnten die beiden schließlich einen Vorsprung von etwas über einer Minute herausfahren und den Sieg unter sich ausmachen. Auf dem letzten Kilometer belauerten sich die beiden und keiner wollte den Sprint zuerst anziehen. Genau 300 Meter vor der Ziellinie versuchte es dann Leukemans, aber Gilbert konnte ihm locker folgen und kam mit einem deutlichen Vorsprung ins Ziel.

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