Archive for the ‘Anja Kallenbach’ Category

Grüße aus Korsika!

Dienstag, August 30th, 2011

Ja, inzwischen bin ich schon 6 Tage hier. Aber so richtig Zeit meine Alpenfahrt zu verdauen hatte ich noch nicht, es gibt zu viele neue Eindrücke.

 

Auf jeden Fall habe ich sicher ein neues “Zen” auf dem Rad entdeckt. Sonst habe ich immer geschaut, wie lange der Pass noch ist und wie lange es wohl noch nach oben dauert. Aber das habe ich mir wirklich abgewöhnt, ich fahre einfach und genieße die Landschaft!

Meine Beine tun jedenfalls nicht mehr weh! Und ich habe das erste Mal in meinem Leben einen Ansatz von einer Wade! Am vergangenen Mittwoch  wollte ich nur einen kleinen Mittagsschlaf machen und habe gleich 5h geschlafen! Die anderen Tage waren etwas weniger erholsam, denn es war Sturm, da wird jede Hand am Boot gebraucht, also immer eine fürs Boot und eine zum Festhalten und bei so einem Wetter kann auch wirklich niemand schlafen! Heute war die See angenehm ruhig und man konnte sich schaukeln lassen und aufs Wasser gucken und wir haben auch Delfine gesehen!
Gottseidank ist mein Hintern immer noch klein genug, dass ich auf meinen Lieblingsplatz vorne am Bug passe, wo es am schönsten schaukelt und man alles im Blick hat!

In 2 Wochen bin ich wieder zuhause. Ich melde dann mich noch mal, auch um den Spendenendstand mitzuteilen!
Also bitte helft mit und spendet noch etwas:

Empfänger: Ärzte ohne Grenzen
Spendenkonto: 97 0 97
Empfängerbank: Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl: 370 205 00
Betreff: Alpcross 2011

Danke, Eure Anja.

Alpencross Wien-Nizza: 21. Etappe

Mittwoch, August 24th, 2011

Die letzte Etappe von Saint Martin nach Nizza.
Ich bin in Nizza!!! Ich habe es geschafft!!! Ich war im Meer schwimmen!!! Juchuuuuuuuuuuuuu!!!

 

Morgen kein Radfahren mehr! Aber heute gab es dann doch noch mal ein Col-Feuerwerk: Col de Torini, Col d´Orme, Col de Nice, Colla Donna, Col de Châteauneuf: 101 km und 2833 hm. Es war heiß! Aber im Meer schwimmen, war dann die richtige Belohnung. Ich kann es noch gar nicht so richtig fassen! Sieg über 2276 km, 47 Pässe und 55043 hm!
Los ging es heute Morgen erst mal mit 12 km Abfahrt! Das tat gut zum Aufwärmen und es war auch gar nicht kalt, sondern schon ziemlich warm. Puh aber schon beim Runterfahren taten mir die Beine weh! Und wieder habe ich die Straße verlassen, die 55 km nach Nizza zeigte, um noch mal auf die Route des Grands Alpes zurückzukehren, aber ich wusste ja heute würde ich trotzdem das Meer sehen!
Der Col de Turini ist gottseidank nicht so steil und unten sehr schön! Die Aussicht ist herrlich! Weiter oben gibt es dann leider eher nur Bäume zu sehen und so wurden die 15km doch ziemlich lang.
Und dann gab es eine herrliche Abfahrt mit Kurven in alle Richtungen, ich wusste gar nicht mehr wo rechts und links ist!Der Col de Nice hatte auch nur ein paar Höhenmeter und es wäre schön gewesen, sich jetzt einfach nach Nizza rollen zu lassen. Aber die Hauptstraße mit Tunneln ist zu gefährlich mit dem Fahrrad.
Aber der Col de Châteuneuf war zwar nur 6km lang, aber das Thermometer zeigte 42 Grad, ich dachte echt ich schaff es nicht mehr bis oben. Im Ort hab ich überall nach einem Brunnen gesucht, aber es gab nichts! Man war ich froh, als ich endlich oben war. Dort hat Sylvain auf mich gewartet und ich konnte mir erst mal eine Flasche Wasser über den Kopf schütten! Und das Beste man konnte von oben das Meer sehen!!!
Dann ging es ja nur noch runter und mit 50km/h Nizza entgegen! Durch die Stadt mit dem Rad war dann noch mal ziemlich ätzend. Wie die hier Auto fahren!

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Und dann gab es kein Halten mehr, ich wollte unbedingt ins Meer! Ok schwimmen, war ich dann zwar in meinen Radklamotten, aber das Canyon hat mich zwar bis hierhin treu begleitet, wollte dann doch lieber nicht mit schwimmen.
Und dann brauchte ich erst mal ein großes Eis! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass es wirklich geschafft ist, deswegen wird es in ein paar Tagen noch einen Nachtrag geben. Ich werde morgen die Fähre nach Korsika nehmen und mit meinem Papa segeln gehen! Das kleine Canyon wird bald nach Koblenz zurückkehren, wo ihr es dann Probe fahren könnt. Ich hoffe, das machen viele Leute, denn es wird sich sicher etwas langweilen, nach den ganzen schönen Pässen, die es gesehen hat!

Noch eine kleine Zusammenfassung:

- niedrigste Temperatur: -1 Grad

- höchste Temperatur: 42 Grad

- höchster Punkt: 2802 m

- meisten Höhenmeter pro Tag: 4700 hm

- Platten: keinen! Ich habe allerdings nach der ersten Woche den Vorderreifen gewechselt, da war ein Glassplitter so tief eingedrungen, dass ein  Loch bis auf den Mantel entstanden ist, aber dank Canyon hatte ich ja sogar einen Ersatzreifen dabei!

 

Bedanken möchte ich mich noch bei:

- Sylvain: für Wasserreichen, motivieren, Zelt aufbauen …

- Georg: für Pizza und bestes Wissen über das Wetter!

- Anja: fürs Haushüten, bei der Post verlorene Sachen nachschicken …

- Canyon: für die beste technische Unterstützung, die man sich wünscht und die Ehre schon mal das Roadbike 2012 zu fahren, ein tolles Rad und nicht nur das Design!

- Bei SRM: für die Technik

- Bei meiner Tante Isabelle: für die tolle Unterstützung im Regen und die vielen aufbauenden Mails

- Bei euch allen, ohne eure tolle Unterstützung hätte ich es sicher nicht geschafft!

- Bei Patrick und Helmut für die Begleitung!

Und am meisten bei allen, die etwas gespendet haben!!! Und wenn ihr das noch nicht gemacht habt, ist jetzt immer noch Zeit dazu! Bitte das Stichwort: Alpcross 2011 nicht vergessen.

Danke!
Eure Anja

Alpencross Wien-Nizza: 20. Etappe

Dienstag, August 23rd, 2011

Von Jausieres nach Saint Martin Vésubie über 110 km und 3249 hm.
So nachdem der Iseran wirklich der höchste Pass war, war ich heute mit 2802m auf der höchsten Straße Europas, dem Cime de la Bonnette!
Gut man denkt man ist auf dem Mond, da gibt es wirklich nix. Dann gab es mal wieder eine lange Taldurchfahrt, jedenfalls wäre es eigentlich eine lange Abfahrt gewesen, wenn der Wind nicht so stark gepustet hätte, dass man fasst, rückwärtsgefahren ist und dann noch der Col de St. Martin eigentlich nicht schwer, aber bei 38Grad im Schatten trotzdem ziemlich anstrengendDa es gleich hochgeht, hat man auch gleich was zu sehen, ein Berg für mich! Trotzdem hatte ich heute Morgen etwas Anlaufschwierigkeiten, ich war ganz schön müde. Die Motivation kam mit einer Frau, die ich 2 Kurven vor mir sah und da kam dann ein bisschen Rennfeeling auf und damit Adrenalin. Obwohl ich sie leicht eingesammelt habe, ging es danach viel leichter.
Und so ging der letzte richtig große Alpenpass eigentlich viel zu schnell vorbei. Nein das Meer kann man noch nicht sehen, aber ich weiß es ist nicht mehr weit. Ich glaube die tollen Aussichten jeden Morgen werden mir sehr fehlen, die schmerzenden Beine aber nicht!

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Auf in einen lange, lange Abfahrt, bei der man die Windjacke aber schon bald wieder ausziehen konnte! Im Tal war der Wind so heiß wie in der Wüste und auch so stark, sodass mir die 50km ewig vorkamen!
Tja dann muss man sich schon ein bisschen motivieren, um wieder auf die Route des Grandes Alpes abzubiegen, der ich außer dem Col d´Agnel die ganze Zeit seit Genf gefolgt bin, wo unten an der Hauptstraße steht: “Nizza 58 km”. Gut aber nur kurz, auf 58km mit Gegenwind hab ich auch nicht wirklich Lust!

Das Thermometer an der Straße zeigte 38 Grad im Schatten, da musste ich mir erst mal eine kleine Pause mit ner kalten Cola gönnen, schließlich waren es ab hier noch 16km Kletterpartie.
Den Schatten vom letzten Tunnel musste man noch mal ausnutzen, ab da ging es ab in den Backofen! Es wurde auch nicht kühler, je höher man kam, sondern eher noch heißer. Den Dorfbrunnen, von dem kleinen Dorf, was ich passiert habe, hab ich erst mal genützt um den Kopf samt Helm unter den Wasserhahn zu halten und dann die Füße samt Schuhen. Tat das gut!
Aber auch der heißeste Berg geht mal vorbei, unterwegs ist mir außerdem noch ein Murmeltier zugelaufen und dann gab’s als Belohnung eine kühlende Abfahrt, man tat die kalte Dusche vorhin gut!
Morgen werde ich also das Meer sehen und Nizza erreichen! Da man das hier aber nicht mit so einer “Luschenetappe”, wie Georg sagen würde, die ich zuerst geplant hatte, beenden kann gibt es morgen eine Streckenänderung. Statt 60 km ans Meer zu rollen, gibt es 100 km mit 2833 hm mit drei Pässen: dem Col de Torini, Col de l´Orme und dem Col de Nice, dann werde ich mir das Bad im Meer auch echt verdient haben!

Alpencross Wien-Nizza: 19. Etappe

Dienstag, August 23rd, 2011

Von Stroppo nach Jausieres über 115 km und 3457 hm.
Uiui, bin ich erledigt! Als ich es endlich bis zum Campingplatz geschafft habe, brauchte ich erst mal eine sehr kalte Dusche, vier Sandwichs und einen halben Liter Joghurtdrink, um wieder unter die Lebenden zurückzukehren.

Neben dem Campingplatz steht schon das Schild: Route de la Bonnette 2802m, also ist der Iseran zwar der höchste Pass, aber das morgen die höchste Straße. Das wird also schwer werden! Aber jetzt erst mal zu heute. Los ging es heute wieder mit einem italienischen Pass also eigentlich gleich drei in einem, dem Colle Esischie, dem Colle del Vallonetto und dem Colle dei Morti. Wieso drei in einem, man nimmt, einfach jedes Mal nicht den Abzweig in die Abfahrt, sondern fährt noch weiter hoch. War ich froh über mein 32er Ritzel bei den Rampen mit 20%!

Wenigstens wusste man immer, wie lang es noch bis zum ersten Pass ist, die Prozentangaben waren aber lustig, je weniger da stand, desto steiler die Rampen!
Die Straße ist hier auch ziemlich hinüber, aber wer glaubt, wir hätten in Deutschland zu viele Schilder, der sollte erst mal hier schauen! Schilder über Schilder …

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Und dann ging es endlich in die Abfahrt, auch hier ein wunderschöner Ausblick! Den sollte man aber nicht zu genießen, denn die Straße ist total schmal und man muss höllisch aufpassen! Wenn sie auch besser geteert war als gestern. Das liegt sicher daran, dass der Giro schon öfters hier war! Dann war der schöne Teil des Tages schon wieder vorbei und es war angesagt das Tal zu durchqueren. Puh war das heiß und an die vielen Autos war ich nach der Stille von gestern und heute gar nicht mehr gewöhnt! Das Tal wollte und wollte nicht enden und ich hatte so einen Hunger, da half auch kein Riegel mehr und es gab einfach nichts, wo man sich was zu essen kaufen konnte! Als der Col de Lavres endlich anfing war ich schon völlig fertig. Dann steigt die Straße auch nur langsam aber endlos an. Man ging es mir da schlecht. Und als man dachte, man wäre oben, gibt die Ecke nur eine Sicht auf noch mehr Kurven frei! Ich war so fertig, dass ich es nicht mal geschafft hab ein Landschaftsfoto für euch zu machen, sorry! Und als ich dann endlich oben war, gab es nicht mal ein Passschild! Aber die Abfahrt hat dafür Spaß gemacht, man musste nicht viel bremsen. Man war ich froh, als endlich Jausiers in Sicht kam!

Alpencross Wien-Nizza: 18. Etappe

Montag, August 22nd, 2011

Der Col d´Agnel bekommt von mir 10 von 10 Punkten! Endlich mal ein französischer Pass (wenigstens die Seite wo ich hochgefahren bin) wo es auch wirklich richtig hochgeht und schöööööööööööööön!!!!!! Dann kam noch der Col de la Sampeyre in Italien, wow der war schwer! 18 steile Kilometer und die Strasse war so schlecht, dass es überhaupt nicht rollte und heiß, puh war ich fertig! Und die Abfahrt war der reinste Cyclocross, mehr Löcher als Strasse!

Erstmal möchte ich euch noch das Schloss von gestern Abend zeigen! Wirklich schön! Auch heute sind wir wieder im Nichts, kein Handyempfang, kein Internet, das wir hier einen Campingplatz gefunden haben, grenzt für mich an ein Wunder, ich hatte mich schon auf wild campen ohne Dusche eingestellt.

Schon direkt morgens war klar, heute geht es wieder nach Italien! Und es ging auch gleich vom Campingplatz ordentlich hoch und das Tal bis zum Agnel ist einfach nur wunderschön! Es geht durch kleine süße Dörfer mit ordentlichen Rampen und die Strasse windet sich herrlich am Fluss entlang und ich hab heute mein erstes Murmeltier gesehen!

Erik Zabel war wohl auch schon hier, ob er auch so viel Spass hatte wie ich? Der Agnel hat wirklich richtig Spass gemacht, trotzdem braucht man bei den steilen Rampen auch ein bißchen Energie! Oben wartet allerdings kein Passschild, sondern nur ein Grenzstein, außerdem war viel zu viel los, für den kleinen Gipfel, zwei Campingcars und nichts ging mehr.

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Deswegen haben wir für das Picknick einen Platz zwei Kurven weiter unten ausgesucht und es war kein bißchen kalt. Nur mit Riegeln komme ich nicht mehr sehr weit, wie man gestern geshen hat und dann ging es rein in die herrliche Abfahrt! Vorbei am See und einer Kirche mit Fresquen, wir sind in Italien! Hier gibts im September sogar einen autofreien Tag am Col d´Agnel!

Dann ging auch gleich der Sampeyre los, vorbei mit Strassen, die sich mit gemütlichen 8% nach oben winden, hier waren es durchgehen 10-14%. Ich dachte ja es wird mal flacher, war aber nicht so. Außerdem musste man immer Zickzack fahren, um die Schlaglöcher rum. Der Belag der Strasse war echt krass, wie sehr das bremst merkte man wenn mal ein Stück neu gemacht war, da war man hleich ein km/h schneller! Das die Hälfte des Berges im Wald war tat gut, ein bißchen Schatten! Aber dann gibt es auch nichts zu gucken und es war immer noch sehr heiss und ich ganz schön fertig und die Kilometer gingen und gingen nicht vorbei! Ich musste mich ganz schön quälen! Oben die letzten Kilometer war die Aussicht dann herrlich. Man war ich froh, diesen Berg geschafft zu haben, aber auf die Abfahrt freute ich mich auch nicht gerade!

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Die ersten 5km war die Strasse glücklicherweise neu gemacht, aber dann war es wirklich eine Cyclocrosspiste, ich habe bestimmt ziemlich viel von meinen Bremsbelägen gebraucht und bin ordentlich durchgerüttelt worden und bei den Schlaglöchern muss man echt aufpassen, das sind Gräben, wenn man so eins abbekommt hat man sicher keine Speichen mehr!

Alpencross Wien-Nizza: 17. Etappe

Montag, August 22nd, 2011

Was für ein Tag mit Galibier und Izoard! Der Galibier war einfach nur schön! Am Fuß vom Izoard war ich dann aber ziemlich fertig, also da wo es noch nicht richtig hochging, die letzten 8km, wo es wirklich einen Berg gab, liefs dann wieder! Hier gibt es nur ein schönes Schloß und einen Campingplatz und sonst nichts, nicht mal Handyempfang, also werde ich diesen Blog erst morgen hochladen können.

Ui vom Campingplatz gab es gleich erstmal eine 17% Rampe hoch zur Strasse zum Galibier, puh das tat mächtig weh mit kalten Muskeln. Dann gabs noch einen etwas steilen Kilometer und dann ging es schön sanft weiter. Man ist der Galibier schön und von Valloire aus auch nicht schwer, nur noch 17km lang. Leider musste mein Fotograph vorfahren, um einen Campingplatz zu suchen, deswegen gibt es nur Landschaftsfotos, das war wirklich schade!

Das ist toll hier bei den großen französischen Pässen, steht jeden Kilometer ein Schild, wie weit es noch ist und mit der Steigung des nächsten Kilometers. Das ist echt super! Besonders wenn man dieses sieht, weiß man es ist nicht mehr weit!

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Patrick hat mir so ein Passfoto geschickt (6. Bild) und mir dazu geschrieben, wenn ich hier bin hätte ich es bald geschafft, nun das glaube ich noch nicht, selbstheute wartet noch der Izoard!

Auch der Ausblick auf die andres Seite ist schön, bei der Abfahrt muss man aber höllisch aufpassen, denn es war soviel los, dass die Autos immer die hochfahrenden Radfahrer überholt haben und man als Abfahrer keinen Platz mehr auf der Strasse hatte. Ab dem Lautaret ist die Strasse aber dann herrlich breit und man kann sich so ins Tal nach Briancon rollen lassen. Ab da geht dann auch schon der Izoard los.

Der Izoard beginnt spektakulär an den Forts von Briancon vorbei, aber dann ist es die ersten 10km eher wie ein Tal nur mit 5-6% Steigung und es war heiß, puh an Hitze bin ich halt noch nicht gewöhnt, also ich hab nur noch so auf meinem Rad rumgehangen, fahren konnte man das nicht nennen. Was aber wirklich hilft, wenn so gar nichts mehr geht, ist ein Squezzy Cola! Denn Squezzy gives you bite und jetzt war ich auch wieder bereit zum Kämpfen! Jetzt ging ja auch endlich der Berg los! Und die letzten Kilometer gibt es dann auch endlich was zu sehen! So sollen Pässe sein!

Und so war dann der Izoard auch endlich geschafft und richtig imposant war er dann eigentlich erst auf der anderen Seite der Abfahrt! Man war ich dann froh, als ich unter der Dusche stand und das ganze Salz abwaschen konnte!

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Alpencross Wien-Nizza: 16. Etappe

Freitag, August 19th, 2011

Gestern wäre ich beim Blogschreiben fasst erfroren und hatte echt alles an, was ich hatte. Aber auf 1900m wird es eben gleich kalt, wenn die Sonne untergeht. Habe erste Rückmeldung von Ärzte ohne Grenzen. E sind unter “Alpcross 2011” erst 500 euro eingegangen. Ich weiss zwar schon von mehr Leuten, die gespendet haben, aber dann haben wohl viele das Stichwort vergessen. Also bitte spendet etwas, wenn ihr das noch nicht gemacht habt, dafür quäle ich mich hier schließlich jeden Tag durch die Berge! Danke!!!

Sommer! Ich hofe sehr, er bleibt mir bis Nizza jetzt erhalten! Heute gab es einen herrlichen Auftakt auf den Iseran, was für ein toller Berg! Dann ein ätzendes Talzwischenspiel mit einem Wunder (davon später mehr) und ein unverhoffter Pass, den ich gar nicht auf der Liste hatte und ein schönes Finale auf den Télégraph!

Los gings bei strahlend blauem Himmel in eine herrliche Landschaft, der Iseran ist von hier wirklich ein Berg zum Genießen, nur noch 15km sanft ansteigend und ich hab ihn auch in aller Ruhe ausgekostet! Nur mein Oberschenkelmuskel im rechten Bein tat am Anfang ziemlich weh, aber bei der tollen Aussicht hab ich das bald vergessen!

Vorbei ging es an Wasserfällen und bald konnte man auch schon auf Val d´Isère runterschauen und ganz am Ende sieht man noch ein Zipfel vom Staussee. Kein Wunder, dass man bei dem schönen Pass so glücklich lachen kann!
Das Passschild war viel zu schnell da! Ich hätte noch stundenlang so weiter fahren können! Trotz 2770m war es kein bißchen kalt und man konnte nur mit leichter Windjacke in die Abfahrt starten! Toll! Oben stand, dass dies der höchste Pass Europas wäre, dachte immer Agnel und Bonnette sind höher, aber das sehe ich ja dann. Sonst an die Passexperten, stimmt das?

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Auch die andere Seite des Berges ist wunderschön! Die Abfahrt macht richtig Spass, weil es lange Geraden gibt und man richtig schnell fahren kann. Leider dauerte der Spass nur 16km, dann wurde es richtig flach und ein Gegenwind! Das war eher ein Gegensturm und ich wusste bis zum Télégraph sind es von hier aus noch 60km! Wie soll ich das überleben? Die erste Rettung kam in Form von einem älteren Mann, der aber mit 75 noch so fit war, mir ein bißchen Windschatten zu geben, das tat gut!
Dann stieg die Strasse plötzlich wieder an! Hab ich doch glatt übersehen, dass hier auf dem Weg noch ein Pass liegt und das auch noch der Col de la Madeleine! Also bin ich jetzt doch wieder bei 41 Pässen und wenn ich am letzten Tag noch Kraft habe, werden es sogar noch ein paar mehr. Dann gabs eine schöne Abfahrt und dann wieder Gegenwind!

Und dann das Wunder! Ich habe extra fotografisch festgehalten, wo es passierte! Ganz plötzlich ohne das ich die Richtung gewechselt hätte, einfach so, drehte der Wind um 180 Grad und ich hatte Rückenwind! Gibts sowas????? Das ist doch ein echtes Wunder! Wow da ging es fasst doppelt so schnell!

Und dann eine große Überraschung, Sylvain hat mich plötzlich am Straßenrand mit einem Picknick überrascht und ich dachte, er würde erst am Télégraph auf mich warten. Wow tat das gut. Es gab alles was ich in Frankreich liebe: Baguette mit Ziegenkäse, Himbeertärtchen, Danette! Ich hoffe so vollgefressen werde ich noch den Télégraph hochkommen. Aber da brauchte ich keine Angst zu haben, dieses blöde Tal war noch lang genug zum Verdauen und es gab natürlich auch wieder Gegenwind und ging noch an der Autobahn lang und war megaheiß!

Man war ich froh, das der Télégraph anfing! Und ich war sowas von motiviert! Mir tat auch endlich nichts mehr weh! Und vor mir war ein Engländer, den wollte ich unbedingt kriegen, also bin ich den Berg echt hochgehächtet und habe ihn natürlich 2km vor dem Gipfel bekommen, so macht Radfahren Spass!

Der Télégraph war so schnell vorbei, es geht ja auch nicht wirklich hoch, die Berge in Frankreich, jedenfalls die ich bis jetzt kenne, sind ja auch viel harmloser als in Italien. Na bin mal gespannt auf den Agnel und Bonette, vielleicht sind die ja anders! So jetzt nur noch ne kurze Abfahrt nach Valloire und unter die Dusche!

Bis morgen!

Alpencross Wien-Nizza: 15. Etappe

Mittwoch, August 17th, 2011

Heute ging es von Morgex nach Val d´Isère. Über 83 km und 3246 hm

Heute konnte ich das erste Mal ohne Weste starten. Sonne! Wie man es von Italien erwartet, Juchuuu! Als Erstes gab es den kleinen St. Bernhard, schöner und gottseidank nicht zu steiler Berg, ich hatte nämlich echte Anlaufschwierigkeiten heute, denn der Muskel in meinem rechten Oberschenkel ist ziemlich zu. Danach hinauf nach Val d´Isère hatte ich mein erstes richtig großes Tief dieser Tour, man war ich fertig! Aber dafür nachher umso glücklicher es mal wieder geschafft zu haben!

Oben auf dem Pass gab es auch eine kleine Abwechselung, so ein süßes Passschild findet man selten! Oben befindet sich dann auch die Grenze nach Frankreich und auf der französischen Seite passt die Statue des heiligen Bernhard auf die Passanten auf!

Am Aufstieg nach Tigne ging es mir dann echt richtig schlecht, es gibt ja aber auch nichts zu sehen. Nur nervige Autos. Man war ich froh, den Stausee erreicht zu haben. Von hier wusste ich dann, dass es nicht mehr weit ist und der Ausblick fantastisch ist!

… und dann war es tatsächlich geschafft! Man war ich froh, dieses Schild zu sehen, ich bin wirklich ganz schön müde!

Alpencross Wien-Nizza: 14. Etappe

Dienstag, August 16th, 2011

Von Martigny nach Morgex über 111 km und 3426 hm.

Nein, nicht schon wieder im strömenden Regen starten! Wozu hat Sylvain gestern mein Rad geputzt?

Ich hatte wirklich überhaupt keine Moral aus dem Auto und aufs Rad zu steigen. Aber es hilft ja nichts! Aber dann gab es eine riesige Überraschung und meine Moral war sofort zurück! Wer stand da plötzlich im Regen an der Straße neben Sylvain? Meine Lieblingstante Isabelle ist extra gekommen, um mich mit dem Auto auf den Grand St. Bernhard zu begleiten! Ab da ging alles viel leichter und im Val d´Aoste winkte dann auch strahlende Sonne!

Der große St. Bernhard ist zwar nicht steil, aber ewig lang und man muss durch endlose Galerien und Tunnel. Man war ich froh, als nach 30km endlich die große Straße aufhörte und die meisten Autos im Tunnel verschwanden und endlich der richtige Berg mit Kurven anfing!

Danke der Unterstützung von Isabelle und natürlich auch von Sylvain habe ich den Pass geschafft! Da war aber noch was ziemlich Lustiges unterwegs und erst oben auf dem Pass habe ich es begriffen! Ich habe ziemlich oft einen Herrn mit orangefarbenem Trikot und blauer Satteltasche überholt, aber er hat mich nie überholt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob er nicht einen Schleichweg kennt. Aber oben habe ich dann gesehen, dass da ein Bus mit dem gleichen Logo war, das waren also Verschiedene, die waren mit mehreren. Der Nebel oben war allerdings so dicht, dass man gerade mal 2m weit sehen konnte, da war die kurvenreiche Abfahrt zu gefährlich und Isabelle hat uns erst mal zum Essen eingeladen! Danke dafür.

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Das Essen tat gut und hat aufgewärmt, danach musste ich aber die ersten 5 Kilometer Abfahrt im Auto zurücklegen, weil es einfach zu gefährlich war, man konnte nichts sehen und wird von Autos natürlich auch nicht gesehen! Dann riss es aber plötzlich auf und die Sonne kam durch, sodass ich auf mein Rad zurück konnte! Und unten im Tal war es herrlich warm und die Sonne tat so gut, dass sogar die sonst so verhassten Talkilometer total schnell vorbei gingen und jetzt sitze ich hier auf dem Campingplatz in der Sonne und kann gar nicht glauben, was heute Morgen für ein Wetter war!

Alpencross Wien-Nizza: 13. Etappe

Montag, August 15th, 2011

Innertkirchen – Château d´Oex, 137 km und 1635 hm. Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute in letzte Etappe vor dem Ruhetag!

Die Große Scheidegg war wirklich schön, aber auch schwer, denn langsam tun die Beine doch weh. Am See entlang war es dann auch noch schön, aber dann wurde die Motivation langsam weniger und mir tat mal wieder alles weh und die Kilometer wollten einfach nicht vorbeigehen! Die Große Scheidegg bietet wirklich eine geniale Aussicht auf Gletscher, Felsen und am Wegesrand finden sich kleine idyllische Bäche. Traumhaft zum Radfahren!

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Sobald die autofreie Zone erreicht ist, wird es abenteuerlich. Es dürfen nur Busse fahren, aber Achtung, die haben Vorfahrt und die Straße ist so klein, dass man als Radfahrer nicht am Bus vorbeikommt, man muss absteigen und den Weg freimachen! Die schlimmste und längste Rampe ist gleich am Anfang der autofreien Strecke. Ich hatte schon Sorgen, dass das es bis oben so weiter geht! Man war ich froh ein 32er Ritzel zu haben. Genau in der langen Rampe erwischte ich natürlich auch den ersten Bus. Schon doof, wenn man hier absteigen muss! Oben gibt es dann aber mehrere Kurven und es wird etwas flacher und schließlich war die Große Scheidegg auch geschafft!

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Die Abfahrt auf der kleinen Straße, wo einem auch in jeder Kurve ein Bus entgegenkommen kann, ist wirklich nicht so toll. Am Ende war ich dann auch noch hinter einem Bus, den man ja dann auch nicht überholen kann. Ab Grindelwald ist die Straße dann gottseidank breit genug und man kann die Abfahrt nach Interlaken genießen.
In Interlaken hab ich mich ziemlich verfahren, überall stand nur ein Schild Autobahn nach Spiez, wo man mit dem Rad lang kann, war schwer zu finden. Ab Interlaken geht’s dann erst mal am See entlang, hier ist die Aussicht echt toll nur leider geht der Radweg oft an der Hauptstraße entlang.
Auch später war die Landschaft sehr schön es ging immer leicht wellig, allerdings auch an einer sehr befahrenen Straße entlang. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr, hätte mich gerne einfach in die schöne Sonne gesetzt und die Beine hochgelegt. Aber bis Château d Óex, wo Sylvain mit dem Auto wartete, musste ich noch kommen.

Was war ich froh, das kleine Schloss zu sehen! Endlich runter vom Rad, man war ich müde. Bin im Auto sofort eingeschlafen!

Und jetzt freue ich mich auf Ausschlafen und Füße hochlegen morgen am Ruhetag!