Archive for the ‘Anja Kallenbach’ Category

Alpencross Wien-Nizza: 12. Etappe

Montag, August 15th, 2011

Von Airolo nach Innertkirchen über 97 km und 2762hm.
Was für ein toller Tag! Das lag nicht am tollen Wetter, es war bedeckt und kalt auf den Pässen. Aber an der netten Begleitung und der tollen Landschaft! Außerdem ging es heute nur hoch und runter, kein Meter flach.

Also los ging es heute Morgen mit dem St. Gotthard. Da ich gestern ja noch so weit gefahren bin, ging es gleich los in den Pass! Hier war Sylvain noch mit dem Auto dabei und wir haben viele schöne Fotos gemacht! Zuerst war es noch ziemlich kalt, und obwohl es schon die ersten Kopfsteinpflasterpassagen gab, war der Pass doch wenig spektakulär und ich war fast etwas enttäuscht, aber man muss eben etwas Geduld haben, oben war er aber wunderschön! Gut man wurde etwas durchgerüttelt, aber zum Glück hatte ich die 25 mm Reifen.
Mit jedem Höhenmeter wurde es immer schöner und man ist froh, dass man nicht auf der großen Autostraße fahren musste. Denn auf der alten Straße gab es kaum Verkehr.

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Am Wasserfall und am See ist man dann fast oben und kann das Passfoto am Adler machen! Und hier hat dann Patrick schon auf mich gewartet, der extra aus dem Schwarzwald gekommen ist, um heute mit mir zu fahren. Außerdem ist er später noch mal über den Furka zurück, um noch den Grimsel mit mir fahren zu können! Das war echt supernett! Sylvain ist mit dem Auto vorgefahren, um mit dem Rad entgegenzukommen, nun ich war ja in bester Gesellschaft!

Wenn man nicht alleine fahren muss und was zu erzählen hat, geht der Pass nur so vorbei! Und die Aussicht wurde auch immer schöner! Plötzlich kam jemand von hinten, das war Helmut, extra aus Waldshut zu einer Tour aufgebrochen, um mich zu treffen. Wow was für eine Ehre und so waren wir dann schon zu dritt, der Pass flog nur so vorbei, so viel Spaß hat es gemacht!

Dann ging es los in den Grimsel, der geht nur ganz sanft hoch, aber ich hatte ein kurzes Tief, aber da ich ja nicht alleine war, ging das schnell vorbei. Hier kann man den Gletscher und den Furkapass im Hintergrund sehen. Jetzt kam auch noch Sylvain dazu, der von der anderen Seite den Grimsel hochgekommen ist. Das Passschild war dann viel zu schnell erreicht!

Dann hatte Patrick, der sich hier auskennt noch die glorreiche Idee eine 6 km Stichstraße zum See hochzufahren, weil ich ja heute noch nicht genug Höhenmeter gemacht habe:-) Nein, das war einfach eine geniale Idee. Denn man hat einen unbeschreiblichen Ausblick auf die Stauseen und die Gletscher!

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Dann mussten wir uns aber leider von Patrick verabschieden, der noch über den Furka zurück musste, aber da er bei mir um die Ecke wohnt und wir uns ja jetzt kennengelernt habe, werden wir sicher noch ein paar schöne Touren im Schwarzwald machen. Helmut kam noch mit bis zum Campingplatz und musste dann aber auch noch weiter, aber auch er wohnt nicht weit und wir werden uns sicher auf dem Rad wiedersehen.

Zum Abschluss eines supertollen Tages gab es dann noch die 30 km Abfahrt vom Grimsel mit Abfahrtstraining mit Sylvain! Das hatte ich mal wieder etwas nötig, jetzt geht’s noch schneller:-)

Jetzt sitze ich auf dem Campingplatz “Grimselblick” und lasse den perfekten Tag Revue passieren, so sollte es öfter sein!

Alpencross Wien-Nizza: 11. Etappe

Sonntag, August 14th, 2011

So sollten alle Tage anfangen, Sonne und ein wunderschöner Pass!
Der Wind war noch ziemlich kalt, aber solange es Sonne gibt, wollen wir nicht meckern. Heute ist übrigens Bergfest, was die Zahl der Etappen angeht, das war die 11. Etappe von 21! Gut gefeiert habe ich nicht, dazu war ich viel zu müde. Musste nach dem Ankommen erst mal eine Stunde schlafen, war selbst zu müde zum Essen und das will was heißen! Der Rest des Tages war nämlich Kilometerfressen und Hotel suchen angesagt, einen Campingplatz gibt es hier weit und breit leider nicht.
Los ging es erst mal mit Zelt einpacken, obwohl vorher geübt war es nicht ganz einfach. Endlich auf dem Rad gab’s zum Einrollen ein paar flache Kilometer mit reichlich Gegenwind! Der San Bernadino ist wirklich ein wunderschöner Pass, er steigt ganz sanft an und hat viele Kurven, wenn nicht so ein Gegenwind gewesen wäre, hätte man, glaube ich gar nicht gemerkt, dass es hochgeht!
Und die Aussicht, unglaublich!

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Je weiter man nach oben kommt, desto schöner wird es. Obwohl man denkt, dass es schöner gar nicht geht! Besonders toll ist auch, dass es fast keine Autos gibt, weil die alle durch den Tunnel fahren! Während ich fuhr, dachte ich es wären noch 6km bis zum Gipfel, aber da war ich schon oben! Das war irgendwie fast schade, so schön war es! Und als Überraschung gab es auch noch einen See!

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Die Abfahrt war landschaftlich genauso schön wie der Anstieg, nur mit dem Wind ziemlich kalt. Dann war der schöne Teil des Tages leider vorbei, ich musste jetzt noch ca. 70km durchs Tal. Puh! Das ging einfach nicht vorbei, was für ein Mist! Also eigentlich wollte ich ja nur bis Rodi Fiesso, aber es war einfach nichts zum Schlafen zu finden, ein Campingplatz sowieso nicht! Also musste ich noch bis Airolo durchhalten! Dafür gibt es dann morgen keinen Meter flach! Juchuu! Morgen geht es außer dem St. Gotthard und dem Furka auch noch über den Grimsel, sonst wird die Etappe übermorgen zu lang und außerdem hat sich für morgen Begleitung angekündigt, ich muss also nicht alles alleine fahren!

So jetzt schlafe ich aber schon wieder mit dem Kopf auf der Tastatur ein, man was bin ich heute müde! Bis morgen!

Alpencross Wien-Nizza: 10. Etappe

Donnerstag, August 11th, 2011

10. Etappe von Zernez nach Splügen. 116 km und 2370 hm.
Endlich Sonne in den Speichen! Wenn es auch bei der morgendlichen Abfahrt noch eisigkalt war, war der Rest des Tages genial!

Erst mal eine riesig, lange Abfahrt vom Malojapass, die man sich vorher gar nicht verdient hatte und dann der Splügenpass, mit 32km zwar superlang aber auch superschön! Außerdem war heute der Tag der Seen. Schaut die Fotos, einfach ein Traum!

Endlich Sonne in den Speichen, so macht Radfahren Spaß! Gut der erste Teil an der Hauptstraße mit Gegenwind war wirklich nichts für mich, aber ab St. Moritz bis zum Malojapass wurde es wunderschön mit vielen Seen und auf dieser Seite geht es ja auch gar nicht richtig hoch auf den Pass, so kann man in aller Ruhe die Aussicht genießen.

anja kallenbach, maloja, alpenüberquerung

Vom Malojapass, wo es ja gar nicht richtig hochging, gab es dann erst mal eine 34km lange Abfahrt. Wow hat das Spaß gemacht, mal ohne auf seinem Rad festzufrieren! Aber der Malojapass von der Seite, wo ich runter gefahren bin, muss echt hart sein, da gab’s Rampen! Irgendwann will ich ihn mal von der Seite fahren, aber jetzt warten ja noch genug andere Berge. Nach der langen Abfahrt, waren die ersten Kilometer vom Splügenpass erst mal schwer und ich hatte Schmerzen im rechten Knie, ich hoffe das wird nicht schlimmer! Aber die hatte ich bald vergessen, so schön, wie dieser Pass ist!

Im Stillen habe ich mich bei der Durchfahrt im Wallfahrtsort San Giacomo, für das schöne Wetter bedankt, und hoffe das es bleibt! Die Sonne ließ einen auch die ersten steilen Kurven vergessen!
Dann sollte man aber das Licht einschalten, denn es gibt kilometerlang nur Tunnel und Galerie, das ist echt beeindruckend.

Fasst oben erreicht man einen herrlichen Stausee! Und kann die Aussicht auf den See noch für ein paar weitere Kurven genießen! Das ist wirklich ein Traum! Aber immer wenn man denkt, dass man jetzt wirklich oben ist, gibt es immer noch ein paar Kurven! Trotzdem ist das Passschild irgendwann erreicht!

anja kallenbach, alpenüberquerung

Die Abfahrt war kurz und leider die Aussicht durch einen Bus, der mich nicht vorbeilassen wollte, ein wenig blockiert. Heute ist dann auch das Wetter für Camping, dieser Campingplatz hat sogar Wlan! Und Camping schont die Kasse, aber die letzten Tage war das einfach nicht möglich!

Alpencross Wien-Nizza: 9. Etappe

Mittwoch, August 10th, 2011

Zernez – Zernez über 123 km und 3113 hm.
Heute ging es über den Flüela und Albula und wieder zurück nach Zerne. Weil wir hier so eine tolle Unterkunft hatten und Camping kann man gerade wirklich vergessen, ist das die beste Lösung. Ich muss euch echt sagen, meine Moral ist ziemlich weit unten, das war heute ein schlimmer Tag auf dem Rad. Von der angesagten Sonne war leider fasst nichts zu sehen. Auf dem Flüalapass hat es sogar angefangen zu schneien und nach der Abfahrt war es bis jetzt die schlimmste Kälte der Tour, und da gab’s ja schon einiges. Ich finde ich hätte ein paar Sonnenstrahlen jetzt wirklich verdient!
Also angesagt war heute herrliches Wetter und so habe ich mich auch erst mal angezogen, als ich aber heute Morgen die Nase aus der Tür gesteckt habe, bin ich erst mal zurück und habe mir die Taschen voller Klamotten gepackt! Gut, dass Mavic auch Mädelstrikots mit drei großen Taschen macht, das gibt es sonst kaum und heute habe ich sie wirklich gebraucht. Schon auf dem flachen Stück zum Flüla musste man Handschuhe anziehen, aber ich habe noch felsenfest daran geglaubt, dass die Sonne bald kommt! Die Hoffnung stirbt zuletzt! Der Telemetriesender hat sich heute auch verabschiedet, dem ist das Wetter wohl auch zu extrem. Also gibt es leider im Moment keine Livedaten mehr.

Zunächst hat der Anstieg zum Flüla auch noch Spaß gemacht, es gab so einen Fleckchen blauen Himmel zu sehen. Bald aber schon fing es an zu regnen, und als ich dann kurz vor dem Gipfel auf meine schwarzen Ärmlinge schaute, konnte ich es fasst nicht glauben, das waren keine Regentropfen mehr, das waren Schneeflocken! Bergauf ist es ja nie zu kalt, aber ich dachte schon mit Schrecken an die Abfahrt!
Heute war Sylvain auf dem Rad mit, sodass es leider auch oben keine trockenen Sachen gab. Es blieb nur Zeit für ein schnelles Passfoto und einen kurzen Blick auf den See, dann schnell alles anziehen, was in den Taschen ist und runter aus der Kälte. Mit Schrecken hab ich festgestellt, dass meine Überschuhe leider nicht in den Taschen waren, obwohl ich felsenfest überzeugt war, dass ich sie heute Morgen eingepackt habe! Die Abfahrt war auch wirklich das Schlimmste seit Langem auf dem Rad! Ich habe so gezittert, dass mein armes Rad gar nicht mehr richtig geradeaus rollen konnte und bald schon hatte ich auch kein Gefühl mehr in Händen und Füßen. Es fing auch immer stärker an zu regnen. Puh war ich froh, als ich das Ortschild von Davos sah! Ich habe so gezittert, das an Weiterfahren nicht zu denken war. Erst mal rein ins nächste Café und zwei heiße Kakao getrunken, man tat das gut! Danach musste ich mich aber ganz schön zwingen wieder raus in die Kälte zu gehen. Los ging es dann Richtung Albula, das ist ein langes Flachstück, noch ein kleiner Berg und eine schöne Abfahrt. Und als wir dann den Albula erreichten riss der Himmel auf, wie gut die Sonnenstrahlen taten!

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Der Albula zieht sich erst an steilen Felswänden entlang, wo es ziemlich steile Rampen gibt, dann kommt ein Tal mit vielen Brücken über, die sich der Zug in Serpentinen nach oben schiebt. Nun der war viel schneller als ich, nach der ganzen Kälte war die Moral ziemlich unten und es hat auch viel Kraft gekostet. Ich hatte das Gefühl, dieser Pass hört nie auf! Der Himmel zog sich auch schon wieder zu! Da ist echt toll, wenn man nicht alleine unterwegs ist, wenn die Moral ganz unten ist! Letzte Woche hatte ich das schließlich oft genug!
Über Kopfsteinpflaster und eine letzte Brücke geht es dann rein in die Felsen und dieser Pass hält oben wirklich noch einen moralischen Knock-out bereit. Wenn man oben um die Felsenecke biegt und denkt man ist oben, eröffnet sich noch ein schöner Ausblick auf eine 4km lange Steigung und in unserem Fall noch auf eine schwarze Wolkenwand! Die letzten paar Sonnenstrahlen bis zum Passschild haben wir noch so gut es ging genossen, dann ging es los in die Abfahrt hinein in eine schwarze Regenwand, die uns auch bis Zernez nicht mehr losgelassen hat. Immerhin hat diesmal nicht geschneit! Man war ich froh, als ich unter der heißen Dusche stand. Von der habe ich schon den ganzen Tag geträumt!

Alpencross Wien-Nizza: 8. Etappe

Dienstag, August 9th, 2011

Von Bormio nach Zernez über 73,5 km und 2570 hm.
Heute ging es mal wieder auf den König der Berge. Nicht dass ich schon vergessen hätte, wie er aussieht, war ich doch dieses Jahr schon zweimal oben.

Leider musste ich schon wieder im Regen starten, aber heute war wenigstens kein Schnee angesagt und ich wusste, dass Sylvain oben auf mich wartet und ich mir trockene Sachen anziehen kann. Und dafür habe ich es vor dem nächsten großen Regen nach Zernez geschafft!
Im Regen losfahren ist zwar nicht gerade motivierend, aber der Stelvio ist auch im Regen schön! Schließlich kam sogar kurz die Sonne raus, aber leider nur kurz! Trotzdem hatte ich viel Spaß am Stelvio. Das ist einfach ein wunderschöner Pass!
Die Galerien sind allerdings fies, da sollte man auf jeden Fall ein Licht dabei haben und dann ging es auch wieder in den dichten Nebel.

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Da kann man dann leider kaum noch erkennen, wie viel man schon geschafft hat. Aber wenn man ordentlich rein tritt, kommt man bald über die Wolken! Und die Sonne kommt kurz zurück.
Zur Abwechslung habe ich die alte Straße genommen. Da war etwas weniger Wind. Oben nach dem Kurven war nämlich ein ganz schöner Sturm, der einen gottseidank bergauf blies.
Der Stelvio war so leider viel zu schnell vorbei! Ich war echt froh, dass ich mir oben alles an Klamotten anziehen konnte, was ich dabei hatte. Trotzdem waren die 4 km Abfahrt zum Umbrailpass sehr kalt und wegen der ständigen wechselnden Windböen auch nicht leicht zu fahren!
Über die 200 hm zum Umbrail war ich ganz schön froh, denn das war gut zum Aufwärmen. Dann folgte die Abfahrt vom Umbrail. Schrecklich! Die Straße ist oben so wellig, dass das Rad sofort anfängt zu schlingern, wenn man schnell fahren will und die Hände tuen ziemlich weh und dann kommt ja auch noch das ungeteerte Stück, nein das macht wirklich keinen Spaß, man war ich froh, als ich unten war!
Dann ging es auch gleich in den Ofenpass. Der Anfang geht einfach gerade hoch und ist so wenig motivierend, außerdem fing es schon wieder an zu regnen.
Die Abfahrt ist zwar lang, aber die halbe Zeit geht es nicht richtig runter und dann gibt es auch noch mal einen Anstieg für 4km, da musste ich dann doch noch mal die Jacke ausziehen, es war viel zu warm.

So für heute ist es mal wieder geschafft. Wir wohnen heute in der Pension Ivraina in Zernez, die für Radfahrer besonders zu empfehlen ist. Hier gibt es sogar eine Küche, sodass man sich abends etwas kochen kann und endlich mal genug Nudeln auf dem Teller hat! Wir wollten eigentlich im Touristenlager schlafen, aber wir haben zwei Nächte im Zimmer gesponsert bekommen, vielen Dank für die Unterstützung Herr Pinchera! Sodass wir morgen nach Flüela und Albula auch wieder hierher zurückkommen und die Etappe übermorgen etwas länger ist. Aber so gut würden wir in St. Moritz sicher nicht schlafen.

 

Alpencross Wien-Nizza: 7. Etappe

Montag, August 8th, 2011

Nach dem Ruhetag von Riffian nach Bormio über 159 km und 4793 hm.
Die Königsetappe ist geschafft! Grüße aus Bormio!

Das war wirklich ein langer Tag auf dem Rad, aber wunderschön. Mit Tasche hätte ich das aber glaube ich nicht geschafft. Da ich heute sogar, wegen des angesagten schlechten Wetters, ein Begleitfahrzeug hatte, gibt es viele tolle Fotos! Das Wetter war aber besser als sein Ruf, ich hatte gar kein Regen! Los ging es heute mit dem Gampenpass. Wow, ohne Tasche war das fasst wie fliegen und endlich wieder Wiegetritt! Sylvain meinte schon so, wie ich auf Rad rum hopse, das würde ihn ganz nervös machen, aber die wiedergewonnene Freiheit muss man erst mal ausnutzen!
Durch die Apfelplantagen geht es zum Gampenpass. Anfangs herrschte noch dichter Nebel und eine geschlossene Wolkendecke und ich hoffte sehr von den angesagten Schauern einigermaßen verschont zu bleiben.
Bald schon brach aber die Sonne durch die Wolken, was für ein herrlicher Anblick und sie hat mich auch bis zum Gavia nicht mehr verlassen!

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Nach kurzer Abfahrt stand das Schild: “Passo Tonale 59km”, puh! Das macht 44km durchs Tal, wo es fast immer nur leicht hochgeht. Man ging es mir schlecht! Mir tat furchtbar der Hintern weh, bin immer wieder aufgestanden und ich hatte Schmerzen in der Schulter und fragte mich die ganze Zeit, wie ich so den Tag heute und vor allem noch die nächsten überleben soll!!! Und die Kilometer gingen überhaupt nicht vorbei! Aber alle Sorgen waren völlig unbegründet. Sobald es dann endlich hochging, war bei mir wieder alles bestens! Nur leider wartete oben am Tonale nur ein paar Galerien und dann ein hässlicher Ort. Dafür ist die Abfahrt schön.
Anschließend ging es direkt los zum Gavia. Er war wolkenverhangen und ich hoffte, nur nicht nass werden. Erst geht es durch dichten Wald, dann wird die Straße immer schmaler, sodass kaum ein Auto und ein Rad nebeneinander passen und es ist sehr steil!
Da war ich richtig froh über das 32-Ritzel, auch ohne Tasche lassen sich steile Rampen so viel leichter überstehen, besonders wenn man schon 2 Pässe in den Beinen hat! Und das Roadlite klettert echt super, ich habe heute gar nicht gemerkt, dass das kein leichter Carbonrahmen ist.

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Man hat den Eindruck, man fährt direkt in die Wolken hinein. Und so war es dann auch, teilweise konnte man nur noch einen Meter weit sehen. Wenn man die Wolkendecke passiert hat, kann man einige Kurven weiter runter sehen. Trotzdem wabern plötzlich dichte Wolkenfelder an einem vorbei. Plötzlich taucht der Tunnel in den Wolken auf. So einen Dunklen habe ich noch nie gesehen! Obwohl Sylvain mit dem Auto vorgefahren ist, konnte ich fast nichts erkennen.

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Die letzten Kilometer waren dann doch noch sehr schwer, man muss eben ordentlich beißen, um den Gavia zu schaffen. Oben hab ich dann auch noch 2 Engländer überholt, die mich weiter unten zuerst überholt hatten, das gab noch mal die Moral für die letzten 2 km.
Der Gavia ist ein berühmter Pass des Giro! Man war ich oben froh, dass ich mal alles Anziehen kann, was geht, ohne es vorher hochgetragen zu haben! Das war auch nötig, so kalt wie es war. Wie ein Adler ins Tal zu fliegen, ist erst weiter unten möglich. Zuerst ist die Straße total schmal und sehr schlecht, aber dank der 25mm-Reifen ging es noch relativ gut. Meine nächste Anschaffung für mein Rad! Und jetzt bin ich in Bormio, juchuu sogar für zweit Tage, denn heute Sonntag regnet es in Strömen und am Stelvio ist Schnee, na ich hoffe ich werde dann morgen drüber kommen!

Alpencross Wien-Nizza: Ruhetag

Freitag, August 5th, 2011

Na die innere Uhr funktioniert doch bestens und statt bis Mittag zu schlafen, war ich um sieben Uhr wach. Macht nichts, trotzdem gab es erst mal ein ausgiebiges Frühstück und quatschen mit Georg.

So jetzt lacht bitte nicht aber danach war ich auf Wallfahrt. Hier in Riffian gibt es nämlich eine Wallfahrtskirche zu Ehren den sieben Schmerzen Mariens. Welche das waren, habe ich keine Ahnung. Aber letzte Woche in meinen dunkelsten Stunden auf dem Rad habe ich mir jedenfalls geschworen eine Kerze aufzustellen, wenn ich es bis hier schaffe. Gleichzeitig habe ich um besseres Wetter für die nächsten Wochen gebeten und hoffe, das hilft etwas!

Außerdem gab´s Pizzaessen mit Freunden und den Nachmittag verbringe ich am PC, damit es die Berichte auch in Französisch und Englisch gibt.

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Fazit der ersten Woche:
Die erste Woche war wirklich viel härter als gedacht! Ich habe das Wetter (aber wer denkt schon im August an 7 Grad und Dauerregen) und das Gepäck unterschätzt. Ich hatte wirklich Angst, dass ich am nächsten Tag vielleicht mit Fieber aufwache und aufgeben muss. Auch das alleine Fahren war nicht immer einfach. Um so mehr möchte ich mich für eure tollen Zuschriften im Gästebuch, per Email, SMS und auf Facebook bedanken! Ihr habt mir so sehr geholfen!
Es freut mich sehr, dass ihr gerne meine Blogeinträge lest, denn abends muss man sich oft noch überwinden nach dem Essen nicht gleich einzuschlafen! Ich hoffe auch sehr, dass schon viele Spenden zusammengekommen sind!

Ausblick auf die zweite Woche:
Der Blick auf die Wetterlage macht nicht gerade Mut, aber ich hoffe, dass ich keine Pässe mehr auslassen muss, das wäre wirklich schade! Denn jetzt kommen unheimlich viele Pässe, auf die ich mich sehr freue! Ein Wiedersehen mit dem Gavia, den berühmten St. Gotthard, den ich noch nie gefahren bin … Ich habe allerdings aus der ersten Woche etwas gelernt, ich werde nicht mehr bei jedem Wetter aufs Rad steigen. Dann lieber ein Tag Pause und einen Tag später ankommen, als krank zu werden und aufgeben zu müssen. Die Etappen werden zwar schwerer, morgen gibt es gleich die Königsetappe (mit kleiner Abwandlung Gampen statt Mendel, sind mehr Höhenmeter und weniger flachfahren)
Aber dafür wird auch anderes leichter: Sylvain hat schon eine Woche früher Urlaub als geplant, ich muss also ab morgen kein Gepäck mehr transportieren und bin abends nicht mehr alleine. Dafür gibt es dann abends Camping (Zelt) statt Hotel, um Kosten zu sparen. Vorteil vom Campingkocher ist aber, man kann so viele Nudeln essen, wie man will! Also ich hoffe ihr bleibt mir auch in der zweiten Woche treu!

Liebe Grüße aus Riffian!

Alpencross Wien-Nizza: 6. Etappe

Freitag, August 5th, 2011

Von Mittenwald nach Riffian, 70km und 1700hm.

Ich bin in Riffian!!!!! Ich habe es tatsächlich bis hierher geschafft, da hatte ich diese Woche öfters Zweifel dran! Freue mich so, meine Freunde hier wiederzusehen!

Ja, wettertechnisch gab es ja heute ohne das Würzjoch nur eine kurze Etappe, aber auch der Jaufenpass muss schließlich hochgefahren werden. Als ich heute Morgen aufs Rad stieg, war der Himmel wolkenverhangen und ich hoffte, es trotzdem heute noch mal vor dem Regen zu schaffen. Erst mal musste ich noch bis Sterzing. Da ich von gestern von Lkws die einen fasst, umfahren die Nase voll hatte, hab ich heute den Radweg genommen, denn ich wusste er ist asphaltiert. Hier macht man auch jede Menge Höhenmeter extra, da er durch sie Dörfer am Berg führt. Hier gibt es jede Menge steile Rampen, aber das ist besser als “Talquerfahrt”. So kam der Jaufenpass auch bald schon in Sicht.

Die ersten km des Anstieges liefen super gut! Endlich steht mal eine 8 auf dem Tacho und ich war voll motiviert, schließlich winkt ein Wiedersehen mit Freunden und ein fauler Tag! Und am Anfang gibt es eben auch noch viel zu sehen! Später fährt man dann aber nur noch im dichten Wald. Ein Blick nach oben zeigte nur schwarze Wolken, nein ich will nicht schon wieder nass werden! Die Beine werden langsam schwerer, und weil es ja nichts zu sehen gibt, beschäftigt man sich nur mit den Schmerzen in der Schulter, der Hintern tut weh und der kleine Finger ist eingeschlafen, ihr wisst ja, was einem so alles wehtun kann, wenn man lange auf dem Rad sitzt und zu viel Zeit zum Nachdenken hat!

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Aber ich wusste ja nur oben ankommen und dann winkt eine lange Abfahrt zu meinem kleinen Paradies. Und so lichtet sich irgendwann der Wald und man kann schon zum Gipfel sehen, aber dann wird der Jaufenpass eben auch noch mal viel steiler! Plötzlich flog ein Radfahrer im Wiegetritt an mir vorbei. So was weckt ja immer auf und ich wollte hinterher sprinten, trete voll im Wiegetritt an, und hätte mich mit dem schwankenden Rad fasst auf die Nase gelegt, hatte die Tasche völlig vergessen. Naja dafür war ich jetzt wieder motiviert.

Durch das Tal rauscht man mit Rückenwind nur so durch und dann kommt nur noch am Schluss der Hausberg, eine ca. 500m Rampe mit 16%, aber da war ich schon so glücklich, dass mich das nicht mehr gestört hat und ich konnte endlich meine Freunde hier begrüßen!

Alpencross Wien-Nizza: 5. Etappe

Freitag, August 5th, 2011

Heute die fünfte Etappe von Lienz nach Mittenwald über 130 km und 2120 hm.

Das war ein sehr geteilter Tag, der Anfang auf den Staller Sattel war wunderbar, besonders, wo ich heute mal nicht alleine fahren musste! Dann konnte ich aber wegen Gewitteransage nicht auf den Furkapass, sondern musste das Pustertal langfahren, was echt schrecklich war! Aber notwendig, denn das Gewitter, was hier runter kam, war wirklich eine Sinnflut, aber ich konnte es diesmal mal trocken von innen betrachten.

Aber fangen wir doch mit dem schönen Teil des Tages an. Heute bin ich das erste Mal ohne Halsweh aufgewacht, es war nur noch ein leichtes kratzen übrig. Wunderbar! Allerdings war ich viel zu früh wach, denn jetzt kommt langsam der Hunger. So ist das, wenn man mehr verbrennt als man isst. Denn obwohl ich ja gestern zweimal zu Abend gegessen habe (erst Nudeln und dann noch mal Reisgericht) bin ich heute Morgen um 5 von dem lauten Knurren von meinem eigenen Magen wach geworden und da waren es noch 2 Stunden, bis es Frühstück gab. Ich habe erst mal einen Riegel geopfert, aber das hat gar nichts geholfen, leider auch keine Tankstelle weit und breit. Also konnte ich nur auf 7 Uhr warten, an schlafen war so aber nicht mehr zu denken. Das Frühstück hat dann aber um so besser geschmeckt! Die Sonne schien auch schon!

Erich hat mich direkt mit dem Rad am Hotel abgeholt und auf einer tollen Nebenstraße, die ich alleine nie gefunden hätte, ging es Richtung Staller Sattel. Ist das toll, wenn man mal nicht alleine fahren muss und Erich ist echt den ganzen Pass und noch runter bis Antholz in meinem langsamen Taschentempo mit mir gefahren. Das war echt nett!
Der Staller Sattel ist ein herrlicher Pass, es geht zwar sehr lange, ich glaube es waren über 30 km, bergauf aber nur ganz sanft. Also hatte ich genug Zeit die schöne Landschaft zu schauen und mit Erich zu quatschen, so geht ein Pass fasst viel zu schnell um!

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Die Straße der Abfahrt ist so schmal, dass dort nicht mal ein Auto und ein Fahrrad nebeneinander passen. Deswegen ist sie von jeder Seite jede Stunde nur jeweils 15 min geöffnet. Wir sind 2 min vor den Autos los, aber so konnte man leider nicht anhalten und Fotos machen. Das war wirklich schade, denn die Straße windet sich in vielen Kurven bergab und es gibt eine herrliche Aussicht auf den türkisblauen Antholzer See. Außerdem kam auf den ersten Metern das heiß ersehnte Schild “Italia”! Ich hoffe damit hat das schlechte Wetter endgültig ein Ende! Auf der Abfahrt hat mein Magen schon wieder so angefangen zu knurren, dass klar war nur mit Riegeln wird das heute nichts, also sind wir ins nächste Restaurant und erst mal eine große Portion Spinatspätzle verdrückt. Am Ende der Abfahrt musste ich mich dann von Erich verabschieden und der zweite nicht so tolle Teil des Tages begann.
Übrigens nicht, dass ihr denkt, ich bin Popey und habe gestern zu viel Spinat gegessen, nein 1000 Watt kann ich nicht treten, leider zeigt das SRM seit der ersten Abfahrt vom Großglockner gestern nur noch komische Werte.

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Meine erste Planung nun den Furkapass zu nehmen, habe ich aufgrund der Angaben von meinem Wettermelder (Danke Georg!) ja lieber ändern müssen. Traurig fuhr ich an der Abzeigung vorbei nicht sehr erpicht auf eine “Talquerfahrt” durch das Pustertal. Aber die Erste schwarzen Wolken brauten sich schon zusammen, und wie sich später zeigte, war das sehr weise! Die Fahrt durch das Tal war dann aber noch schlimmer als gedacht. Es wehte ein heftiger Gegenwind das Tal hoch der sich später zu einem richtigen Sturm erhob. Auf der Straße fuhr ein Lkw nach dem anderen und man musste wirklich aufpassen, dass man nicht umgefahren wird. Also war ich heil froh, als ich das Schild zum Radweg sah, denn die Radwege in Südtirol sind normalerweise super. Nicht so dieser, nach 7 km ging er in eine fasst unfahrbare Schotterpiste über, aber 7 km zurück wollte ich jetzt auch nicht. Da war ich mal wieder heilfroh über die 25 mm Reifen.

Die 5 km Schotter bis Bruneck zogen sich entlos und dann hatte ich von Radwegen erst mal genug also wieder auf die Straße und sich gegen Lkws behaupten. Auch nicht so viel besser! Ich dachte dieses Tal nimmt nie ein Ende und die Wolken und der Sturm wurden auch immer schlimmer. Da ich noch keine Unterkunft für heute gebucht hatte, hab ich erst mal Georg angerufen, der hat netterweise im Internet etwas gesucht und schon reserviert, jetzt musste ich es nur noch vor dem Regen dorthin schaffen. Nach dem Abbiegen Richtung Sterzing wurde der Verkehr besser, aber der Sturm schlimmer und die schwarze Wand kam direkt auf mich zu! Ich habe alles gegeben, was noch ging und die ersten dicken Regentropfen vielen schon als ich das Schild “Gasthof Thaler” sah. Gerade als ich mich unter die Markise gerettet habe, ging der Wolkenbruch los. Nach mir die Sinnflut im wahrsten Sinne des Wortes mit Hagel! Puh, Glück gehabt!
Das super Essen mit hausgemachtem Apfelsaft entschädigte dann aber für alles. Dann bin ich schon um zehn tot ins Bett gefallen.

Alpencross Wien-Nizza: 4. Etappe

Dienstag, August 2nd, 2011

Von Saalfelden nach Lienz über 109 km und satte 2663 hm.

Ich bin jetzt ein Großglocknerkönig! Er hat gegen mich verloren!

Die ersten 10km war er noch im Vorteil, aber man muss eben akzeptieren, dass man mit 10kg Gepäck (das sind etwa 1/5 meines Körpergewichts) eben bloß zwischen 6 und 7 km/h fährt. Dann hab ich meinen Rhythmus gefunden und es ging viel besser! Halsweh noch da, aber auch schon viel besser. Und das Wetter ein Traum!

Aber ihr habt recht, also erst mal von vorne. Die ersten km bis Zell am See waren echt ätzend. Das war eine Hauptverkehrsstraße und man musste wirklich aufpassen, dass man von den ganzen Lkws nicht umgeweht wird, also von deren Fahrtwind. Dann ging aber herrlich am See entlang und die Sonne schien, so hätte man ewig weiterfahren können …

Ja und plötzlich war ich dann schon in Bruck an der Großglocknerstraße und wusste bald geht´s los! Bis Futsch rollt es dann aber noch ein gutes Stück und da habe ich dann erst mal meine Flaschen aufgefüllt und einen Riegel gegessen. Dann gabs aber kein zurück mehr, unten steht dann auch ein gleich ein Schild mit den harten Fakten: “Achtung 35km kurvenreiche Straße, 12% Steigung.” Ähm, so genau will man das doch lieber nicht wissen!

Die Straße geht am Anfang auch einfach nur steil geradeaus bergauf, keine Kehre in Sicht zum kurz ausruhen. Ich war ganz schön geschockt, Puls gleich auf 175, mehr als im Schnitt 135Watt waren nicht drin und der Tacho zeigte zwischen 6 und 7 km/h, wie soll man so da hochkommen? Ich hab da echt km für km gekämpft, ab und zu kurz halten um Luft holen. Natürlich wird man von anderen Rennradfahrern überholt, die förmlich vorbeifliegen, bei dem Tempo, was man hat. Nachdem ich mich so ca. 7km hochgekämpft habe, kam ein Parkplatz mit Kiosk und da hab ich angehalten und Fabian mit seinem Vater kennengelernt, die auch mit Gepäck auf dem Weg nach Venedig sind. Erst mal was gegessen und dann mit den beiden weiter und da habe ich gesehen, dass das mit Gepäck eben so ist, dass man langsam ist und das so akzeptieren muss. Von da an ging mit jedem km viel besser, auch weil es jetzt Kehren und eine geniale Aussicht gab.

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Plötzlich waren auch 150 – 200 watt drin und die anderen beiden mussten leider abreißen lassen. Ich hoffe sie sind auch gut in Lienz angekommen. Auch die gefürchtete Hexenküche mit den steilsten Stücken konnte mir nichts mehr ausmachen. Ich habe sogar heute so gut gepackt oder bin jetzt an die Tasche gewöhnt, dass jetzt einige Tritte im Wiegetritt gingen. Also Motivation hatte ich vor mir auch noch 2 Fahrer mit Gepäck, die ich unbedingt einholen wollte, was dann auch problemlos geklappt hat!

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Die letzten 3 km bis zum Futscher Tor gingen dann schnell um, und als ich dort angekommen bin, war ich überglücklich. Man sollte nur nicht den Fehler machen zu denken man wäre dann oben! Denn dann geht es erst mal ca. 4km runter und dann erfolgt erst der finale Anstieg zum Hochtor. Hier hieß es dann noch mal beißen aber mit der Gewissheit, dass es fasst, geschafft ist, gingen die letzten km auch vorbei.
Los ging´s also in die erste richtig lange Passabfahrt und ich muss sagen ich bin echt begeistert von meinem Rad trotz wackliger Tasche lässt es sich nicht aus der Ruhe bringen und fährt einfach superstabil bergab! Einen großen Schreckmoment gab es dann doch noch. In einer Baustelle war plötzlich ein riesen Schlagloch und ich konnte nicht mehr ausweichen. Trotzdem ließ sich das Rad nicht aus der Ruhe bringen und alles schien in Ordnung. Gottseidank war ich gerade schon beim Abbremsen an der nächsten Baustelle, als es plötzlich rums machte und mein Vorderrad sich in die Luft erhob. Die Halterung der Tasche muss sich durch das Schlagloch gelöst haben und als sie nach hinten runter rutsche wurde das ganze Rad nach hinten gezogen, weil sie unten am Gepäckträger noch befestig ist. Ich bin aber irgendwie noch aus den Pedalen gekommen und konnte es abfangen es ist nichts passiert! Puh! So als letzte Herausforderung des Tages stand noch der Iselsberg an. Da geht es noch mal 5 km hoch, gottseidank nicht so steil, aber hart war es trotzdem. Plötzlich geht es ganz leicht und mein Tacho zeigt 2 km/h mehr an. So habe ich Erich aus Lienz kennengelernt, der von hinten kam und mich angeschoben hat. So ging der Rest des Anstiegs mit quatschen schnell vorbei. Und wir waren bald in Lienz und erstmal Nudeln essen.

Dass ich Erich kennengelernt habe, war echt Glück, denn in ganz Lienz schien es keinen Schlafplatz mehr zu geben. Erich und seine Frau als Telefonassistentin haben wirklich alle Leute angerufen, die sie kannten und haben nicht aufgegeben, um noch etwas für mich zu finden. 10000 Dank! So leider sind ab morgen und auch übermorgen wieder Gewitter angesagt. Ich muss also früh los und kann leider nicht die Variante über Furka und Würzjoch nehmen, weil es wirklich viel zu gefährlich ist, sich am Pass vom Gewitter überraschen zu lassen. Also muss ich nach dem Staller Sattel durch das ganze Pustertal durch und versuchen vor dem Gewitter so weit wie möglich zu kommen, um dann übermorgen auch so früh wie möglich am Jaufenpass zu sein. Aber Talfahren statt hoch ist für mich wirklich eine Strafe. Na ich hoffe so bleibe ich aber vor dem Regen verschont, denn davon hatte ich ja echt schon genug! Den nächsten Bericht gibt es leider erst übermorgen, wenn ich gut in Riffian angekommen bin, da ich für Italien kein Internet habe. Bis dann also!