Archive for the ‘Canyon Factory Enduro Team’ Category

The Strive Diaries: Entry 6 – Der kanadische Teufel im Detail

Mittwoch, August 13th, 2014
Ines Thoma in Whistler

Nach Whistler zur 6. Runde der Enduro World Series (EWS) zu kommen, war das reinste Kinderspiel. Zweieinhalb Stunden Flug von Denver nach Vancouver, plus nochmal zwei Stunden Autofahrt ins Gravity-Mekka. Eine wiederum neue Erfahrung für uns.

Das Enduro-Rennen in Whistler wurde letztes Jahr von Pinkbike als „Bestes Rennen des Jahres“ ausgezeichnet. Dementsprechend hoch waren auch in diesem Jahr die Erwartungen. Als die Stages am Mittwoch vor dem Rennen veröffentlicht wurden, erblickte man überall erstaunte Gesichter. Es hat den Anschein als wolle jeder EWS-Veranstalter den Vorherigen in der Härte des Events übertreffen. Und das Crankworx-Personal meinte es ernst: fünf Stages, 60 Kilometer und 2.400 Höhenmeter. Die Wettervorhersage: 33 Grad Celsius.

EWS Round 6 at Crankworx

Dazu sollte man wissen, dass Whistler ist ein klassisches Ein-Tages-Format ist. Das allein war definitiv schon ein anderes Level als Schottland und Valloire zusammen. Zwar durften die Stages zu Fuß erkundet werden, aber unter den Umständen sparte sich fast jeder seine Kräfte für die zwei Tage freies Training und den Renntag auf.

Das Rennen am Sonntag begann eigentlich super für uns. Ludo May zeigte mit einem 8. Platz in der ersten Stage sein Potenzial, Joe Barnes lag auf Platz 4 in Schlagdistanz zum Podium und auch Ines Thoma startete mit Platz 6 absolut im Soll. Steil, staubig lose, aber jede Menge Grip. Das liegt uns!

Ludo May in Whistler

Doch bereits in der Stage 2 sollte sich das Blatt zumindest für unseren Schweizer Ludo leider wenden:
„Ich bin wahrscheinlich einer der Unglücksraben dieses Wochenendes. In der zweiten Stage kam einfach alles zusammen. Aber der Reihe nach: Ich hatte einen kleinen Abflug über den Lenker, eigentlich nichts Schlimmes. Nur flog mein rechter Schuh nicht mit, der blieb im Pedal eingeklickt. Als das Bike dann umfiel, ist die Schnalle am Schuh kaputt gegangen. Die ging dann nicht mehr auf und mit Hängen und Würgen hab ich meinen Fuß wieder reinbekommen. Als ich weiterfahren wollte, sah ich, dass der Vorbau total schief war. Nochmal runter vom Rad und grade richten. Oh Mann…das waren wertvolle Sekunden.“

Zum Glück ließ er sich davon nicht aus dem Konzept bringen und fand in Stage 3 mit einem Run auf dem bekannten „27 Switchbacks“-Trail wieder den Anschluss an das Topfeld. Joes Konstanz zahlte sich wieder mal aus und er lag zwischenzeitlich sogar auf dem 3. Gesamtrang. Auf Stage 4 („Ride – don‘t slide“) erwischte es allerdings auch ihn.

Joe Barnes in Whistler

Joes Eindrücke nach Stage 4:
“Hmmm… das war eigentlich meine Lieblingsstage. Schon im Training hab ich mich hier richtig wohlgefühlt. In der Mitte hab ich dann einen Stock gefangen, der genau in die vorderen Speichen gerutscht ist. Ich musste kurz anhalten, um ihn zu entfernen. Das hat natürlich Sekunden gekostet und der Flow war hin.“

Das Format erlaubte allen Fahrern einen technischen Check zwischen den Stages 4 und 5 und eine bitter nötige Pause, bevor es mit dem Lift zur letzten 25-Minuten-Stage ganz nach oben ging.

View from the top at Whistler

Ines direkt vor Stage 5:
“Eigentlich hatte ich mir nach dem ganzen Training gar keinen Kopf mehr über die Stages gemacht, aber schon nach der ersten Kurve waren die nicht mehr wiederzuerkennen. Wenn da schon 500 Leute im Renntempo vor dir runter sind, dann ist der Trail so ausgebombt – einfach nur schrecklich. Zur Stage 1 konnte ich noch alles pedalieren, aber beim gleichen Anstieg zur 2 waren die Beine schon platt. Für die Stage 5 bräuchte ich jetzt einen neuen Körper, aber das bisschen „Top of the World“ kriegen wir auch noch hin.“

Leider sollte das nicht so ganz funktionieren. Schon im oberen Teil des wohl bekanntesten Trails in Whistler erwischte Ines‘ Hinterrad einen spitzen Stein und die Luft war nicht nur sprichwörtlich raus.

Enduro Racing at EWS Round 6 in Whistler

Ines‘ Resümee nach dem Rennen:
„Ja, mies gelaufen. Erst war‘s nur ein bisschen platt. Als ich‘s gemerkt hab, hab ich versucht frontlastig zu fahren, um das Hinterrad zu entlasten. Irgendwann ging dann aber gar nichts mehr und ich bin nur noch runtergerollt.“

Wir brauchen jetzt erstmal eine Pause und verabschieden uns schweren Herzens vom Crankworx 2014. Ein paar Tage Auszeit können nach dem Trip wirklich nicht schaden. Rennmäßig steht nun eine kleinere Pause ins Haus, ehe es für Joe und Ines Mitte September zur Trans Provence geht. Außerdem sind sechs von sieben Rennen der Enduro World Serie schon geschafft. Bleibt nur noch das Finale in Finale Ligure im Oktober.

Ludo May in Whistler

Ganz untätig sind wir in der Zwischenzeit aber nicht. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr uns auf der Eurobike in Friedrichshafen besuchen: Halle B4 Stand 404. Trefft Fabien Barel, Joe, Ludo und Ines persönlich und ergattert am Publikumstag, Samstag, 30.08.2014, ein handsigniertes Poster.

Ergebnisse des Canyon Factory Enduro Teams beim EWS #6 im Rahmen des Crankworx 2014 in Whistler, Kanada:
Joe Barnes: 9.
Ludo May: 25.
Ines Thoma: 10.

Das Canyon Factory Enduro Team

The Strive Diaries: Entry 5 – Wild West Enduro in Winter Park

Dienstag, Juli 29th, 2014

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller
Nach dem Europa-Block mit Stopps in Schottland, Frankreich und Italien ging es ab nach Übersee. Es war an der Zeit, die zweite Halbzeit der Enduro World Series (EWS) einzuläuten. Zielort: Winter Park, Colorado. Diesmal, wie schon im letzten Jahr, stand ein Rennen im Retorten-Skiort im Herzen der amerikanischen Rocky Mountains auf dem Plan.

Letztes Jahr waren wir sehr kurzfristig angereist und hatten die volle Wucht des Jetlags zu spüren bekommen. Das war uns eine Lektion und daher reisten über eine Woche früher an und schüttelten die acht Stunden Zeitdifferenz vor dem Rennen rechtzeitig ab. Die Höhe in Winter Park stellt jedoch eine weitere Herausforderung dar, die nicht zu verachten ist. Obwohl es aussieht wie im Mittelgebirge, liegt allein die Talstation des „Trestle Bike Parks“ schon auf 2.800 m über dem Meeresspiegel. So hoch hinaus kommen wir oft nicht mal auf den Gipfeln der Alpen… Die Atmung wird schwer und das Herz schlägt selbst in der Nacht fast doppelt so schnell wie üblich. Höhentrainingslager inklusive Wettkampf – der Vorteil sollte klar bei den Locals liegen.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Die bekannten täglichen Gewitter am Nachmittag sorgten für eine neue Besonderheit im Rennformat: die fünfte Runde der EWS wurde in sieben Stages über 3 ½ Tage ausgetragen. Vormittags war Racen angesagt, am Mittag wurden die Stages des nächsten Tages bekannt gegeben und zum Training freigegeben. Lange Tage für das komplette Team, allen voran unsere Mechaniker Marc und Dougie.

Tag eins spielte sich nur im Bike Park ab. Als Enduro-Racer ist man ausgefahrene Parkstrecken mit Doubles, Anliegern und fiesen Bremsewellen nicht so gewohnt. Ein Blick auf die Ergebnislisten sollte das schnell bestätigen. Die Locals kannten alle Strecken aus dem Effeff und platzieren sich vor vielen Favoriten. Joe Barnes war trotzdem sehr zufrieden:

“Letzes Jahr war ich auf der gleichen Stage noch 30. Jetzt als 17. anzukommen ist ein guter Schritt. Die Stage an sich war gut, aber ab der Mitte hat mein Magen nicht mehr mitgespielt. Ganz komisches Gefühl. Dann hab ich noch einen Sprung ziemlich übersprungen. Da war ich auf jeden Fall schneller als im Training. Ich hing dann so halb über dem Bike, wie ein Motocross-Racer. Das war genau da ziemlich perfekt. Danach war ich so geflasht, dass der Rest wie geschmiert lief. Ist schon ganz schön brutal da draußen.“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Der zweite Tag versprach dank des Streckenlayouts mehr Abwechslung und lockte mit bis dato unbekannten und unbefahrenen Wanderwegen abseits des Resorts. Das war leider so gar nicht nach Ludo Mays Geschmack:

“Die Stages 4 und 5 waren ultrakurz, zum Teil sogar weniger als zwei Minuten. Das sind wir so nicht gewohnt. Diese Wanderwege sind sehr staubig und besonders am Anfang ziemlich eng. Eigentlich nicht für‘s Mountainbiken geeignet. Da wird‘s auch mit dem Lenker zwischen den Bäumen ganz schön eng. Dazu ist es auch noch sehr flach – das mag ich überhaupt nicht, ziemlich unsexy. Aber das ist nun mal die amerikanische Interpretation von Enduro. Das haben sie auch diesmal wieder bewiesen und wir hätten es wissen können, bevor wir hierher kamen.“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Gleich zu Beginn des dritten Tages sollte es dann große Aufregung geben. Beim Lauf der Frauen verunglückte eine lokale Racerin leider so schwer, dass die Strecke für den Lauf der Männer gesperrt werden musste. Leider passierte dies erst, nachdem die ersten zehn Männer schon durch waren. Natürlich waren die Zeiten nicht brauchbar und so entschied Chris Ball, der EWS Managing Director, dass alle Männer zu einem Re-Run nochmal hoch müssen. Das sorgte natürlich bei einigen für Unverständnis und brachte den Ablaufplan komplett durcheinander, aus Fair-Play-Sicht war es aber die absolute richtige Entscheidung.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Die Racerin ist stabil und kam flott ins Krankenhaus in Denver. Die 6. Stage musste also zweimal gefahren werden – dass es die Anstrengendste des ganzen Wochenendes war, konnte man sich ja nicht aussuchen. Stage 7 war ähnlich der ersten und alle konnten bergab nochmal kräftig am Gashahn drehen. Am Ende schauten wir mit gemischten Gefühlen auf die Ergebnislisten: Joes wurde Siebter, Ludo landete auf Platz 52 und Ines Thoma belegte einen achtbaren 10. Rang.

Joes Resümee nach dem Rennen fiel positiv aus:
“Das war für mich eigentlich ein Top-Rennen. Viel besser als im letzten Jahr und auch als erwartet. Gut, dass ich konstant an der Spitze bin und eine Stage am Samstag um ein Haar gewonnen hätte. Ich habe mich das ganze Wochenende echt gut gefühlt und bin jetzt ziemlich enttäuscht von der letzten Stage. Mein Run war okay, doch dann sah ich die Zeit – und dachte: Das kann eigentlich nicht wahr sein, so langsam? Aber auch das Timing Back-Up hat‘s bestätigt. Da wären noch zwei Plätze drin gewesen, aber immerhin ist es wieder ein solides Top-Ten-Ergebnis. Jetzt schnell ab nach Whistler!“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Nach einem Tag Ruhe für Mensch und Material geht es in den Flieger nach Vancouver. Check-In: Denver-Vancouver. Whistler, das Bike-Mekka schlechthin, erwartet uns. In nicht mal zwei Wochen gibt‘s die nächsten Strive Diaries.

The Canyon Factory Enduro Team

The Strive Diaries: Entry 3 – Grenzerfahrung in Frankreich

Mittwoch, Juni 25th, 2014
Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Das dritte Rennen, ein neues Land, eine weitere Heimat: während beim letzten Stopp der Enduro World Series (EWS) in Schottland der Heimvorteil klar bei Joe Barnes lag, stand am vergangenen Wochenende erneut ein Heimrennen auf dem Plan. Frankreich ist und bleibt das spirituelle Enduro-Heimatland mit einer Vielzahl an Ridern und Rennen. Der Spot in Valloire am Fuße des berühmten Galibier-Passes hat seit knapp 10 Jahren einen festen Platz im Rennkalender und ist dieses Jahr als französische Benchmark endlich bei der Enduro World Series dabei – absolut verdient, wie sich später zeigen sollte.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Vom rutschigen Sand in Chile, über matschige Wurzeln in Schottland ging es in Frankreich bei der dritten EWS-Runde zum liftunterstützten hochalpinen Highspeed-Geballer, gepaart mit absolut dramatischem Terrain in den technischen Passagen. Dazu kommt die Schwierigkeit des französischen Formats an sich. Die Trails sind bis zum Donnerstagabend vor dem Rennen streng geheim und dürfen dann freitags zu Fuß besichtigt werden. Wenn man am Renntag aber die vollen 100% geben will, ist an ein ausgiebiges Ablaufen gar nicht zu denken. Ein schmaler Grat zwischen Trail Kenntnis und müden Beinen, zumal es die Liftunterstützung erst mit dem Start des offiziellen Rennens gibt. Am Renntag selbst können die Rider dann einen Trainingslauf absolvieren, dicht gefolgt vom ersten „Chrono-Run“ auf Zeit auf derselben Etappe. Wenn eine Stage bis zu 20 Minuten lang ist, ist die Konzentration gleich doppelt gefordert – sich jeden einzelnen Stein zu merken ist eine echte Herausforderung.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Ines Thoma nach dem ersten Trainingsrun:
„Hochalpin, brutal steil und steinige Switchbacks gleich am Anfang und dann ein total schnelles Stück wo‘s einfach nur über eine Wiese geht, aber mit fiesen fetten Steinen links und rechts. Das ist für den Kopf ziemlich tricky. Meine Devise war: Einfach laufen lassen!“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Brutal war hier ein gutes Stichwort. Mit dem ersten Racerun folgten Stürze, Platten und weitere technische Defekte im Minutentakt. Das Ziel war klar: Rider und Bike müssen heil ins Ziel kommen. Denn ein solches französisches Enduro-Rennen mit sechs Stages auf Zeit ist verdammt lang. Zum Glück wählten unsere Rider Ines, Joe und Ludo May ihre Lines weise und sauber und wurden vom Defektteufel verschont.

Die Canyon Crew Mechaniker verpassen den Bikes in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen perfekten Service, doch auch mit frischem Material ließen sich Stürze leider nicht vermeiden. Nach dem komplett sturzfreien Samstag schlug Ines gleich am Sonntagmorgen im ersten Racerun heftig in ein Steinfeld ein und konnte ihre gute Ausgangsposition nicht mehr verteidigen. Das war einer dieser Tage an dem nichts so richtig zusammen laufen will. Joe und Ludo fanden recht schnell ihren Rhythmus und brachten gute Läufe ins Tal. Sie hatten alles gegeben und zur Belohnung konnten sich alle über ein weiteres Top-Ten Ergebnis mit Platz 10 für Joe und einen 16. Rang für Ludo freuen.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Joes Zusammenfassung des Rennens:
„Die Runde in Frankreich war mit vielen Überraschungen gespickt. Die Stages sind anders gesetzt, das Format unterscheidet sich von anderen Orten und auch das Racing selbst. Alle Überraschungen waren kein Problem und ich hatte eine Menge Spaß dabei, mich ihnen zu stellen. Ich hatte das Gefühl über das ganze Wochenende immer schneller zu werden. Der 10. Platz freut mich sehr.“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Nach dem französischen Höllenritt steht jetzt eine kurze Verschnaufpause an, um die müden Knochen und den berüchtigten Armpump auszukurieren. In drei Wochen geht‘s dann zur nächsten Herausforderung ins italienische La Thuile. Die vierte Runde der Enduro World Series steht an… – wir sind gespannt, was die Italiener für uns in petto haben.

The Strive Diaries: Entry 2 – Enduro’s Coming Home!

Mittwoch, Juni 4th, 2014
Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Auch wenn es mittlerweile schon die zweite Saison der Enduro World Serie (EWS) ist, fühlt sich alles doch noch neu an. Das Rennen in Schottland war auch das erste große Rennen ohne Fabien Barel. Er ist noch gefangen in seinem Korsett und drückt uns von zu Hause aus die Daumen. Fab kann es kaum erwarten, wieder voll anzugreifen.

Nach Chile war es wieder eine neue Location und ein – für die meisten von der Canyon Crew – unbekanntes Land, das es zu erobern galt. Doch für Joe Barnes – unseren „Top Chief“ – brachte diese Runde der EWS ein besondere Portion Spannung mit sich. Auf seinem „home turf“ sollte Joe uns und die Konkurrenz noch richtig beeindrucken. Ein typischer schottischer Rider wie Joe weiß natürlich genau, was jeden hier im Rennen erwartet. Klarer Heimvorteil – und so ist kaum verwunderlich, dass er bei den örtlichen Buchmachern als heißer Kandidat für den Sieg geführt wurde.

Mit dicken Jacken, Heizgebläse und jeder Menge Regenhosen angereist, waren wir fast schon enttäuscht, als sich das Wetter von seiner absolut untypischen, schönsten Seite zeigte. Bis auf den verregneten Donnerstag, 29. Mai, wurden wir durchgehend mit Sonne beschenkt. Am zweiten Trainingstag war es eine riesige Schlammschlacht, doch die Stages waren dann zu Beginn des Rennens nahezu komplett abgetrocknet. Blieb also nur das Problem der vielen Wurzeln, engen Bäume und fiesen Steilstufen zu lösen. Last, but not least, war das Rennen mit fast 100 Kilometern und 3000 Höhenmeter auf zwei Tage verteilt absolut kein Pappenstiel.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Unser Lokalmatador Joe zeigte am ersten Tag, dass mit ihm zu rechnen ist und setzte sich als erster Verfolger auf den zweiten Platz im komplett durchgemischten Klassement. Da musste man schon zweimal hinschauen um die eigentlichen Favoriten im Ranking zu finden. Auch Ludo May erwischte einen durchwachsenen ersten Tag und fand sich im Mittelfeld des Klassements wieder.

Ines Thomas Fazit nach dem ersten Renntag, Samstag, 30. Mai:
„Das Rennen ist so brutal fordernd, besonders die Tretpassagen. Man ist total platt und danach geht‘s ganz steil abwärts, dann stehen auch noch überall Bäume, durch die man sich erstmal durchducken muss und ständig Wurzeln, denen man ausweichen muss – das hat mich schon ganz schön geschafft.“

Komplett geschlaucht ging es am Sonntag, 1. Juni, gegen 8:30 Uhr nicht weniger anstrengend weiter. Auf dem zweiten Part rund um das bekannte Trailcenter in Glenntress, konnte Ines ihren fünften Platz vom Vortag auf den flacheren und tretintensiveren Stages verteidigen. Ludo ließ seinen Rhythmus leider weiter in den dunklen Wäldern liegen und musste sich am Ende des Rennens mit Rang 34 begnügen.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Mit Startnummer 10, aber einer nicht optimalen Startposition durch das Seeding in Chile, kam es mit dem Start von Joes Run auf der letzten und längsten Stage des Tages zum Showdown zwischen ihm und dem Führenden Nico Lau. Brachiale Anfeuerungssalven schallten durch die schottischen Wälder als der „Top Chief“ auf die letzten Kilometer der Stage einbog. Gepusht von zahlreichen Zuschauern und Race-Kollegen zeigte die Zeitmessung einen dritten Gesamtrang für Joe. Historisch! Denn es war das erste Podium für einen Briten in der Enduro World Series!

Joe beschreibt sein Highlight des Wochenendes so:
„Nach dem harten ersten Tag war ich am Sonntag ziemlich müde. Dann nahm ich eine Linkskurve einfach perfekt und dachte: ‚Oh yeah, das hat gepasst! So muss es sein!‘ In diesem Moment war mir klar, ich hab die richtige Pace für heute gefunden und der Rest lief wie von selbst.“

Wie schon in Chile haben die Organisatoren der EWS auch mit Schottland den richtigen Riecher gehabt. Das Land zeigte sich von seiner besten Seite mit den warmherzigen Locals, seinen Ridern und Trails. Auch das Rennen hat einen neuen Maßstab in puncto Härte gesetzt. Alle waren sich einig, dass es viel zu tun gibt, um ganz vorne dabei zu sein.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Bleibt am Lenker – wir lassen schon Mitte Juni mit einem besonderen ‚Entry‘ wieder von uns hören!

The Strive Diaries: Entry 1 – Auftakt der Enduro World Series in Chile

Mittwoch, April 23rd, 2014
Fabien Barel // Foto: Jérémie Reuiller

Ein Tagebuch lebt von Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen – den guten wie den weniger guten. Nur die schönen Momente für die Ewigkeit festzuhalten, wird den „Strive Diaries“ nicht gerecht. Das Athletenleben des Canyon Factory Enduro Teams ist voller Höhen und Tiefen, die wir Euch mitteilen möchten. Wir könnten hier also ausnahmslos über die genialen Trails in Chile schreiben, wollen Euch in diesem Eintrag aber auch die Rückschläge nahe bringen.

Unsere Reise nach Chile war ein Trip ins Unbekannte, in vielerlei Hinsicht. Neben den logistischen Unwägbarkeiten hat uns vor allem die wahnsinnig dynamische Mountainbike-Szene überrascht. In Chile wird Enduro mit Hingabe gelebt – davon könnten sich viele europäische Länder eine Scheibe abschneiden. Das südamerikanische Land hatte es auf jeden Fall verdient, den Premierenlauf der Enduro World Series (EWS) 2014 auszurichten.

Das Strive AL – die Abfahrt beginnt bergauf

Um die Zeit in Chile optimal zu nutzen, reisten wir mit einer größeren Crew als üblich an. Die Vorbereitungszeit auf das erste EWS Rennen war mit Trainingseinheiten, Film- und Fotoaufnahmen voll durchgeplant. Auf die Videos und Bilder dürft Ihr gespannt sein. Nachdem die Aufnahmen im Kasten waren, ließen wir uns beim Warm-Up Race „Montenbaik Enduro 2014“ in La Parva auf den ersten Schlagabtausch mit der Szene ein. Die Konkurrenz hatte die letzten Monate ja auch nicht im Winterschlaf verbracht. Fabien Barel fuhr den fünften Platz ein und Ines Thoma schaffte als Dritte sogar den Schritt aufs Treppchen.

Ludo May // Foto: Jérémie Reuiller

Auch Ludo May, unser Schweizer Neuzugang, war nach dem Rennen noch heißer auf die Saison: „Der Trip nach Chile ist der erste mit meinem neuen Team. Es ist toll, die CFET Crew mit Manager und Mechanikern an meiner Seite zu wissen. Ich fühle mich als Teil einer großen Familie! Leider hat mich beim Rennen in La Parva ein kleiner Defekt ausgebremst, aber ich konnte einige gute Stages fahren. Das macht mich sehr zuversichtlich für die Enduro World Series.“

Nach dem Einstand in der „Antigrip-Country“ reisten wir mit Selbstvertrauen fünf Stunden gen Süden nach Nevados de Chillan zum heiß ersehnten Start der EWS. Donnerstag und Freitag standen Trainingstage auf dem Programm. Am Wochenende erwarteten uns zwei Renntage mit je drei Wertungsprüfungen. Wir waren also bestens ausgelastet.

Ines Thoma // Foto: Jérémie Reuiller

Ines beschreibt ihre Aufregung vor dem ersten EWS Rennen so: „Ich denke, dass jeder ein bisschen nervös ist. Irgendwie weiß man noch nicht so richtig, was kommt – obwohl man schon gefühlt 1000 Rennen gefahren ist. Es ist trotzdem was anderes, hier zu sein. Die Strecken sind total geil, das Wetter ist perfekt und drum freu‘ ich mich!“

Schon auf der ersten Stage zeigte sich, dass nicht nur mit den Topfavoriten, sondern auch mit etlichen Newcomern in diesem Jahr zu rechnen sein wird. Bei Fabiens Zieleinlauf stockte allen allerdings der Atem. Was war passiert?

Fabien Barel // Foto: Jérémie Reuiller

Fabien über einen Tag, den er wohl nie vergessen wird: “Ich hätte mir niemals träumen lassen, was am ersten Tag, bei der ersten Stage passiert ist. Ich bin die erste Kurve wie ein 15-jähriger Junge angegangen, bei voller Geschwindigkeit durch den Sand gerippt, gedriftet und dann die Fahrspur entlang gehüpft. Mit blindem Vertrauen dachte ich, mir kann nichts passieren. Diese Aufregung kann ich selbst nach 20 Jahren Rennerfahrung einfach nicht kontrollieren. Auf halber Strecke bin ich dann mit 40 km/h über den Lenker gegangen und kopfüber im Sand gelandet. Dabei stauchte sich mein Rücken in einer Weise, wie er es sicher nicht sollte und ich rutschte fünf Meter Böschung herunter. Nach zehn Minuten war ich wieder zurück auf dem Trail. Ich konnte mich kaum bewegen. Ich schaffte es, wieder auf mein Bike zu steigen und die Ziellinie zu überqueren. Danach ging es ab zum medizinischen Support. Nach einem langen Check entschied ich mich, die zweite Stage anzugehen. Hätte ich das für ein paar Punkte wirklich machen sollen? War das Risiko zu hoch? Soll ich am nächsten Tag überhaupt antreten? Hatte ich mir die erste Runde so vorgestellt? Viele Fragen, die unbeantwortet bleiben werden. Ich war mir nur sicher, dass ich zum Biken hier bin und mein Bestes geben will. Nur weil man stolpert, heißt es ja nicht, dass man liegenbleiben sollte. Mein Motto lautet: Gib niemals auf!“

Profisport bei Canyon

Am Sonntagmorgen stand das endgültige Aus für Fabien dann fest. Keine leichte Entscheidung, aber eine absolut richtige, wie sich bei der medizinischen Untersuchung am gleichen Tag herausstellte: Bruch eines Lendenwirbels. Fabien war um Haaresbreite an einer Querschnittslähmung vorbeigeschrammt. An Biken war erstmal nicht zu denken, darüber war sich das ganze Team einig.

Ludo feierte derweil bei seinem ersten EWS Rennen im Canyon-Jersey mit Platz 13 einen super Einstand. Joe Barnes kam mit gutem Tempo, aber etwas Platten-Pech auf Rang 25 und Ines belegte Platz sechs bei den Damen.

Joe Barnes // Foto: Jérémie Reuiller

Joe beschreibt sein Rennen folgendermaßen: „In der Vorbereitung jagte ein Highlight das nächste. Bei jeder Trainingsrunde hatten wir mehr Spaß in den Hügeln Chiles. Auf der ersten Stage fühlte ich mich auf dem Bike sehr wohl und ging die Sache ruhig an. Anschließend war ich bereit für die physisch anstrengende Stage zwei, die ich mit dem 11. Platz beendete. Soweit, so gut. Mit dem ersten Tag war ich zufrieden und wusste, dass ich am Sonntag noch einen raushauen kann. Der nächste Tag begann mit einem flowigen, schnellen und doch lockeren Trail, den ich voll angehen konnte. Mit einer starken Verbesserung kletterte ich vor der letzten Stage im Ranking nach oben. Diese Stage war dann ganz nach meinem Geschmack, ähnlich den Trails in meiner Heimat Schottland. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen mehr. Nachdem ich eine steinige Passage etwas zu stark genommen hatte, verlor plötzlich mein Vorderreifen Luft. Bald schon war er komplett platt und dabei lag noch die halbe Strecke vor mir. Ich tat alles, was ich konnte, aber musste einige Kollegen passieren lassen und verlor viel Zeit auf die Konkurrenz. Was für eine Enttäuschung! Mit dem 25. Platz habe ich ein paar Punkte ins Ziel gerettet, aber das war nicht mein Anspruch. Ich kann die nächsten Rennen kaum erwarten und muss mir nur merken: Take it easy on the rocks.“

Auf unseren Trip blicken wir nun mit gemischten Gefühlen zurück. Es war alles dabei: totale Begeisterung beim Biken auf den chilenischen Trails, verhaltener Stolz ob der Rennergebnisse bis hin zu dem Schock nach Fabiens schwerem Sturz. Nun machen wir uns auf den weiten Heimweg und werden uns bis zum BIKE Festival in Riva erstmal sammeln. Vielen Dank für die vielen Genesungswünsche für Fabien, die uns bereits erreicht haben. Wir müssen jetzt Geduld haben, bis weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Wir hoffen, dass es unserem „Fab“ bald wieder richtig gut geht.

Mehr über das Canyon Factory Enduro Team

The Strive Diaries: Entry 0 – Trainingslager in Südfrankreich

Freitag, März 28th, 2014
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„Die vergangene Saison hätte für das Canyon Factory Enduro Team (CFET) kaum besser starten können. Am Anfang stand der Gewinn des ersten Enduro World Series Laufs in Punta, ein grandioser Einstieg. Und eine frühe Bestätigung, denn die Marschrichtung, die Spitze des Sports zu erklimmen, war von vornherein klar. Der professionelle Rennsport ist allerdings kein Wunschkonzert. Das wurde uns im Laufe der Saison deutlich und so wechselten sich Freud und Leid, Emotionen und unvergessliche Momente ständig ab.

Nun steht die neue Saison vor der Tür. Zeit für neue Erfahrungen und Erfolge, an denen wir unsere Fans und alle Enduro-Interessierten teilhaben lassen möchten. Dazu rufen wir die „Strive Diaries“ ins Leben, die Möglichkeit bei uns hinter die Kulissen zu blicken und unser Engagement mitzuerleben. Zu jedem Lauf der Enduro World Series und besonderen Ereignissen rund um das Team wird es einen Tagebucheintrag aus verschiedenen Perspektiven geben. Seid gespannt auf das, was uns und Euch in der kommenden Saison erwartet!“ Flo Goral, CFET Team Manager

Das Canyon Factory Enduro Team ist eigentlich eher eine Familie als ein Team. So ist es kaum verwunderlich, dass sich das erste gemeinsame Trainingslager wie ein Familientreffen an Weihnachten anfühlt. Moment, Weihnachten im Frühling? Klar, denn für die neue Saison stand erstmal eine Bescherung mit Teambikes und jeder Menge coolem Stuff auf dem Programm.

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„Am Anfang der Saison ist es meiner Meinung nach unheimlich wichtig zusammenzukommen, um Synergie zu kreieren und den Teamspirit zu stärken, der uns durch das ganze Jahr trägt. Die Rennen sind immer hart, da ist es umso wichtiger, die Stimmung durch tolle, gemeinsame Momente zu stärken. Damit bildet man die Basis. Darauf bauen wir auf, indem wir unsere Erfahrungen austauschen, einander von der persönlichen Vorbereitung berichten und das richtige Bike Set-up finden. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das dabei entsteht, wird uns helfen, unser Team an die Spitze zu führen. Dafür ist ein Trainingslager ja auch da, um sich gegenseitig zu motivieren.“ Fabien Barel, CFET Fahrer

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Den Zeitpunkt des Camps haben wir dieses Jahr bewusst etwas später gewählt, um uns für das anstehende erste Rennen der Enduro World Series (EWS) in Chile den letzten Feinschliff zu holen. So unterschiedlich die Charaktere der Teamfahrer sind, so verschieden ist auch die persönliche Vorbereitung. Letztes Jahr wusste noch keiner so richtig, was in einer Enduro-Saison auf jeden zukommt. Daher konnte das Training in diesem Winter gezielter angegangen werden.

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Joe Barnes hielt sich in den letzten Monaten mit Trailbuilding in heimischen Gefilden fit, spulte jede Menge Sprint-Kilometer auf seinem Rollentrainer ab und belohnte sich anschließend mit einem Trainingslager im sonnigen Madeira. Ines Thoma entdeckte mit „Functional Fitness“ eine neue Vorliebe, verausgabte sich beim für Allgäuer obligatorischen Skilanglauf und fuhr mit ihrem Wohnmobil zu einem Rennrad-Trainingslager in die Toskana. Und wenn es um die perfekte Vorbereitung geht, gibt es wenige, die sich so gewissenhaft vorbereiten wie Fabien, der seinen Fokus diesen Winter auf XC-Biking legte. Last but not least, bereitete sich unser Schweizer Neuzugang Ludo May mit vielen Enduro-Touren in diversen spanischen Trailparadisen auf seine neue Herausforderung im Team vor.

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Wo holt man diese reisefreudige Truppe also am besten zusammen? Nach einer guten Location für die Austragung unseres diesjährigen Trainingslagers mussten wir nicht lange suchen. Die Basis des Canyon Factory Enduro Teams ist natürlich das Canyon.Home in Koblenz, emotional sind wir aber seit jeher eng mit einer Stadt in Südfrankreich verbunden. Also auf nach Nizza, wo wir schon 2013 den Startschuss unseres Teams erfolgreich abgefeuert hatten. Abgesehen davon, dass Nizza natürlich die Heimatstadt unseres Aushängeschilds Fabien Barel ist, so bietet die Côte d‘Azur einfach alles was das Enduro-Herz begehrt.

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„Nizza ist ein großartiger Ort für unser Trainingslager, da es nahezu alles für richtig gutes Enduro-Training bietet. Die Nähe zu Bergen, die wundervolle Landschaft am Fuße der Alpen machen es zur perfekten Location. Wir haben hier extrem viele Trails, die sehr unterschiedlich beschaffen sind. Normalerweise haben wir hier im Winter auch durchgehend gutes Wetter und angenehme Temperaturen. Nicht ohne Grund lebe ich hier. Natürlich weiß ich auch um alle Möglichkeiten und Einrichtungen, wie das richtige Fitnessstudio, Hotels, Massage Angebote – das erleichtert die Organisation und schafft eine familiäre Atomsphäre für das gesamte Team. In Nizza können wir alle innerhalb kurzer Zeit extrem effektiv trainieren.“ Fabien Barel

Ein Schwerpunkt der Woche war natürlich das Kennenlernen der neuen Teambikes. Nicht nur für Fahrer ist die erste Pedalumdrehung mit dem neuen Dienstgerät ein wichtiges Ereignis – auch die Mechaniker können hier außerhalb der heimischen Werkstatt wieder im Fahrerlager-Style Hand an die Bikes legen. Denn der Umgang mit der mobilen Werkstatt will trainiert sein.

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Ein wichtiger Termin war ein zweitägiges Testlager mit unserem Sponsor FOX im nahegelegenen Finale Ligure. Wir verpassten gemeinsam mit den Kollegen unseren Suspension Set-Ups den letzten Feinschliff und jeder Fahrer konnte sich eine gehörige Portion Sicherheit und Vertrauen in das jeweilige Fahrwerk aneignen.

Obwohl wir vom Sonnenschein verwöhnt wurden, erwischten wir auch einen verregneten Tag. Doch der war leicht überbrückt: ausgiebige Bikepflege stand auf dem Programm und eine ordentliche Einheit im Fitnessraum, wo die ersten, spontanen Wettbewerbe ausgetragen wurden. Glückwünsch an dieser Stelle an Joe und Ludo, die Meister des Klimmzugs und der Körperspannung. Der Drang sich mit anderen zu messen liegt eben allen im Blut!

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Wer die ganze Saison auf seinen Enduro-Bikes bestreitet, der freut sich auch mal über Abwechslung und so stand zwischendurch eine ausgewachsene XC-Tour auf dem Trainingsplan. Die Definition von „XC-Tour“ scheint jedoch zwischen den Nationen stark zu variieren. XC bedeutet beispielsweise für Fabien die Stages des letztjährigen Blausasc Enduro mit dem XC-Bike zu fahren, gerne auch mal in entgegengesetzter Richtung. Festzuhalten ist, dass so eine Ausfahrt in die Kategoire „challenging“ eingeordnet werden kann, was dem Spaß aber keinesfalls geschadet hat.

“Es ist sehr cool das gemeinsame Jahr mit einem intensiven XC-Ride zu beginnen, viel zu lachen und eine gute Zeit auf dem Bike zu verbringen – aber die Jungs und Mädels sind echt verrückt. Die greifen immer voll an!“ Fabien Barel

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In einem Trainingslager spielt das Zeitmanagement immer eine entscheidende Rolle und verhält sich ähnlich zu einem Race-Wochenende. Mit minimalem Zeitaufwand müssen wir versuchen das Beste aus den limitierten Trainingstagen herauszukitzeln ohne dabei gestresst zu agieren, geschweige denn die Regeneration zu vernachlässigen. Mit so einer Truppe kommt aber auch der Spaß definitiv nicht zu kurz. So gab es gute Gespräche, man hat eine Menge voneinander gelernt und viel miteinander und scherzhaft übereinander gelacht. Dabei waren sich auch alle einig, dass die Neuzugänge Ludo und Mechaniker Dougie richtig gut ins Team passen.

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Die Ansprüche im Enduro Racing sind enorm. Das haben wir aus 2013 gelernt. Enduro ist eine Mischung aus dem besten aller Disziplinen. Wir fühlten uns zu Ende des Trainingslagers bestens vorbereitet, was Fabien nur bestätigt:
„Meine Erwartungen für die Saison 2014 sind gesetzt: Bereit sein um an der Spitze des Enduro-Sports mitkämpfen zu können. Mit dem Teamspirit, den Teamkollegen, den Mechanikern, der Qualität unserer Bikes und dem Einfluss unserer Entwicklungsabteilung haben wir die besten Voraussetzungen um konkurrenzfähig zu sein. Ich denke, es wird auf jeden Fall eine spannende Saison, und unser Ziel kann es nur sein „on top of the game“ zu sein. Ich bin mir sicher, dass es eine fantastische Saison wird!“ Fabien Barel

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Voll motiviert und heiß auf die Runde zwei im EWS nahmen wir diese Woche Abschied von Nizza und voneinander. Die Zeit bis zum nächsten Zusammentreffen ist jedoch kurz. In weniger als zwei Wochen sehen wir uns im entfernten Chile zum Saisoneinstand wieder. Das nächste große Abenteuer steht bevor – es geht wieder los!

Canyon Jahresrückblick 2013 – Teil 2

Dienstag, Dezember 17th, 2013

Countdown to Christmas – 24 Canyon Momente des Jahres 2013

Der Countdown geht weiter, der dritte Advent liegt bereits hinter uns. Hier stellen wir Euch die Tage 7 bis 13 des Canyon Jahresrückblicks vor.

Wir wünschen Euch weiterhin eine ruhige Vorweihnachtszeit.

Tag 7

Anton Thelander und Thomas Genon // Foto: Markus Greber

Anton Thelander und Thomas Genon – Slopestyle par excellence – Mehr in der Luft als am Boden. Mit ihren neuen Canyon Stitched Prototypen wirbeln die beiden sympathischen Jungs ganz schön Wind in der Szene auf. So belegte Thomas Genon dritten Platz beim FISE World Montpellier Slopestyle Event und den zweiten Rang beim Vienna Air King in Wien. Anton “Cleanlander” Thelander hingegen machte seinem Spitznamen alle Ehre und entschied sowohl den Red Bull Phenom Contest, als auch das Martin Söderström Invitational für sich.

Tag 8

Canyon ist die Nummer 1

Unglaubliches Ergebnis. Wir sind stolz. Verdammt stolz. Danke an alle Leser des TOUR Magazins, des BIKE Magazins und des FREERIDE Magazin. Die Umfrage in allen drei Zeitschriften ergab, dass die meisten von Euch im nächsten Jahr beabsichtigen ein Canyon Rad zu kaufen. Und obendrein sind wir zum Sieger der Leserwahl zur “Besten Komplettradmarke” in der TOUR und in der BIKE gewählt worden. Und haben den zweiten Platz in dieser Kategorie bei der FREERIDE belegt.

Canyon ist die Nummer 1!

Tag 9

Leanda Cave // Sebastian Kuhn / Drehmomente

Triathletin Leanda Cave hatte 2013 auf Kona ein klares Ziel: die Titelverteidigung bei der Ironman-Weltmeisterschaft. Trotz schwieriger Vorbereitung ließ sich die gebürtige Engländerin nicht beirren und hatte außerdem eine besondere Unterstützung im Gepäck. Das neue Speedmax CF trat zum ersten Mal auf Hawaii an und sollte Leanda zum Sieg tragen. Leider kam es anders – aber 2014 will Leanda wieder voll angreifen und übernimmt dann das diesjährige Motto von Joaquim “Purito” Rodríguez: “Back to Nr. 1″. Wir wünschen Ihr viel Erfolg und sind wieder mit von der Partie!

SWIM-CANYON-RUN

Tag 10

Canyon eröffnet Service Center in Norwegen

Bereits seit Jahren beliefern wir den norwegischen Markt. Nun freuen wir uns, die Kundenbetreuung durch ein Service Center vor Ort zu erweitern. Aktuell unterhalten wir bei Canyon Repräsentanzen in 14 europäischen Ländern. Norwegen stößt 2013 als das 15. Land hinzu. Herzlich Willkommen in der Canyon Crew!

Tag 11

CFET-Fahrer Fabien Barel auf der Roc d'Azur

Das Mountainbike-Event der Superlative – Roc d’Azur. 250 Aussteller, 20.000 Teilnehmer und 150.000 Besucher aus 50 Nationen für die sich im Oktober in Südfrankreich alles um das Thema Bike drehte. Natürlich war Canyon als Hauptpartner mit von der Partie und hatte einige Überraschungen parat: von den Canyon Profis, über eine Flotte von mehr als vierzig 2014er Bikes bis hin zum Canyon Bikewash, hilfreichen Mechaniker-Tipps und einem speziell kreiertem Eis in den Canyon Factory Enduro Team- und Topeak-Ergon Racing Team-Farben.

Roc d’Azur

Tag 12

Spectral AL – ein Rad konstruiert für kompromisslose All-Mountain Ansprüche, das mit seiner Vielseitigkeit begeistert. Zur neuen Bike-Saison 2014 stellen wir zum ersten Mal ein Bike auf 27,5” Räder, die einen optimalen Kompromiss zwischen der verspielten Agilität von 26” Laufrädern und souveräner Laufruhe von 29” Walzen bieten.

Tag 13

“Enduro bedeutet manchmal: Augen zu und durch,” sagt Ines Thoma mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Allgäuerin ist die einzige Frau im Canyon Factory Enduro Team. Zusammen mit Joe Barnes und Fabien Barel bringt sie Euch im Video “This is Enduro” ihre Leidenschaft näher. Sechs Minuten, die Ihr nicht verpassen wollt. Viel Spaß!

Schaut auch mal auf unserer Homepage und Facebook vorbei.

Freut Euch auf Teil 3!

Teil 1 des Canyon Jahresrückblicks

Canyon Jahresrückblick 2013 – Teil 1

Freitag, Dezember 6th, 2013

Countdown to Christmas – 24 Canyon Momente des Jahres 2013

Dank Euch, dank unserer Heroes, unserer Partner und der gesamten Bike und Cycling Szene hatten wir 2013 eines unserer erfolgreichsten Jahre. Bis Weihnachten möchten wir darauf zurückblicken und Euch 24 Momente mit unserem Canyon Jahresrückblick näherbringen. Auf unserer Homepage und Facebook haben wir schon losgelegt.

Wir wünschen Euch eine ruhige Vorweihnachtszeit und freuen uns auf 2014 mit Euch.

Tag 1

Enduro World Series #1 - Punta Ala - Fabien Barel gewinnt den Auftakt // Foto: Maxi Dickerhoff

Canyon goes Enduro – Anfang 2013 gründeten wir das Canyon Factory Enduro Team. Unser erstes eigenes Werksteam und gleich der Knaller: Fabien Barel ist mit von der Partie und sorgt beim ersten Showdown der Enduro World Series in Punta Ala für Furore. Erstes Rennen – erster Sieg für das noch junge Team. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Joe Barnes, Ines Thoma, Maxi Dickerhoff und Marco Bühler mischte Fabien 2013 die Enduro Szene auf.

Strive for the podium

Tag 2

Daniel Moreno gewinnt den Flèche Wallonne // Foto: Roth

Flèche Wallonne – aller guten Dinge sind drei – Nach den beeindruckenden Siegen von Philippe Gilbert und Joaquim “Purito” Rodríguez, war nun Dani Moreno an der Reihe. Er machte das Triple für das Aeroad CF perfekt. An der Muur de Huy wuchs er förmlich über sich hinaus und holte sich den Sieg beim Flèche Wallonne. Am gefürchteten, 26 Prozent steilen Schlussanstieg hatte der Spanier die besten Beine und kürte sich dank seines unwiderstehlichen Finishs zum “Eroberer der Muur de Huy”.

Triple-Sieger Aeroad CF

Tag 3

Canyon.Base Robinson Club Mallorca // Foto: Tino Pohlmann

Leih Dir ein Rad in der Canyon.Base im Robinson Club Cala Serena und lerne die wundervolle Landschaft Mallorcas auf dem Rennrad oder Mountainbike kennen. Erfahre zusammen mit unseren Guides die schönsten Wege und Sehenswürdigkeiten oder erkunde die Insel auf eigene Faust.

Canyon.Base Mallorca

Tag 4

Alban Lakata - Leadville 100 Sieger // Foto: RTI-Sports

Unglaublicher Doppelschlag beim Leadville 100 – Alban Lakata und Sally Bigham triumphieren beim Leadville Trail 100 Race im amerikanischen Colorado. Die beiden Topeak-Ergon-Fahrer gewinnen nicht nur das legendärste und härteste Mountainbike Rennen der USA, beide Fahrer setzen auch eine neue Bestzeit auf den 100 Meilen.

Lux CF – Das perfekte Marathon-Racebike

Tag 5

Canyon Urban Concept Bike // Foto: Canyon

Moderne urbane Mobilität im Canyon Stil – Auf der Eurobike stellten wir 2013 das Urban Concept Bike vor. Die zentrale Herausforderung bei der Entwicklung des Bikes bestand darin, unseren hohen Anforderungen hinsichtlich Design, Sportlichkeit und Funktionalität gerecht zu werden. Das Ergebnis: fortschrittliches und klares Design gepaart mit großem Nutzwert – die Freiheit überall und zu jeder Zeit sportlich und sorgenfrei von A nach B zu gelangen.

Canyon Urban Concept Bike

Tag 6

Designpreis der Bundesrepublik Deutschland

Das Speedmax CF – Gewinnt den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in der Kategorie Produktdesign.
“Gutes Design ist uns wichtig. Die Auszeichnung ist für unser Team die schönste Bestätigung für die geleistete Arbeit und motiviert zugleich für zukünftige Projekte. Eine klare Designsprache, die auch unsere Haltung ausdrückt, bietet die Möglichkeit uns klarer zu positionieren. Unsere Kunden schätzen dies”, so Dr.-Ing. Michael Kaiser, Leiter Forschung und Entwicklung/Qualitätsmanagement.


Ab sofort auch die 2014er Speedmax CF Modelle bestellbar – Beat the Street

Freut Euch auf Teil 2!

Letzter Showdown in Finale Ligure

Mittwoch, Oktober 23rd, 2013

Schweiß, (Freuden-)Tränen und eine erlebnisreiche Zeit – nach rund zehn Monaten geht die erste Saison des Canyon Factory Enduro Teams (CFET) zu Ende. Sechs Monate sind vergangen, seitdem das Team dank Frontmann Fabien Barel seinen historischen Sieg beim Auftaktrennen der ersten Enduro World Series (EWS) in Punta Ala (ITA) feiern konnte. Am vergangenen Wochenende versammelten sich alle Fahrer im italienischen Finale Ligure zum letzten Mal für dieses Jahr, um beim großen Finale der EWS nochmals mit voller Leidenschaft und gebündelten Kräften das Ende einer bewegten Saison zu zelebrieren. Dabei spielte besonders eine Zahl eine ganz entscheidende Rolle: die 3. Mit der Startnummer 3 ging Fabien Barel in Finale an den Start, landete auf Platz 3 und sicherte sich damit ebenfalls den 3. Platz im endgültigen EWS „Overall Men“ Gesamtranking. Einen hervorragenden 3. Platz im EWS „Overall Team“ Gesamtranking gab es auch für das Canyon Factory Enduro Team. Zwei Podiumsplätze in der finalen EWS-Wertung nach der ersten Saison – wenn das mal kein Traumstart für das junge Team ist!

Canyon Factory Enduro Team 3rd Overall EWS

Während die EWS-Gesamtsieger bereits nach Runde 6 im französischen Val d´Isere feststanden, wurde es für Ines Thoma und Fabien Barel zum Ende der Saison noch einmal richtig spannend. Die sympathische, ehrgeizige Allgäuerin lieferte sich bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Niederländerin Anneke Beerten um den vierten Gesamtrang. Diesen Platz zu sichern war das erklärte, jedoch nicht gerade einfache Ziel von Ines Thoma. Und auch Fabien Barel musste sich trotz seines phänomenalen Auftaktsiegs in Punta Ala nochmals voll ins Zeug legen, um sich im Gesamtranking Platz 3 zu sichern.

Schon im Training zeichnete sich ab, dass dieses letzte Rennen den fahrtechnisch starken Fahrern des Canyon Factory Enduro Teams bestens liegen dürfte. Die teils tiefstaubigen Strecken waren gespickt mit allerlei tückischen Steinfeldern, Absätzen und gnadenlosen Downhill-Passagen. Was dem Team in der Theorie zugutekommen sollte, entpuppte sich im Rennen jedoch als große Herausforderung. In den ersten beiden Stages waren die Fahrer Joe Barnes, Maxi Dickerhoff und Marco Bühler wie vom Pech verfolgt, welches sie erst im dritten Abschnitt abschütteln konnten. Diese schnelle, jedoch sehr enge Passage führte die Fahrer durch ein kaum einsehbares Dickicht aus mediterraner Macchie. Die schnellen Richtungswechsel, die engen Switchbacks und der lose Untergrund forderten den Fahrern höchste Konzentration und fahrtechnische Finesse ab. Alle vier im Rennen verbliebenen CFET-Fahrer meisterten die Wertungsprüfung mit erstklassigen Zeiten.

Fabien Barel // Foto: Maxi Dickerhoff

Leider musste das auf zwei Tage und insgesamt sechs Stages angesetzte Rennen nach der dritten vorzeitig abgebrochen werden. Aufgrund eines schweren und tragischen Sturzes entschied die Rennleitung, die letzte der vier für Samstag angesetzten Wertungsprüfungen aus dem Rennen zu nehmen. Für das Team war somit ausreichend Zeit sich zu sammeln, frische Kräfte zu tanken und sich eingehend auf den nächsten, alles entscheidenden Renntag vorzubereiten.

Die am Vorabend erarbeiteten Taktiken erwiesen sich am Tag des großen Finales als sehr treffend. Der Tag begann ebenso gut wie er auf Stage 3 geendet hatte. Ines, Fabien, Joe und Marco gelang es erneut, ihre Klasse unter Beweis zu stellen – auch wenn ein gutes Gesamtergebnis für Joe und Marco aufgrund des bitteren Zeitverlusts vom Vortag kaum noch möglich war.

Joe Barnes // Foto: Maxi Dickerhoff

Die letzten beiden Passagen waren gesäumt von Zuschauern, die das Rennen, wie im Radsport begeisterten Italien üblich, von Stage zu Stage mit dem Auto verfolgten und an die spannendsten Schlüsselstellen pilgerten, um ihren Idolen vom Streckenrad zuzujubeln. Erstmals nach dem jüngst angelaufenen Verkauf des CFET-Fantrikots sah man nun auch die Fans des Teams in eben jener Kluft am Streckenrand. Nicht zuletzt dieser motivierende Zuspruch dürfte wohl auch dafür gesorgt haben, dass Fabien Barel und Ines Thoma ihre anfangs gesteckten Ziele erreichten.

Gleich fünf Mal wurde Fabien Barel am späten Sonntagabend auf das Podium zitiert. Angefangen bei seinem zweiten Platz in der Kategorie Ü30 in der SuperEnduro-Wertung über seinen dritten Platz in der SuperEnduro-Wertung der Herren bis hin zu den drei entscheidenden dritten Plätzen in den Wertungen EWS #7 Men, EWS Overall Men und EWS Overall Team. Auch wenn die beiden vierten Plätze von Ines Thoma in den Wertungen EWS #7 Women und EWS Overall Women nicht einzeln geehrt wurden, so wurde ihr und ihren Team-Kollegen mit der Team-Wertung dennoch die Ehre zuteil, das Podium zu betreten.

Mit diesem hervorragendem Ergebnis beendet das Canyon Factory Enduro Team seine erste Saison und freut sich, in dieser ersten EWS-Saison von Anfang an Weltklasse-Niveau präsentiert zu haben. CFET-Teammanager Flo Goral resümiert: „Das war eine äußerst spannende erste Saison für uns, bei der wir alle viel lernen konnten. Fabien Barel, Joe Barnes, Maxi Dickerhoff, Ines Thoma und Marco Bühler sind zu einem perfekt eingespielten Team zusammengewachsen. Sie haben hart an sich gearbeitet und die ersten Früchte konnten wir bereits ernten. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten Saison und freuen uns schon auf das nächste Jahr!“

Nun darf das Team erst einmal in die wohlverdiente Winterpause gehen und sich von den Strapazen erholen. Wer bis dahin noch einmal in die Welt des Canyon Factory Enduro Teams eintauchen möchte, sollte sich den Clip „This is Enduro“ nicht entgehen lassen. Dieser dokumentiert das Team beim fünften EWS-Stopp in Whistler und zeigt die besonderen Herausforderungen des Rennalltags.

Tretstark: Canyon Fahrerinnen gelingt Gold-Triple

Mittwoch, September 18th, 2013

Ob Enduro oder Cross Country – mit unseren Damen haben wir ein paar heiße Eisen im Feuer. Gleich drei Fahrerinnen erkämpften sich am vergangenen Wochenende in ihren Paradedisziplinen jeweils die Podiumsspitze. Ines Thomas vom Canyon Factory Enduro Team verwies bei der ersten Ischgl Overmountain Challenge 2013 in Österreich ihre Mitstreiterinnen auf die Plätze und gilt mit diesem Sieg als inoffizielle Enduro-Europameisterin. Irina Kalentieva vom Topeak-Ergon Racing Team feierte in Hafjell / Norwegen beim letzten Cross-Country-Rennen des UCI MTB World Cups in dieser Saison den achten Weltcup-Triumph ihrer Karriere. Ihre talentierte Cross-Country-Kollegin Malene Degn aus Dänemark holte sich in der Kategorie Women Juniors ebenfalls Gold auf ihrem Canyon Bike.

Ines Thoma // Foto: Christoph Bayer

Die erste Ischgl Overmountain Challenge im bekannten Tiroler Ski-Ort Ischgl fand unter dem Slogan „European Enduro Open” statt – galt es doch als Testrennen und damit Generalprobe zur Enduro Europameisterschaft im kommenden Jahr. Bei geradezu winterlichen Bedingungen und abenteuerlichen Wetterverhältnissen starteten rund 250 Fahrer, darunter 17 Frauen, um die schnellsten Enduristen Europas zu „erfahren“. Aufgrund von Neuschnee musste die Rennstrecke drastisch verkürzt werden, wovon sich Ines Thomas jedoch nicht weiter beeindrucken ließ. Schon beim Prolog setzte sie mit drei Sekunden Vorsprung eine erste Hausnummer und baute diesen auf ihrem Nerve CF weiter aus: mit vier von fünf gewonnenen Stages lässt sich zu Recht sagen, dass die Ischgl Overmountain Challenge absolut Ines‘ Rennen war. Besonders in den tretstarken Stages 2 und 4 konnte Ines ihr physisches Potenzial einsetzen und schaffte damit die Basis für ihren Sieg. Am Ende lag die Enduro-Spezialistin mit einer Zeit von 25:38,59 Min und sagenhaften 2:22 Minuten Vorsprung vor der Französin Pauline Dieffenthaler (28:01,16 Min). Nicht unerwähnt bleiben sollten an dieser Stelle auch die hervorragenden Platzierungen von Ines‘ Teamkollegen Marco Bühler (9. Platz) und Maxi Dickerhoff (11. Platz).

Irina Kalentieva // Foto: Gregor Janas

Weniger frostige Temperaturen herrschten im norwegischen Hafjell, als Irina Kalentieva beim sechsten Cross-Country-Rennen des UCI MTB World Cups auf ihrem Canyon Bike an den Start ging. Bei diesem letzten World Cup der Saison zeigte die 35-jährige Topeak-Ergon Racing Teamfahrerin mit dem achten Weltcup-Sieg ihrer Karriere, dass sie sich keineswegs hinter den „jungen Wilden” verstecken muss. Drei lange Jahre musste die Russin auf diesen Moment warten – oder besser gesagt hart darauf hinarbeiten. Die zweifache Weltmeisterin kämpfte sich von Startplatz 17 Runde um Runde nach vorne, bis sie sich mit Julie Bresset (FRA) und Eva Lechner (ITA) einen spannenden Kampf lieferte und nach 1:25:34 Stunden als Erste die Ziellinie erreichte. Dementsprechend groß war die Erleichterung hinterher: „Das tut so gut”, verriet Irina mit Tränen in den Augen, „besonders nach dem Pech der letzten Jahre. Ich habe mich nach dem vierten Platz bei der WM ganz stark auf dieses Rennen fokussiert. Schon in Südafrika fühlte ich mich richtig stark und jetzt hat es endlich geklappt.”

Nadine Rieder // Foto: Gregor Janas

Ebenso konnte Irinas Teamkollegin Nadine Rieder mit ihrer Vorstellung mehr als zufrieden sein. Nachdem die 24-jährige Sonthoferin bereits am vergangenen Donnerstag im Eliminator-Sprint Sechste wurde, sorgte sie mit Platz 23 für das beste World-Cup-Ergebnis ihrer noch am Anfang stehenden Karriere.

Malene Degn // Foto: Thomas N. Nyhus

Eine ebenfalls beachtliche Leistung legte die Dänin Malene Degn in Norwegen hin: sie fuhr in Hafjell beim UCI MTB World Cup in der Kategorie Cross Country Women Juniors mit ihrem Canyon aufs Treppchen. Mit einer Zeit von 1:04:54 und somit einem 20-Sekunden-Vorsprung schnappte sie sich vor Meda Petrusaukaite (LTU) die Goldmedaille. Vergessen die Enttäuschung von Pietermaritzburg, wo sie nur 100 Meter nach dem Start durch eine Mitstreiterin gestreift wurde und damit vorzeitig das Rennen beenden musste.

Wer es unseren Canyon Erfolgsathletinnen gleich tun will, kann sich schon jetzt mit einem 2014er Canyon Bike eindecken und fleißig trainieren. Beispielsweise findet in dieser Woche vom 19. bis 22. September das BIKE Women Camp in Kaltern (ITA) statt. Nähere Infos gibt es hier.