Und ewig lockt der Mythos Hawaii

Countdown zur Ironman-Weltmeisterschaft läuft – Leanda Cave will ihren Titel verteidigen

Ironman Hawaii

Kona – vier Buchstaben, ein Mythos. An den meisten der 365 Tage im Jahr geht es hier beschaulich zu. Ab und zu liegen Kreuzfahrtschiffe in der Bucht des kleinen Städtchens auf Big Island. Monströs, Urlauber ausspuckende Ungetüme, die sich langsam beim Landgang durch Kailua-Kona schieben. Aber sobald die Verrückten kommen, sind die Kreuzfahrer verschwunden: die Triathleten. Wer sich qualifiziert, plündert sein Konto und steigt ins Flugzeug nach Hawaii. Aus Europa einmal um die Welt, selbst vom nächstgelegenen Flughafen auf dem US-Festland ist es ewig weit hinaus in den Pazifik, mehr als fünf Stunden ist San Francisco entfernt.

Die Rennwoche in Kona hat begonnen, und es wird immer voller rund um den kleinen Pier in Kailua-Kona. Die letzten fünf Tage vor dem härtesten Tag des Jahres laufen, jeder Morgen am Pier, jeder Tag auf der Radstrecke, jede Minute auf dem Alii Drive ist ein Event für sich. Kona ist bevölkert mit austrainierten Athleten, schmalen Muskelmännern und -mädels, die den letzten Feinschliff vornehmen für den 12. Oktober 2013. Es ist der Tag X des Jahres – und dies ist überall zu spüren. Manche sind derart heiß auf das Rennen, dass sie bereits im Training so wirken, als ginge es hier um alles.

Kaum ist Sonne über den Mount Hualalai gezogen, kaum flutet das sanfte Morgenlicht gegen 6 Uhr die Bucht, tummeln sich zu Füßen des einst nach dem hawaiianischen König King Kamehameha benannten Rennhotels am Pier die Menschen. Die Einheimischen grinsen nicht, wenn sie die schrägen Triathleten schon frühmorgens durchs Wasser pflügen sehen – es ist eher Ehrfurcht, die das Treiben begleitet. Zuschauer sitzen auf der Mauer am Pier und blicken fröhlich aufs Wasser hinaus. Weit draußen auf dem Ozean toben Delfine, vorne in der Bucht Sportler. „Caution – IRONMAN athletes in training“, dieser Spruch, der entlang der Radstrecke auf dem Queen K-Highway auf große Schilder geschrieben steht, gilt für die gesamte Stadt. Mitten im wuseligen Verkehr donnern auch jede Menge Canyon-Bikes über den Kurs, um die Muskulatur in Form zu halten für den Saisonhöhepunkt. Von der Koblenzer Lokalmatadorin Nina Keul, über den niederländischen Mitfavoriten Bas Diederen, der im Sommer Platz drei bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt feiern konnte, bis hin zur britischen Titelverteidigerin und Favoritin Leanda Cave sind hier alle unterwegs. Es ist die wichtigste Woche des Jahres, egal ob Agegrouper oder Profi.

Der Ironman Hawaii zieht eben an. Es gibt außer der Tour der France und dem Superbowl wahrscheinlich keine jährliche Sportveranstaltung, die so bekannt ist wie dieser Event. Jeder weiß, dass der Ironman Hawaii etwas Einzigartiges ist – auch diejenigen Menschen, die fest daran glauben, dass Schießen eine Disziplin des Triathlons ist. Der Ironman-Mythos fasziniert die Menschheit seit 35 Jahren, als sich 1978 15 irgendwie abseits der normalen Welt stehender Männer am Strand von Honolulu ins Wasser geschmissen haben – 12 davon erreichten das Ziel. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen – diese ursprüngliche Distanz ist geblieben, mit ihr hat sich ein Mythos entwickelt. Jahr für Jahr ist dies der ultimative Sportwettkampf, das härteste Eintagesrennen der Welt.

Canyon ist mit seinem Speedmax CF aussichtsreich vertreten. Das Rad ist leicht genug für einen schnellen Anstieg hinauf nach Hawi, aerodynamisch bestens geeignet, um in den rolling hills der Strecke schnell voranzukommen und so seitensteif, dass es selbst bei den gefürchteten Mumuku-Fallwinden eine gute Figur macht. Außerdem hat Canyon eine gute Tradition beim Ironman Hawaii, die „Zäck attack“ des Canyon-Botschafters Jürgen Zäck ist auf Big Island legendär.

Auf der harten Radstrecke, auf diesem erbarmungslosen Kurs müssen sich alle der mehr als 1800 Athleten beweisen, die sich in einem der weltweiten Qualifikationsrennen ihren Startplatz für die Weltmeisterschaft gesichert haben. Von Vorjahressiegerin Leanda Cave bis zum ältesten Athleten im feld, dem 81 Jahre alten Japaner Inada Hiromu. Die Athleten sind gespannt, was ihnen der 12. Oktober bringen wird. In den Tagen vor dem Rennen schwankt die Stimmung am Pier zwischen einem fröhlichen Volksfest und dem Abtasten zweier Boxer im Ring. Für einige Tage ist Kailua-Kona der Mittelpunkt der Triathlon-Welt, das Mekka eines einzigartigen Sports. Ganz klar: Die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen haben hier für ein paar Tage Ausgangsverbot.

Aktuelle Bilder und Informationen findet ihr auf unserer Facebook Seite.

Sag uns Deine Meinung

Kommentare