Leandas Devise beim Ironman Hawaii: Nicht verstecken, voll attackieren

Leanda Caves Traum von der Titelverteidigung beim Ironman Hawaii ist nicht aufgegangen – aber sie hat sich in den Lavafeldern von Big Island als wahrer Champion gezeigt. Die Titelverteidigerin schwamm vom Start weg an der Spitze des Rennens. „Ich habe alles auf das Schwimmen und Radfahren gesetzt“, erklärte sie später. Die 35-Jährige hatte im Vorfeld des Ironman mit dem Canyon-Team in Kailua-Kona ein optimales Setup für ihr Speedmax CF gefunden und wusste, dass sie mit diesem Rad wieder zum Titel fahren könnte. Im Wasser bestimmte sie gemeinsam mit den beiden US-Amerikanerinnen Haley Chura und Amanda Stevens das Tempo. Stevens hält den offiziellen Schwimmrekord im Ironman, Chura ist eine ehemalige Spitzenschwimmerin – und Leanda hielt von Beginn an dagegen. Erst kurz vor dem Ende der 3,86 Kilometer langen Schwimmstrecke durch die Bucht von Kailua setzte sich Chura leicht ab. Sie kam in 53:55 Minuten aus dem Wasser, neun Sekunden später führte Leanda die Verfolgerinnen in die Wechselzone.

An der Spitze durch die Lava
Auf ihrem Speedmax CF gehörte Leanda in der topbesetzten Spitzengruppe lange zu den stärksten Fahrerinnen. Ihr schwarz-weiß-rotes Canyon-Bike mit den Weltmeisterstreifen flog mit leichtem Rückenwind und hohem Tempo durch die Lavawüste von Big Island. „Das Radfahren hat meine Erwartungen noch übertroffen“, sagte Leanda. Das Speedmax CF rollte perfekt, und als nach rund 140 Kilometern Leandas Landsfrau Rachel Joyce auf dem Rückweg vom Wendepunkt in Hawi attackierte, blieb die Titelverteidigerin völlig souverän. Sie kontrollierte den Abstand nach vorne und versuchte, in dieser wichtigen Phase im Gegenwind nicht zu überpacen. Erst auf den letzten 25 Kilometern wurde der Rückstand etwas größer. „Ich habe das beste Rennen gemacht, das ich machen konnte“, sagte Leanda später. Sie versteckte sich nicht und taktierte, sondern verteidigte ihren Titel mit offenem Visier. In 4:58:54 Stunden legte sie auf der 180,2 Kilometer langen Radstrecke eine herausragende Zeit vor. „Aber dafür habe ich auch den Preis gezahlt”, sagte sie später – nach dem Marathon, der zum Ausscheidungslauf wurde. Die Australierin Mirinda Carfrae, die weltbeste Läuferin im Ironman, drängelte von hinten, vorne zog Rachel Joyce das Tempo hoch und mit ihr Leanda, die als Fünfte ins Lauffinale gestartet war. „Aber ich bin in Einzelteile zerfallen“, sagte sie nach ihrer Laufzeit von 3:27:38 Stunden. „Es war ein sehr emotionaler und schmerzhafter Zieleinlauf für mich – ich war noch nie so erleichtert, die Ziellinie zu sehen.“ In 9:25:07 Stunden kam Leanda als Zwölfte ins Ziel und sagte: „Danke für all die Unterstützung, die ich heute da draußen hatte. Ich kann es nicht erwarten, Form fürs nächste Jahr aufzubauen.“ Leanda wird nächstes Jahr wieder voll angreifen, gratulierte aber erst einmal den drei Erstplatzierten Mirinda Carfrae, Rachel Joyce und Liz Blatchford aus Großbritannien herzlich.

Canyon-Youngster schlägt voll ein
Einen herzlichen Glückwunsch hat sich in Kona auch Canyon-Youngster Michael Rünz verdient. Der 26-jährige Koblenzer feierte eine grandiose Ironman-Premiere, nachdem er sich bei der Ironman-70.3-Europameisterschaft in Wiesbaden auf der halben Streckenlänge für Kona qualifiziert hatte. Er benötigte 1:01:22 Stunden im Wasser, 4:45:56 Stunden auf seinem Speedmax CF und lief in 2:58:46 Stunden einen super Marathon. „Ich möchte den Jungs von Canyon ganz herzlich danken“, sagte er nach seinem Zieleinlauf in 8:55:17 Stunden als 13. von mehr als 2000 Altersklassenathleten, „mein Rad lief sensationell, das neue Speedmax CF hier in Kona fahren zu können, hat mir eine extra Motivation gegeben.“ In der Altersklasse 25 bis 29 belegte Michael bei seinem Hawaii-Debüt gleich Platz vier – und will wiederkommen und neu angreifen. Von den 18 Canyon Speedmax-Bikes im Rennen war auch das von Nina Keul richtig schnell unterwegs. In 5:20:37 Stunden fuhr Nina mit ihrem Canyon über den Kurs, dazu schwamm sie 1:08:20 Stunden und lief 3:54:23 Stunden. Nina wurde in 10:29:05 Stunden 92. in der Gesamtwertung der Altersklassenfrauen.

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