Letzter Showdown in Finale Ligure

Schweiß, (Freuden-)Tränen und eine erlebnisreiche Zeit – nach rund zehn Monaten geht die erste Saison des Canyon Factory Enduro Teams (CFET) zu Ende. Sechs Monate sind vergangen, seitdem das Team dank Frontmann Fabien Barel seinen historischen Sieg beim Auftaktrennen der ersten Enduro World Series (EWS) in Punta Ala (ITA) feiern konnte. Am vergangenen Wochenende versammelten sich alle Fahrer im italienischen Finale Ligure zum letzten Mal für dieses Jahr, um beim großen Finale der EWS nochmals mit voller Leidenschaft und gebündelten Kräften das Ende einer bewegten Saison zu zelebrieren. Dabei spielte besonders eine Zahl eine ganz entscheidende Rolle: die 3. Mit der Startnummer 3 ging Fabien Barel in Finale an den Start, landete auf Platz 3 und sicherte sich damit ebenfalls den 3. Platz im endgültigen EWS „Overall Men“ Gesamtranking. Einen hervorragenden 3. Platz im EWS „Overall Team“ Gesamtranking gab es auch für das Canyon Factory Enduro Team. Zwei Podiumsplätze in der finalen EWS-Wertung nach der ersten Saison – wenn das mal kein Traumstart für das junge Team ist!

Canyon Factory Enduro Team 3rd Overall EWS

Während die EWS-Gesamtsieger bereits nach Runde 6 im französischen Val d´Isere feststanden, wurde es für Ines Thoma und Fabien Barel zum Ende der Saison noch einmal richtig spannend. Die sympathische, ehrgeizige Allgäuerin lieferte sich bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Niederländerin Anneke Beerten um den vierten Gesamtrang. Diesen Platz zu sichern war das erklärte, jedoch nicht gerade einfache Ziel von Ines Thoma. Und auch Fabien Barel musste sich trotz seines phänomenalen Auftaktsiegs in Punta Ala nochmals voll ins Zeug legen, um sich im Gesamtranking Platz 3 zu sichern.

Schon im Training zeichnete sich ab, dass dieses letzte Rennen den fahrtechnisch starken Fahrern des Canyon Factory Enduro Teams bestens liegen dürfte. Die teils tiefstaubigen Strecken waren gespickt mit allerlei tückischen Steinfeldern, Absätzen und gnadenlosen Downhill-Passagen. Was dem Team in der Theorie zugutekommen sollte, entpuppte sich im Rennen jedoch als große Herausforderung. In den ersten beiden Stages waren die Fahrer Joe Barnes, Maxi Dickerhoff und Marco Bühler wie vom Pech verfolgt, welches sie erst im dritten Abschnitt abschütteln konnten. Diese schnelle, jedoch sehr enge Passage führte die Fahrer durch ein kaum einsehbares Dickicht aus mediterraner Macchie. Die schnellen Richtungswechsel, die engen Switchbacks und der lose Untergrund forderten den Fahrern höchste Konzentration und fahrtechnische Finesse ab. Alle vier im Rennen verbliebenen CFET-Fahrer meisterten die Wertungsprüfung mit erstklassigen Zeiten.

Fabien Barel // Foto: Maxi Dickerhoff

Leider musste das auf zwei Tage und insgesamt sechs Stages angesetzte Rennen nach der dritten vorzeitig abgebrochen werden. Aufgrund eines schweren und tragischen Sturzes entschied die Rennleitung, die letzte der vier für Samstag angesetzten Wertungsprüfungen aus dem Rennen zu nehmen. Für das Team war somit ausreichend Zeit sich zu sammeln, frische Kräfte zu tanken und sich eingehend auf den nächsten, alles entscheidenden Renntag vorzubereiten.

Die am Vorabend erarbeiteten Taktiken erwiesen sich am Tag des großen Finales als sehr treffend. Der Tag begann ebenso gut wie er auf Stage 3 geendet hatte. Ines, Fabien, Joe und Marco gelang es erneut, ihre Klasse unter Beweis zu stellen – auch wenn ein gutes Gesamtergebnis für Joe und Marco aufgrund des bitteren Zeitverlusts vom Vortag kaum noch möglich war.

Joe Barnes // Foto: Maxi Dickerhoff

Die letzten beiden Passagen waren gesäumt von Zuschauern, die das Rennen, wie im Radsport begeisterten Italien üblich, von Stage zu Stage mit dem Auto verfolgten und an die spannendsten Schlüsselstellen pilgerten, um ihren Idolen vom Streckenrad zuzujubeln. Erstmals nach dem jüngst angelaufenen Verkauf des CFET-Fantrikots sah man nun auch die Fans des Teams in eben jener Kluft am Streckenrand. Nicht zuletzt dieser motivierende Zuspruch dürfte wohl auch dafür gesorgt haben, dass Fabien Barel und Ines Thoma ihre anfangs gesteckten Ziele erreichten.

Gleich fünf Mal wurde Fabien Barel am späten Sonntagabend auf das Podium zitiert. Angefangen bei seinem zweiten Platz in der Kategorie Ü30 in der SuperEnduro-Wertung über seinen dritten Platz in der SuperEnduro-Wertung der Herren bis hin zu den drei entscheidenden dritten Plätzen in den Wertungen EWS #7 Men, EWS Overall Men und EWS Overall Team. Auch wenn die beiden vierten Plätze von Ines Thoma in den Wertungen EWS #7 Women und EWS Overall Women nicht einzeln geehrt wurden, so wurde ihr und ihren Team-Kollegen mit der Team-Wertung dennoch die Ehre zuteil, das Podium zu betreten.

Mit diesem hervorragendem Ergebnis beendet das Canyon Factory Enduro Team seine erste Saison und freut sich, in dieser ersten EWS-Saison von Anfang an Weltklasse-Niveau präsentiert zu haben. CFET-Teammanager Flo Goral resümiert: „Das war eine äußerst spannende erste Saison für uns, bei der wir alle viel lernen konnten. Fabien Barel, Joe Barnes, Maxi Dickerhoff, Ines Thoma und Marco Bühler sind zu einem perfekt eingespielten Team zusammengewachsen. Sie haben hart an sich gearbeitet und die ersten Früchte konnten wir bereits ernten. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten Saison und freuen uns schon auf das nächste Jahr!“

Nun darf das Team erst einmal in die wohlverdiente Winterpause gehen und sich von den Strapazen erholen. Wer bis dahin noch einmal in die Welt des Canyon Factory Enduro Teams eintauchen möchte, sollte sich den Clip „This is Enduro“ nicht entgehen lassen. Dieser dokumentiert das Team beim fünften EWS-Stopp in Whistler und zeigt die besonderen Herausforderungen des Rennalltags.

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