The Strive Diaries: Entry 3 – Grenzerfahrung in Frankreich

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Das dritte Rennen, ein neues Land, eine weitere Heimat: während beim letzten Stopp der Enduro World Series (EWS) in Schottland der Heimvorteil klar bei Joe Barnes lag, stand am vergangenen Wochenende erneut ein Heimrennen auf dem Plan. Frankreich ist und bleibt das spirituelle Enduro-Heimatland mit einer Vielzahl an Ridern und Rennen. Der Spot in Valloire am Fuße des berühmten Galibier-Passes hat seit knapp 10 Jahren einen festen Platz im Rennkalender und ist dieses Jahr als französische Benchmark endlich bei der Enduro World Series dabei – absolut verdient, wie sich später zeigen sollte.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Vom rutschigen Sand in Chile, über matschige Wurzeln in Schottland ging es in Frankreich bei der dritten EWS-Runde zum liftunterstützten hochalpinen Highspeed-Geballer, gepaart mit absolut dramatischem Terrain in den technischen Passagen. Dazu kommt die Schwierigkeit des französischen Formats an sich. Die Trails sind bis zum Donnerstagabend vor dem Rennen streng geheim und dürfen dann freitags zu Fuß besichtigt werden. Wenn man am Renntag aber die vollen 100% geben will, ist an ein ausgiebiges Ablaufen gar nicht zu denken. Ein schmaler Grat zwischen Trail Kenntnis und müden Beinen, zumal es die Liftunterstützung erst mit dem Start des offiziellen Rennens gibt. Am Renntag selbst können die Rider dann einen Trainingslauf absolvieren, dicht gefolgt vom ersten „Chrono-Run“ auf Zeit auf derselben Etappe. Wenn eine Stage bis zu 20 Minuten lang ist, ist die Konzentration gleich doppelt gefordert – sich jeden einzelnen Stein zu merken ist eine echte Herausforderung.

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Ines Thoma nach dem ersten Trainingsrun:
„Hochalpin, brutal steil und steinige Switchbacks gleich am Anfang und dann ein total schnelles Stück wo‘s einfach nur über eine Wiese geht, aber mit fiesen fetten Steinen links und rechts. Das ist für den Kopf ziemlich tricky. Meine Devise war: Einfach laufen lassen!“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Brutal war hier ein gutes Stichwort. Mit dem ersten Racerun folgten Stürze, Platten und weitere technische Defekte im Minutentakt. Das Ziel war klar: Rider und Bike müssen heil ins Ziel kommen. Denn ein solches französisches Enduro-Rennen mit sechs Stages auf Zeit ist verdammt lang. Zum Glück wählten unsere Rider Ines, Joe und Ludo May ihre Lines weise und sauber und wurden vom Defektteufel verschont.

Die Canyon Crew Mechaniker verpassen den Bikes in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen perfekten Service, doch auch mit frischem Material ließen sich Stürze leider nicht vermeiden. Nach dem komplett sturzfreien Samstag schlug Ines gleich am Sonntagmorgen im ersten Racerun heftig in ein Steinfeld ein und konnte ihre gute Ausgangsposition nicht mehr verteidigen. Das war einer dieser Tage an dem nichts so richtig zusammen laufen will. Joe und Ludo fanden recht schnell ihren Rhythmus und brachten gute Läufe ins Tal. Sie hatten alles gegeben und zur Belohnung konnten sich alle über ein weiteres Top-Ten Ergebnis mit Platz 10 für Joe und einen 16. Rang für Ludo freuen.

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Joes Zusammenfassung des Rennens:
„Die Runde in Frankreich war mit vielen Überraschungen gespickt. Die Stages sind anders gesetzt, das Format unterscheidet sich von anderen Orten und auch das Racing selbst. Alle Überraschungen waren kein Problem und ich hatte eine Menge Spaß dabei, mich ihnen zu stellen. Ich hatte das Gefühl über das ganze Wochenende immer schneller zu werden. Der 10. Platz freut mich sehr.“

Canyon Bicycles / Jérémie Reuiller

Nach dem französischen Höllenritt steht jetzt eine kurze Verschnaufpause an, um die müden Knochen und den berüchtigten Armpump auszukurieren. In drei Wochen geht‘s dann zur nächsten Herausforderung ins italienische La Thuile. Die vierte Runde der Enduro World Series steht an… – wir sind gespannt, was die Italiener für uns in petto haben.

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