Jagd auf Gelb – Movistar Team und Katusha bei der Tour de France 2014

Arc de Triomphe / (c) TDWsport.com
Am 5. Juli hat das Warten ein Ende. 198 Profis aus 22 Teams starten beim Grand Depart in der englischen Grafschaft Yorkshire und gehen in den kommenden drei Wochen auf die Jagd nach dem begehrtesten aller Radsportjerseys – dem Gelben Trikot.

Die 101. Ausgabe der Tour de France startet mit einer Flachetappe und beinhaltet neben einem Zeitfahren am vorletzten Tag je zwei Bergankünfte in den Alpen und in den Pyrenäen.

Movistar Team: Alles auf Valverde!

Mit großen Ambitionen gehen unsere beiden Teams Katusha und Movistar Team an den Start. Bei den Spaniern ist die Devise eindeutig: Alles auf Alejandro Valverde! Die Equipe um Teamboss Eusebio Unzué will auch ohne den letztjährigen Tour-Zweiten Nairo Quintana in Frankreich glänzen: “Nach seiner tollen Vorstellung im letzten Jahr und dem großartigen Sieg beim Giro d’Italia wollte ich ihn nicht dem enormen Druck aussetzen, den er sicher jetzt in Frankreich hätte. Er ist noch so jung”, so Unzué.

Doch auch ohne den kolumbianischen Ausnahme-Fahrer stehen die Chancen auf eine Platzierung ganz vorne im Klassement bestens. Valverde geht mit dem Selbstbewusstsein von acht Saisonsiegen in seine siebte Tour. Bereits fünfmal stand der Spanier bei der heimischen Vuelta auf dem Podest. Das will er in diesem Jahr auch bei der Tour schaffen.
Historischer Sieg für Quintana und Canyon beim Giro d’Italia
Alejandro Valverde / (c) TDWsport.com

Walzer: “Top 5 ist für Valverde drin”

“Valverde kann auf die Unterstützung des kompletten Teams zählen”, sagt Canyon Team Liaison Manager Andreas Walzer. Vor allem in der ersten Tour-Woche lauern einige Gefahren auf die Klassementfahrer: “Wind, Regen, Stürze, Nervosität – die ersten Tage bei der Tour sind immer extrem hektisch”, weiß Walzer: “Dazu kommen die engen Straßen rund um Leeds und das Kopfsteinpflaster auf der fünften Etappe. Da muss das Team hellwach sein.”

Um auf dem fünften Tagesabschnitt mit insgesamt neun Pavé-Abschnitten aus dem Frühjahrklassiker Paris-Roubaix keine böse Überraschung zu erleben, bereitete sich Valverde im Frühjahr bei den belgischen Kopfsteinpflaster-Klassikern Dwars door Vlaanderen und E3 Harelbeke vor. “Es war gar nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte”, so sein Fazit: “Kopfsteinpflaster ist schon eine ganz spezielle Sache, aber ich habe gut mithalten können.”

Auch Walzer traut dem 34-Jährigen einen Platz unter den ersten fünf zu: “Alejandro hat eine konzentrierte Vorbereitung absolviert und statt Tour de Suisse oder Dauphine bewusst die kürzere Route du Sud gewählt, um sich den letzten Schliff zu verpassen. Dadurch kommt er extrem frisch zu Tour. Aber in einer dreiwöchigen Rundfahrt kann natürlich vieles passieren. Auch ein Tagessieg auf einer Hochgebirgsetappe scheint in Reichweite.”
Die Canyon Räder der Movistar Team-Stars
Alejandro Valverde / (c) TDWsport.com

Katusha: Purito als Freelancer

Mit einer etwas anderen Strategie wird Katusha zur Großen Schleife antreten. Durch den Sturz von Joaquim “Purito” Rodríguez beim Giro d’Italia war lange Zeit unklar, ob der letztjährige Tour-Dritte in diesem Jahr überhaupt teilnehmen kann. Mittlerweile ist klar: Purito ist dabei – allerdings in ungewohnter Rolle: “Er wird bei uns eine Art Freelancer sein”, verrät Teamchef Viacheslav Ekimov: “Wir hoffen, dass Purito seine Form findet und um Etappensiege mitkämpfen kann.”

Ähnlich wie Valverde verzichtete auch Purito auf die traditionellen Tour-Vorbereitungsrennen und setzte stattdessen auf ein individuelles Höhentrainingslager. “Vieles wir davon abhängen, wie Purito die lange Rennpause, die er nicht nur zur Vorbereitung auf die Tour genutzt hat, sondern auch um seine Sturzverletzungen aus dem Amstel Gold Race und aus dem Giro auszukurieren, verkraftet. Es ist nicht auszuschließen, dass er sich auf Tagessiege bei den Bergetappen und eventuell sogar auf das Bergtrikot konzentriert”, sagt Walzer.
Profisport bei Canyon
Joaquim Rodríguez / (c) TDWsport.com

Kristoff schielt auf Etappensiege und Grün

Etappensiege und eventuell auch ein Wertungstrikot einfahren soll auch Alexander Kristoff. Der Mailand-Sanremo-Sieger geht als Katushas Sprintkapitän in seine zweite Tour und wird mit den weltbesten Sprintern um Tagessiege auf den Flachetappen kämpfen. Zudem schielt der Norweger, der bereits neun Saisonsiege eingefahren hat, auf das Grüne Trikot: “Die gesamte erste Woche wird sehr wichtig für mich. Ich werde von Beginn an versuchen, Punkte zu ergattern.”

Neben Purito und Kristoff hat Katusha weitere heiße Eisen für nahezu jede Rennsituation im Feuer. “Unser Tour-Aufgebot ist extrem ausgeglichenen”, freut sich Ekimov: “Ein Teil des Teams wird sich auf die Bergetappen konzentrieren, der andere wird bei den Sprintetappen in Aktion treten.”
Alexander Kristoff / (c) TDWsport.com

“Katusha bereit für ein weiteres Abenteuer”

Im Gesamtklassement liegen die Hoffnungen auf Yuri Trofimov. Der Russe strebt einen Top Ten Rang in Paris an. Aber auch Simon Spilak, der die Tour der Romandie als Zweiter beendete und beim Critérium du Dauphiné die schwere Bergetappe nach La Mure gewann, will in der Gesamtwertung weit vorne landen.

“Katusha ist bereit für ein weiteres dreiwöchiges Abenteuer. Was ich mir wirklich wünsche ist ein kleines bisschen Glück. Das war nämlich das einzige, was uns beim Giro d’Italia gefehlt hat”, sagt Ekimov.

Das Katusha-Aufgebot für die Tour de France: Yuri Trofimov, Joaquim Rodríguez, Egor Silin, Simon Spilak, Alexander Kristoff, Aleksandr Porsev, Luca Paolini, Gatis Smukulis, Vladimir Isaychev

Das Movistar Team-Aufgebot für die Tour de France: Alejandro Valverde, Imanol Erviti, John Gadret, Jesus Herrada, Benat Intxausti, Ion Izagirre, Ruben Plaza, Jose Joaquin Rojas, Giovanni Visconti

Canyon wünscht Katusha und dem Movistar Team bei der Tour de France viel Erfolg.
Movistar Team and Katusha at the Tour de France 2014 / (c) TDWsport.com

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