ROB J stitched up in Peru

Auf Reisen in andere Länder, gerade in solche wie in Peru, steht ganz oben auf der Wunschliste: keine Verletzungen! Als Profi ist man sich dessen auch bewusst und man lernt die Risiken einzuschätzen und Verletzungen zu vermeiden. Meine Taktik dabei ist immer Vollgas zu geben. Das hört sich jetzt vielleicht wie ein Widerspruch an ist es aber nicht, denn: Wenn ich auf dem Rad schnell fahre bin ich logischerweise auch zu 110% bei der Sache, konzentriere mich auf den Trail, auf meine Aktionen und auf nichts Anderes. Keine ablenkenden oder störenden Gedanken haben dann Platz in meinem Kopf und so mache ich auch die wenigsten Fehler.

Bei einem zwei Wochen Trip in Peru, auf meist über 4000 Metern Höhe, Darmerkrankung und entsprechender Müdigkeit ist das “Vollgas geben” nicht immer angebracht. Diesmal hatte das allerdings Folgen…

Bei einem Shooting auf einem alten Inca Trail, über atemberaubende Ruinen, vorbei an einem Wasserfall hinab ins saftig grüne Tal war ich mit meinem Kopf nicht ganz bei der Sache als ich beim “zügigen dahinrollen” zur nächsten Fotostelle unangenehm eine scharfkantige Wand mit meinem rechten Arm striff und es mir den Lenker aus der Hand riss. Schlagartig hat es mich aus der Tagträumerei gerissen und mich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden der Tatsachen geschleudert. Eine schön blutige, tief klaffende Wunde an meinem Arm verschmierte mein neues weißes Sombrio Jersey… toll. Zum Glück habe ich aber immer einen First Aid Kit im Rucksack und so konnte das Shooting nach kurzem Verband anlegen weiter gehen.

Unser peruanischer Taxifahrer ist nebenbei Apotheker und Arzt zugleich. Er empfahl mir die Wunde lieber bei uns im Ort in Ollantaytambo nähen zu lassen – in der Apotheke mitten auf dem Marktpatz…
Na gut. Besser ist das Nähen auf jeden Fall, denn unsere Reise war ja noch nicht vorbei und die sportlich gefährlichen Aktionen kamen in den nächsten Tagen ja noch…

In der Apotheke erwartete mich ein anderer Arzt in seiner Lederjacke und schmutziger Jeans… seine Kinder sprangen spielend umher und Kunden kamen ständig herein die derweil unser Guide hinter der Theke bediente. Ich war überrascht wie sauber und sorgfältig er mir die Wunde mit wirklich sterilem Material gereinigt hatte. Die Spritze zur Betäubung vor dem Nähen war fies und im Nachhinein fast überflüssig denn bei den Schmerzen hätte er mich gleich ohne örtliche Betäubung nähen können.

Zehn schön gleichmäßige Stiche mit Schleifchen, sauber verbunden und desinfiziert.
Perfekt stitched up in Peru für gerade mal 20 Dollar.

Was lerne ich daraus? Lieber doch immer Vollgas geben, dann passiert so was auch nicht!

Cheers,
ROB J

Sag uns Deine Meinung

Kommentare