Spannende Tage bei der Tour de France

Dieses Jahr wird die Tour wieder einmal sehr interessant. Der Start ist in Rotterdam, ehe es dann über Belgien durch Brüssel und Spa nach Frankreich geht. Hier ist einer der wichtigsten Etappenorte Arenberg. Schon in der ersten Woche wird erstklassiger Radsport geboten. Auf den flachen Etappen gibt es immer wieder die Gefahr von Seitenwinden, wodurch sich einige Fahrer absetzen könnten. In den wallonischen Bergen werden die Klassiker-Spezialisten versuchen, ihre Chance aus einer kleinen Gruppe heraus zu suchen und die Kopfsteinpflasterpassagen versprechen eine enorme Spannung. Eventuell gibt es hier schon die eine oder andere Überraschung. Ich habe das in meiner aktiven Zeit selbst erlebt und war dabei, als Iban Mayo seine Siegträume nach einem Sturz schon nach wenigen Tagen begraben musste. Die Frage wird hier also sein ob die Favoriten gut durch kommen oder Zeit verlieren. Aber auch wenn es keine Überraschung gibt finde ich es großartig, dass diese Passagen in den Tourplan mit aufgenommen wurden. Die Kopfsteinpflasterpassagen ehren die Wurzeln des Radsports.

Nach den ersten Tagen kommt aber erst noch die schwere zweite Hälfte mit den Alpen und vier Pyrenäenetappen. Anschließend dann noch ein langes Zeitfahren in Bordeaux bevor es auf die ersehnte Champs Elysees in Paris geht. Die dritte Woche ist sehr schwer und Tage im Hochgebirge werden mit Sicherheit ihre Spuren hinterlassen. Aber es gibt in meinen Augen keine Etappe, an der sich mit Sicherheit die Tour entscheiden wird, da es dieses Jahr eine Aneinanderreihung von Höhepunkten geben wird. Mein Favorit – und ich denke, das ist keine Überraschung – für die Tour ist Alberto Contador. Ich glaube, wenn er durchkommt und alles nach Plan verläuft ist er der stärkste Fahrer im Peloton. Allerdings wird das starke Team Radio Shack etwas dagegen haben und es wir werden sehen, ob die Mannschaft mit ihrer Geschlossenheit Contador den Schneid abkaufen kann. Die Tour 2010 ist eher etwas für Kletterer als für Zeitfahrer und spielt daher Contador noch mehr in die Karten.

Wir werden mit dem Team HTC-Columbia mit Mark Cavendish sowohl auf Etappensiege als auch auf die Gesamtwertung und gute Leitungen in den Bergen gehen. Denn da sind wir mit Michael Rogers, Maxime Monfort und Kanstantsin Siutsou gut aufgestellt. Außerdem haben wir mit Tony Martin noch einen starken Nachwuchsfahrer. Wenn er sich keine großen Schwächen erlaubt kann er auch eine gute Tour fahren. Letztes Jahr hatte er ja einen Tag, an dem es nicht so gut lief und er sich über 30 Minuten Rückstand einhandelte. Wenn das dieses Jahr nicht passiert ist er auch weit vorne zu finden. Aber Tony hat ja seine Karriere noch vor sich und sein erstes Ziel ist es, eine gute Tour zu fahren – da fällt erst der zweite Blick aufs Ergebnis.

Bis bald,
Erik

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