Ein Tag voller Schmerzen

Heute war einer der härtesten Tage, die ich jemals auf dem Bike hatte. Die Schmerzen, die ich heute hatte waren wirklich heftig. Ich habe die ganze Zeit versucht, meinen Körper zu irgendetwas zu überreden, was er partout nicht tun wollte. Meine Aufgabe war es, in einer Ausreißergruppe dabei zu sein. Lachhaft, wenn man bedenkt, wie der Tag ausgegangen ist. Es wär wirklich gut für das Team gewesen, wenn es einen Fahrer wie mich einige Minuten weiter vorne gehabt hätte und er Jurgen Van den Broeck im Finale hätte helfen können. Leider spielt das Leben einem manchmal Streiche.

Beim ersten Anstieg hatte ich schon kein gutes Gefühl. Mein Körper war nicht in der Verfassung für Bestleistungen. Aber ich habe ja schon ein bisschen Erfahrung, darum habe ich mir selbst gesagt, nicht in Panik zu verfallen. Die Dinge haben sich dann vom Schlechten ins Schlechteste gewandelt. Ich konnte keine Kraft mehr aus meinen Beinen holen und das ganze Essen und die Getränke schwammen nur in meinem Magen, fanden aber nie den Weg in die Beine.

Im Laufe des Tages habe ich mich immer schwächer gefühlt. Ich hatte sogar Probleme der Sprintergruppe zu folgen. Mein Körper schmerzte überall und als ich nochmal alles daran legte die Etappe zu schaffen, merkte ich sogar Schmerzen in meinen Armen. Ich muss zugeben, ich habe mich mehrmals gefragt, ob ich das Ziel erreichen werde. Das Grupetto mit den Sprintern war meine Sicherheit. Ich wusste, wenn ich bei ihnen bleiben kann, werde ich innerhalb der Karenzzeit ankommen. Aber mein Körper schien sich gegen mich zu verschwören und wollte nicht in der Gruppe mitfahren. Ich pendelte wie ein Yo-Yo immer an das Ende der Gruppe und musste danach wieder abreißen lassen. Immer, wenn ich den Anschluss verloren habe kam Panik in mir auf, da ich die Monate harter Arbeit bergab Richtung Tal rollen sah.

Und das ist der Grund, wie und warum ich es ins Ziel geschafft habe. Wie auch immer – mein Körper hat heute gedacht, er kann Monate harter Arbeit und die Zeit, die ich nicht zuhause bei meiner geliebten Frau sein konnte, die Toilette runterspülen. Ich bin aber bis ins Ziel gekrochen und als ich im Hotel ankam bin ich ins Bett gekrochen. Aber morgen werde ich meinen Körper wieder überzeugen, dass diese Dinge getan werden müssen. Denn das ist es, was ich schon immer gemacht habe – und ich werde es jetzt nicht ändern.

Charlie

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