Titelverteidigung am Cauberg: Gilbert gewinnt Amstel Gold Race

Vor ihm ist dieses Glanzstück 31 Jahre niemandem Gelungen: eine Titelverteidigung beim Amstel Gold Race. Philippe Gilbert ist bis heute der einzige Fahrer, der zweimal am Cauberg gewinnen konnte – denn erst seit 2003 endet hier der niederländische Ardennen-Klassiker. „Diese Woche ist für mich die wichtigste in meiner Saison und ich hatte seit Mittwoch ein gutes Gefühl. Das Team war sehr stark. Das hat mich stark gemacht und mir geholfen, Energie zu sparen. Ich musste nur auf den letzten drei Kilometern etwas arbeiten um Andy Schleck wieder einzuholen“, sagte Phil nach seinem Sieg. „Er ist im richtigen Moment gegangen aber ich hatte noch immer Jelle Vanendert an meiner Seite und ich wusste, dass er ihn unter Kontrolle halten kann. Als die Lücke auf 16 Sekunden angewachsen ist habe ich mir Sorgen gemacht. Ich habe mit den Fahrern von Rabobank gesprochen, aber die wollten nicht zusammen arbeiten. Naja, als Topfavorit war ich in der Verantwortung habe Druck gemacht.“

Nach dem Finish, das Phil überlegen für sich entschied, hat er sich das Lob von Fahrer-Kollegen und Teamverantwortlichen erarbeitet. Teammanager des Omega Pharma-Lotto Teams Marc Sergeant sagte über den Antritt seines Schützlings: „Ich habe noch immer keine Worte. An einer Stelle dachte ich: er kann nicht mehr gewinnen. Aber Philippe hatte den Support eines super Teams und hat sich nachher großartig vom Feld gelöst. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen. Was er aus dem Ärmel geschüttelt hat ist grandios.“ Phils Teamkollege Jelle Vanendert, der ihm den ersten Weg zur Aufholjagd ebnete, war begeistert: „Taktisch hat heute alles geklappt. Unser Team war aufmerksam und jeder hat seinen Job gemacht. Das war auch wichtig, da wir starken Gegenwind hatten. Meine Aufgabe war es, für Gilbert am Fuße des Cauberg zu arbeiten und das hat funktioniert. Bei so einer Zielankunft kann Gilbert kaum verlieren.“ Björn Leukemans, am Mittwoch noch der stärkste Gegner von Phil, zollte seinem Landsmann Respekt: „Ich freue mich für Gilbert. Wenn man sieht, wie er sich selbst an die Spitze zur Verfolgung von Schleck gesetzt hat, hat er verdient gewonnen. Wenn Du auf dem Cauberg wegfahren kannst: Respekt! Und da ich ein bisschen patriotisch bin, freue ich mich, dass mit Gilbert ein Belgier gewonnen hat.“

RADSPORT / AMSTEL GOLD RACE / 17.04.2011 / ROTH

Mit Blick auf die beiden noch ausstehenden Ardennen-Klassiker hat Gilbert ganz klar das am kommenden Wochenende stattfindende Radsportmonument Lüttich-Bastogne-Lüttich im Visier. Auf die Frage von cyclingnews.com, ob Phil sich als stärksten Fahrer im Peloton sieht antwortete der sympathische Wallone: „Ich kann gute Ergebnisse in Flandern, aber auch bei Mailand-San Remo, Lüttich-Bastogne-Lüttich und in der Lombardei einfahren. Ich sage nicht, dass ich der Beste oder zweitbeste bin. Das wird sich nach dem Ende meiner Karriere zeigen. Jetzt möchte ich erstmal weiter trainieren und meine Rennen fahren. Wenn die Resultate weiterhin kommen bin ich glücklich.“ Mit Blick auf den Abschluss der Frühjahrsklassiker fügte er hinzu: „Es ist jetzt noch zu früh, an Lüttich zu denken. Lasst uns das hier erstmal genießen. Das ist das Tüpfelchen auf dem ‚I‘. Lüttich wäre noch die Steigerung davon.“

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