Challenge Roth: Schweizer Käse ist nicht immer lecker

Triathlon ist eine boomende Sportart. Immer mehr Sportler, neue Rennserien und attraktive Austragungsorte. Die Wettkampfplanung fällt da nicht immer leicht. Für mich gibt es da eine Ausnahme – die Challenge Roth. Groß und bekannt wurde der Triathlon als Ironman Europe. Seit 10 Jahren firmiert die Veranstaltung nun unter dem Challenge-Label und ist mittlerweile der weltweit größte Langdistanztriathlon. Das bedeutete in diesem Jahr 3261gemeldete Einzel- und 1923 Staffelstarter (641 Teams), 180.000 Zuschauer an der Strecke und allen voran über 5000 Helfer und eine Region, die Triathlon lebt.
Bei der Anzahl der Starter bleibt die Qualität nicht auf der Strecke. Insgesamt 48 Sportler/innen haben die 9h-Grenze unterboten und mit Chrissie Wellington und Andreas Raelert haben die aktuell wahrscheinlich besten Langdistanzathleten gewonnen.

Zu meinem Rennen:
Nach einer kurzen Nacht, die mir persönlich unendlich lange vorkam, saß ich um 4.15Uhr am Frühstückstisch. Nach 2 Kaffee und 3 Honig-Brötchen ging es dann um 5.00Uhr zur Wechselzone. Den üblichen Vorbereitungen und einem lockeren ´´warm-up´´ folgte dann um 6.15Uhr der Weg in den Main-Donau-Kanal.

Endlich, es geht los! Der Startschuss fällt pünktlich um 6.30Uhr und nach ein paar Metern gibt es auch schon etwas zu beißen. Von Verpflegungsstellen im Wasser oder gar Schlaraffenland ähnlichen Zuständen hat im Vorfeld niemand gesprochen. Nach dem süßen Frühstück ist der herzhafte Schweizer Käse eine schöne Abwechslung. Dass es sich um einen Fuß und nicht um Käse handelt merke ich erst, als meine Lippe schmerzt und es in meinem Mund nach Blut schmeckt. Ich verzichte also auf einen zweiten Biss und erwehre mich danach einem Ausziehversuche von hinten.

Es geht turbulent zu auf den ersten Metern im Wasser und ich bin froh, dass sich nach dem missglückten Öffnungsversuch an meinem Neo-Reißverschluss die Startsituation entspannt und ich in einer 15er Gruppe den Rest der Strecke schwimmen kann. Nach 53´27 sind die ersten 3,8km hinter mir.

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Auf den folgenden 180Radkilometern mit ca. 1500Hm sollte es von nun an nur eine Richtung geben – nach vorne! Da die Abstände nach dem Schwimmen noch nicht zu groß waren, konnte ich auf den ersten 37km auch etwa 35 Plätze aufholen und lag zu Beginn des Kalvarienbergs in Greding auf Platz 27. Bei km70, am Solarer Berg, dann auf Platz 23. Von da an war leider nicht mehr so viel ´´Beute´´ zu machen. Gemeinsam mit dem Kroaten Visticia fuhr ich ein konstantes Tempo von 40km/h und wir konnten uns bis zur 2.Wechselzone auf Platz 18 und 19 vorarbeiten.

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Eigentlich wollte ich nach dem Radfahren weiter vorne sein, aber gegen eine 14 Mann starke Gruppe war nicht mehr drin. Mit meiner Radzeit von 4:29´58 bin ich absolut zufrieden und warum sollte ich, entgegen der Vorjahre, nicht einmal beim Laufen ein paar Plätze aufholen? Nach drei etwas zähen Kilometern, lief es dann auch richtig gut und ich konnte weitere 25km mein geplantes Tempo sehr gut laufen. Zu diesem Zeitpunkt lag ich als 16. auf Kurs Top 15.

Bei steigenden Temperaturen (am Main-Donau-Kanal etwa 30°) und mit schwerer werdenden wurden die letzte 14km hart. Aber, dass geht ja nicht nur mir so und so konnte ich meinen Platz halten und damit mein bisher bestes Ergebnis in Roth erreichen. Mit neuer persönlicher Bestzeit (8:34´27) und einem 16. Platz bin ich absolut zufrieden und freue mich jetzt erst einmal auf ein paar Tage Ruhe und hoffentlich bald wieder schmerzfreies Treppensteigen ;-).

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Bis demnächst!
Jens

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