Paris kommt näher …

Die letzten beiden Alpenetappen waren nicht nur zeitraubend, sie waren auch kräftezehrend. Was das Zeitlimit angeht verstehe ich weder die Einstufung noch die Angaben zu den einzelnen Etappen der Rennorganisation. Es gab Etappen, auf denen wir mit 14min Rückstand angekommen sind und das Zeitlimit bei 43 Minuten lag. Diese Etappen waren im Vergleich zu den beiden Königsetappen in den Alpen aber lange nicht so schwer. Wo ist da bitte die Verhältnismäßigkeit!

Kilometer um Kilometer, Berg um Berg bin ich dem großen Ziel in Paris damit etwas näher gekommen. Ich kann euch versichern, dass diese Strapazen der letzten Tage immer wieder die schlimmsten einer gesamten Rennsaison sind. Sieben Tour Teilnahmen habe ich dann auf meinem Konto als Profi und alle beendet. Davon gehe ich nach dem heutigen Tag aus, denn im Zeitfahren sollte ich die Karenzzeit dann doch schaffen.

Die letzten 13,8km der “Alpe-D’Huez” Etappe werden nun für immer in meiner Erinnerung bleiben. Meine Gedanken sind Karussell gefahren, während immer wieder im “Grupetto” geschrien wurde, langsamer fahren, habe ich an all die Momente gedacht aus der Vergangenheit. Es hat mich sehr bewegt da ich diese Fahrt auch als Abschied sehe. Mit “Alpe-D’Huez” im Jahr 2004, habe ich diesen Mythos zum ersten mal bezwungen. Damals war es ein Bergzeitfahren und es war meine aller erste Tour de France. Von so vielen Menschen angefeuert zu werden, dass ist einzigartig und ein ganz besonderer Moment.

Danke an alle Radsportfans….

Nun trennen mich nur noch zwei Nächte und wenige Kilometer bis ich meinen Sohn und meine Frau in Paris in die Arme schließen kann. Darauf freue ich mich nun wirklich am meisten aber auch auf den Moment, wenn ich zum aller letzten mal die Ziellinie auf dem “Champs-Élysées” überqueren werde.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, Euer Seppel

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