Alpencross Wien-Nizza: 6. Etappe

Von Mittenwald nach Riffian, 70km und 1700hm.

Ich bin in Riffian!!!!! Ich habe es tatsächlich bis hierher geschafft, da hatte ich diese Woche öfters Zweifel dran! Freue mich so, meine Freunde hier wiederzusehen!

Ja, wettertechnisch gab es ja heute ohne das Würzjoch nur eine kurze Etappe, aber auch der Jaufenpass muss schließlich hochgefahren werden. Als ich heute Morgen aufs Rad stieg, war der Himmel wolkenverhangen und ich hoffte, es trotzdem heute noch mal vor dem Regen zu schaffen. Erst mal musste ich noch bis Sterzing. Da ich von gestern von Lkws die einen fasst, umfahren die Nase voll hatte, hab ich heute den Radweg genommen, denn ich wusste er ist asphaltiert. Hier macht man auch jede Menge Höhenmeter extra, da er durch sie Dörfer am Berg führt. Hier gibt es jede Menge steile Rampen, aber das ist besser als “Talquerfahrt”. So kam der Jaufenpass auch bald schon in Sicht.

Die ersten km des Anstieges liefen super gut! Endlich steht mal eine 8 auf dem Tacho und ich war voll motiviert, schließlich winkt ein Wiedersehen mit Freunden und ein fauler Tag! Und am Anfang gibt es eben auch noch viel zu sehen! Später fährt man dann aber nur noch im dichten Wald. Ein Blick nach oben zeigte nur schwarze Wolken, nein ich will nicht schon wieder nass werden! Die Beine werden langsam schwerer, und weil es ja nichts zu sehen gibt, beschäftigt man sich nur mit den Schmerzen in der Schulter, der Hintern tut weh und der kleine Finger ist eingeschlafen, ihr wisst ja, was einem so alles wehtun kann, wenn man lange auf dem Rad sitzt und zu viel Zeit zum Nachdenken hat!

anja_kallenbach_6_jaufenpass

Aber ich wusste ja nur oben ankommen und dann winkt eine lange Abfahrt zu meinem kleinen Paradies. Und so lichtet sich irgendwann der Wald und man kann schon zum Gipfel sehen, aber dann wird der Jaufenpass eben auch noch mal viel steiler! Plötzlich flog ein Radfahrer im Wiegetritt an mir vorbei. So was weckt ja immer auf und ich wollte hinterher sprinten, trete voll im Wiegetritt an, und hätte mich mit dem schwankenden Rad fasst auf die Nase gelegt, hatte die Tasche völlig vergessen. Naja dafür war ich jetzt wieder motiviert.

Durch das Tal rauscht man mit Rückenwind nur so durch und dann kommt nur noch am Schluss der Hausberg, eine ca. 500m Rampe mit 16%, aber da war ich schon so glücklich, dass mich das nicht mehr gestört hat und ich konnte endlich meine Freunde hier begrüßen!

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