Alpencross Wien-Nizza: 20. Etappe

Von Jausieres nach Saint Martin Vésubie über 110 km und 3249 hm.
So nachdem der Iseran wirklich der höchste Pass war, war ich heute mit 2802m auf der höchsten Straße Europas, dem Cime de la Bonnette!
Gut man denkt man ist auf dem Mond, da gibt es wirklich nix. Dann gab es mal wieder eine lange Taldurchfahrt, jedenfalls wäre es eigentlich eine lange Abfahrt gewesen, wenn der Wind nicht so stark gepustet hätte, dass man fasst, rückwärtsgefahren ist und dann noch der Col de St. Martin eigentlich nicht schwer, aber bei 38Grad im Schatten trotzdem ziemlich anstrengendDa es gleich hochgeht, hat man auch gleich was zu sehen, ein Berg für mich! Trotzdem hatte ich heute Morgen etwas Anlaufschwierigkeiten, ich war ganz schön müde. Die Motivation kam mit einer Frau, die ich 2 Kurven vor mir sah und da kam dann ein bisschen Rennfeeling auf und damit Adrenalin. Obwohl ich sie leicht eingesammelt habe, ging es danach viel leichter.
Und so ging der letzte richtig große Alpenpass eigentlich viel zu schnell vorbei. Nein das Meer kann man noch nicht sehen, aber ich weiß es ist nicht mehr weit. Ich glaube die tollen Aussichten jeden Morgen werden mir sehr fehlen, die schmerzenden Beine aber nicht!

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Auf in einen lange, lange Abfahrt, bei der man die Windjacke aber schon bald wieder ausziehen konnte! Im Tal war der Wind so heiß wie in der Wüste und auch so stark, sodass mir die 50km ewig vorkamen!
Tja dann muss man sich schon ein bisschen motivieren, um wieder auf die Route des Grandes Alpes abzubiegen, der ich außer dem Col d´Agnel die ganze Zeit seit Genf gefolgt bin, wo unten an der Hauptstraße steht: “Nizza 58 km”. Gut aber nur kurz, auf 58km mit Gegenwind hab ich auch nicht wirklich Lust!

Das Thermometer an der Straße zeigte 38 Grad im Schatten, da musste ich mir erst mal eine kleine Pause mit ner kalten Cola gönnen, schließlich waren es ab hier noch 16km Kletterpartie.
Den Schatten vom letzten Tunnel musste man noch mal ausnutzen, ab da ging es ab in den Backofen! Es wurde auch nicht kühler, je höher man kam, sondern eher noch heißer. Den Dorfbrunnen, von dem kleinen Dorf, was ich passiert habe, hab ich erst mal genützt um den Kopf samt Helm unter den Wasserhahn zu halten und dann die Füße samt Schuhen. Tat das gut!
Aber auch der heißeste Berg geht mal vorbei, unterwegs ist mir außerdem noch ein Murmeltier zugelaufen und dann gab’s als Belohnung eine kühlende Abfahrt, man tat die kalte Dusche vorhin gut!
Morgen werde ich also das Meer sehen und Nizza erreichen! Da man das hier aber nicht mit so einer “Luschenetappe”, wie Georg sagen würde, die ich zuerst geplant hatte, beenden kann gibt es morgen eine Streckenänderung. Statt 60 km ans Meer zu rollen, gibt es 100 km mit 2833 hm mit drei Pässen: dem Col de Torini, Col de l´Orme und dem Col de Nice, dann werde ich mir das Bad im Meer auch echt verdient haben!

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