Katja Rabe feiert Saionabschluss in Phuket

Gut eine Woche nachdem sich Katja Rabe Platz 3 beim Laguna Phuket Traitlon, dem so genannten „Race of Legends“ sichern konnte, war sie auch beim 70.3 Asia-Pacific Championship wieder am Start. Das Ergebnis: Platz 7. Eine reife Leistung zum Abschluss einer tollen Saison.

Freut Euch auf Ihren Bericht von der thailändischen Insel:

Mein letztes Rennen und Highlight in 2011 war der 70.3. Ironman in Phuket.
Es war eines der schönsten, aber auch das definitiv härteste 70.3.Rennen.
Die Schwimmstrecke war die Gleiche wie eine Woche zuvor beim Laguna Phuket Triathlon. Vom Strand aus wurde gestartet und im Dreieckskurs 1300m im glasklaren Meer geschwommen, bevor man dann durch einen kurzen Landgang unterbrochen, die restlichen 600 m in der Lagune zurücklegte.

Startschuss zum 70.3.Ironman Asia-Pacific Championship in Phuket

Die Profis (16 Frauen und 23 Männer) stürzten sich eine Minute vor dem Feld in die Fluten.
In den ersten 1300 Metern im Meer konnte ich mich an eine starke Männergruppe hängen und im Wasserschatten mitziehen lassen. Die restlichen 600 Meter in der Lagune musste ich dann aber leider allein zurücklegen, da der Trupp das Tempo nochmal deutlich anzog.
Als ich aus dem Wasser kam und in die Wechselzone rannte, lag ich auf Platz 9.
Einige Sekunden vor mir, lief gerade Michelle Wu (AUS) ins Wechselzelt ein. Durch einen flotten Wechsel konnte ich allerdings vor ihr aufs Rad, dicht gefolgt von der italienischen Meisterin Edith Niederfringer und Tamsin Lewis aus England.

Obwohl ich das harte Laguna-Rennen eine Woche zuvor noch in den Beinen spürte, hatte ich keine Probleme auf dem Rad. Die ersten 15 Kilometer der Radstrecke waren technisch sehr anspruchsvoll mit vielen engen Straßen und windanfälligen Passagen. Bei Kilometer 16 musste man zudem vom Rad absteigen und den Highway über eine Brücke überqueren. So etwas hatte ich bisher auch noch nie erlebt und genau solche Dinge machen das Rennen auch sehr abwechslungsreich und einzigartig. Da ich weder der Australierin noch der Engländerin davonfahren konnte, wechselten wir immer mal wieder die Führungsposition.

Nach 40 Kilometern kamen dann die ersten ca.20% steilen Anstiege und ich war froh, dass ich mich doch für eine 28iger Kassette bei meinem Canyon entschieden hatte. Da ich die Anstiege von diversen Trainingsausfahrten kannte, wusste ich wie ich die Berge fahren musste. Viele Athleten, die nicht die Möglichkeit hatten die Strecke vorher abzufahren, mussten hier zum Teil auch von den Rädern absteigen und ihr Rad schieben. Die anschließende noch steilere und kurvenreiche Abfahrt war als „Yellow flag zone“ markiert. Um diese Passage der Radstrecke für die Athleten so sicher wie möglich zu gestalten, durfte hier niemand überholen und schneller als 20km/h fahren. Dank Racemarshal Jürgen Zäck wurde hier auch hart durchgegriffen.
Nach 50 Kilometern fing es dann leider an monsunartig zu regnen. Da auch der zweite Teil der Radstrecke noch einige steile Anstiege und Abfahrten zu bieten hatte, ging ich die restlichen 40 Kilometer gezwungenermaßen defensiv an.

Kurz vor Ende der Radstrecke wartete dann noch ein Highlight – eine komplett überflutete Straße! Ich konnte nicht genau sehen wie hoch das Wasser war und fuhr irgendwie am Straßenrand vorbei, in der Hoffnung keine größeren Schlaglöcher zu treffen.
Zusammen mit Laguna Gewinnerin Radka Vodickova (CZE) und Michelle Wu (AUS) stieg ich vom Rad. Mit der laufstarken Radka konnte ich nicht mithalten, aber an der in allen drei Disziplinen sehr ausgeglichen Michelle Wu wollte ich mich orientieren.

Katja Rabe in Ihrem Element

Dank meiner eher defensiven Fahrweise ging ich mit relativ frischen Beinen auf die Laufstrecke. Ich musste mich die ersten 10 Kilometer bremsen, um den zweiten Teil auch noch konstant durchlaufen zu können. Glücklicherweise kam ich mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der extremen Hitze sehr gut zurecht, so dass ich die letzten 11 Kilometer noch einmal schneller laufen konnte.
Der gesamte Laufkurs ist sehr zuschauerfreundlich und nicht weit von der Wechselzone entfernt. Er führt zwei Mal durch das Laguna Resort mit vielen „out and back“ Passagen, an denen man sich immer wieder entgegen kommt.
Nach ungefähr 6 Kilometern hatte ich das erste Mal realisiert, dass Belinda Granger (13 malige Ironmansiegerin) nicht weit entfernt war. Eine Woche zuvor beim Laguna Triathlon konnte ich sie leider nicht mehr einholen. Dieses Mal wollte ich vor ihr die Ziellinie überqueren. Bei Kilometer 12.5 war sie nur noch ca.400m entfernt.

Kilometer um Kilometer kämpfte ich mich näher an sie heran. Toni Hassler (Lebensgefährte von Natascha Badmann) und viele Athleten aus dem Thanyapura Sports & Leisure Club standen entlang der Laufstrecke und feuerten mich die letzten Meter bis ins Ziel an. Auf den letzten 2 Kilometern lief dann Jaray Jearanai an mir vorbei – Trainingspartner und erster Thailänder, der sich 2011 für beide Weltmeisterschaften, die 70.3. WM in Las Vegas und für die WM in Hawaii qualifizieren konnte. Motiviert durch Ray und Thomas, der überall an der Strecke zu stehen schien, gab ich nochmal alles und lief schließlich 30 Sekunden vor Belinda überglücklich ins Ziel.

Katja Rabe und Jaray Jearanai in der Phuket Gazette

Wahnsinns Rennen, toller Kurs, super Stimmung, klasse organisiert, beste Awards-Party die ich jemals gesehen hab!
Mehr gibt´s nicht zu sagen. Danke an alle, die diesen unglaublichen Event möglich gemacht haben.

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