“Gesundheit ist das oberste Gebot” – neuer Blog von Rudi Selig

Rüdiger “Rudi” Selig ist mit 23 Jahren einer der jüngsten Fahrer im Kader unseres russischen ProTour-Teams Katusha.
Der deutsche Nachwuchssprinter bestreitet seine erste Saison im Profizirkus und er hat großes Potenzial auf seinem Ultimate CF SLX ganz vorne mitzumischen. Leider hat ihn ein Virus-Erkrankung momentan außer Gefecht gesetzt, so dass er sich aus seiner Heimat Berlin bei uns meldet.
Gute Besserung Rudi, werd schnell wieder fit!

Rudi Selig, hier im Interview beim Garmin Pro Race in Berlin, bei dem er den 2. Platz belegte!

Rudi Selig hier im Interview beim Garmin ProRace in Berlin / Foto: ROTH

Hallo liebe Canyonfans,
am Sonntag bin ich das Rennen GP Jef Scherens in Belgien gefahren, bei dem auch unser Klassikerspezialist Oscar Freire mitgefahren ist. Diese, doch sehr anspruchsvolle Strecke über 183km und zwei Bergen pro Runde (insgesamt 14 Runden) war ein reiner Stadtkurs. Sprich ich bin die ganze Zeit möglichst weit vorne gefahren, um dem Zieharmonika-Effekt aus dem Weg zu gehen und wertvolle Körner gerade nach den vielen Kurven zu sparen! Oscar gelang es dann in die entscheidende Gruppe zu kommen, wo er jedoch als absoluter Favorit betrachtet wurde und er keine Chance hatte das Rennen zu gewinnen. Platz 12 sprang dann nur für ihn raus.

Trotzdem war es eine schöne Runde und durch die Vorbelastung der World Ports Classics (wo nebenbei Alexander Kristoff, den 3.Rang in der Gesamtwertung einfahren konnte-Congrats hier nochmal) setzte es den richtigen Kick, um für die kommenden drei Rennen in Belgien fit zu sein.
Daher musste ich sehr tief gehen – alles geben was ich hatte und noch mehr! Am Abend nach dem Rennen merkte ich dann schon, das mein Immunsystem ziemlich am Limit gewesen ist, aber durch die sehr schöne Hotelanlage von unserem sportlichen Leiter Piva Valerio (dem Malpertuus) und der grandiosen Kost eines echten Italieners, konnte man sich perfekt erholen und relaxen.
Leider half das alles nichts und am nächsten Tag bemerkte ich starke Kopfschmerzen und gegen Abend sogar Schüttelfrost. Anfangs dachte ich, dass ich zu wenig getrunken habe und becherte was das Zeug hielt-brachte jedoch alles nichts, außer das ich Stammkunde auf dem Klo war.
Okay, alles halb so schlimm dachte ich, zeitig ins Bett, viel Ruhe und Mittwoch bin ich wieder fit für das Rennen Rik van Steenberg…mhhh falsch gedacht! Ich wachte auf und merkte das einiges nicht stimmt…Schüttelfrost, Fieber, unendlich starke Kopfschmerzen und Gliederschmerzen… Doc sagte dann das, was ich nicht hören wollte: Virusinfekt! Rik van Steenberg und Paris-Brüssel kann ich vergessen! Tief schlucken und anerkennen, das mein Körper Ruhe braucht, auch wenn mir das schwer fiel… Mit dem Flieger sofort am nächsten Tag nach Hause und Bettruhe:-/
Naja, nun lieg ich hier und muss mich zwingen, Tee zu trinken und viel Obst zu essen, um möglichst schnell wieder auf die Beine zukommen! Dann kann ich vielleicht in einer Woche beim GP Wallonie wieder am Start stehen…

Allgemein ist Gesundheit mindestens genauso wichtig wie das Training-das ist ein richtiger Vollzeitjob! Immer aufpassen, sich nicht zu kalt anzuziehen, jederzeit Wechselklamotten dabei haben und möglichst ein Schal und Mütze-egal welches Wetter ist! Selbst beim Brötchen holen, auch wenn es 30Grad sind fahr ich auf dem Roller mit Schal, langer Jacke und Jogginghose…umso ärgerlicher, wenn man dann doch krank geworden ist- Wille meinte immer: Krank wird man nur, wenn man zu viel zeit hat (über jeden kleinen Huster nachzudenken) und wenn man Kopfschwach ist (kann sich auch einiges einreden)! Aber manchmal hat man einfach keine Chance.
In diesem Sinne, bleibt gesund und achtet auf eure Kleidung
Euer Rudi

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