Canyon und Katusha: Eine fast perfekte Ardennen-Woche

Nur drei Sekunden fehlten Joaquim “Purito” Rodríguez am Ende zum großen Coup. Im Finale von Lüttich-Bastogne-Lüttich, seinem Lieblingsrennen, zündete der Spanier den Turbo und ließ mit seinem explosiven Angriff die gesamte Klassiker-Elite um Alejandro Valverde, Michele Scarponi und Philippe Gilbert förmlich stehen.

Einzig der Ire Daniel Martin parierte Puritos Schlussattacke und fuhr noch am Katusha-Kapitän vorbei. Dennoch fand Purito am Ende der Klassikerzeit versöhnliche Worte: “Ich denke, ich habe ein fast perfektes Rennen gezeigt, auch dank der Unterstützung meines Teams. Wir hatten meiner Meinung nach eine sehr kluge Strategie und haben unser Bestes getan, um hier zu gewinnen”, sagte der 33-Jährige nach dem Rennen.

Daniel Moreno im Pech
Dagegen hatte sein Landsmann Daniel Moreno großes Pech. Der 31-Jährige verlor bei einem Sturz kurz vor der Côte de Saint-Nicolas den Anschluss an das Feld der Favoriten und kam schließlich mit knapp zwei Minuten Rückstand auf Purito ins Ziel.

“Ich konnte meinen Lenker nicht mehr in die richtige Position bringen”, schilderte Moreno die Situation nach seinem Missgeschick. “Sicherlich wären wir ohne diesen Sturz zu zweit vorne gewesen und hätten ein anderes Ergebnis erzielen können. Das ist wirklich schade, denn das hätte das perfekte Ende dieser unglaublichen Woche werden können”, sagte der Spanier.
Daniel Moreno erobert die Muur de Huy / Foto: ROTH

Flèche Wallonne-Triple für Canyon
In der Tat. Denn nur vier Tage vor “La Doyenne” wuchs Moreno an der Muur de Huy förmlich über sich hinaus und holte sich den Sieg beim Flèche Wallonne. Am gefürchteten, 26 Prozent steilen Schlussanstieg hatte der Spanier die besten Beine, überquerte dank eines unwiderstehlichen Finishs als Erster die Ziellinie und kürte sich zum “Eroberer der Muur de Huy”.

“Ich bin überglücklich, bei meinem Lieblingsrennen gewonnen zu haben. Purito hat mir den Sieg schon am Start vorhergesagt. Während des Rennens haben wir immer wieder miteinander gesprochen und er hat mich super unterstützt”, sagte Moreno nach dem mittleren der Ardennen-Klassiker – nach dem Sieg von Philippe Gilbert 2011 und Purito 2012 der dritte Triumph eines Canyon Aeroad CF beim Flèche Wallonne nacheinander.

Dramatischer Auftakt beim Amstel Gold Race
Dabei hatte die Ardennen-Woche für das Katusha-Team fast schon tragisch begonnen. Beim Amstel Gold Race stürzte Purito rund 43 Kilometer vor dem Ziel, als er noch aussichtsreich im Rennen lag.

Zwar kam Purito wieder aus eigener Kraft auf die Beine, musste das Rennen aber aufgrund seiner Verletzungen aufgeben. Untersuchungen im Krankenhaus ergaben eine starke Oberschenkel-Prellung. Glück im Unglück: Der 33-Jährige trug keine Knochenbrüche davon und konnte schon zwei Tage später wieder auf dem Rad trainieren.

Purito on his way back to No. 1
Durch seinen sechsten Rang bei Flèche Wallonne und Platz zwei bei “La Doyenne” verbesserte sich Purito im UCI WorldTour Ranking auf den vierten Platz und ist auf dem besten Weg, seinen Geniestreich vom Vorjahr zu wiederholen: Sieger der WorldTour 2012.

Indes blickt Purito schon den kommenden Aufgaben entgegen: “Ich werde nun erst einmal ein wenig pausieren. Danach beginnt die Vorbereitung auf die Tour de France, mein nächstes großes Ziel.”

Wir wünschen Purito und Katusha alles Gute bei den kommenden Rennen.

Canyon und Katusha: voneinander lernen, miteinander siegen!

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