Posts Tagged ‘Tour de France 2009’

Das war die Tour de France 2010

Montag, Juli 26th, 2010

Jurgen Van den Broeck ist der erste belgische Radfahrer seit Claude Criquielion im Jahr 1986, der es in die Top 5 des Gesamtklassements bei der Tour de France geschafft hat. Der 27 Jahre alte Omega Pharma-Lotto Fahrer hat sein Versprechen – bei der Großen Schleife unter die Top 10 zu fahren – wahr gemacht und bildet jetzt mit seinem Teamkollegen Philippe Gilbert das Who is Who der belgischen Radsportszene.

Fabian Cancellara dominiert Prolog

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Königsetappe und dem Ziel wieder einen Schritt näher

Dienstag, Juli 20th, 2010

Mit 200 Kilometern und 4439 Höhenmetern hatte es die dritte Pyrenäen Etappe und zugleich Königsetappe dieser Frankreichrundfahrt in sich. Der Tag begann schon ganz ungewohnt für mich. Denn normalerweise gehöre ich zu den Ersten am Frühstückstisch, doch heute morgen waren fast alle vom Team schon fertig oder bereits längere Zeit am Tisch. Eines kann ich definitiv sagen, verschlafen hatte ich keineswegs.

Da wir immer am Vortag einen A5 Zettel erhalten, auf dem die wichtigsten Informationen für den nächsten Tag stehen, weiß man eben auch, wann Frühstück ist, die Koffer gepackt sein müssen, der Bus zum Start fährt und wie lange es nach der Etappe in das nächste Hotel ist. Meistens bin ich bis zu 30 Minuten eher beim Frühstück als uns das dieser Ablaufplan rät. Wie ihr aber sehen könnt, kann eine Königsetappe sogar den Einfuss auf eigentliche Gewohnheiten verändern. Und so wird ein Langschläfer schonmal zum Frühaufsteher.

Generell merkst du, dass vor einer solchen Etappe sich alles etwas anders verhält. Im Bus passiert dann alles auch etwas schneller, es wird weniger gesprochen und die Rennfahrer sind bereits 30 Minuten vor dem Start draußen unterwegs. Nennen wir es aufgescheuchte Renner, die es einfach nicht abwarten können, dass es los geht. Genau so war es dann auch, bei Kilometer Null war die entspannte Körperhaltung vorüber und erst nach 5h57min haben sich alle meine Muskeln gelockert. Im Rennen selbst haben wir als Team heute viel Charakter gezeigt und Verantwortung übernommen. So musste ich als erster von uns ran und nach dem ersten Berg voll fahren. Im Tal zum zweiten Anstieg, dem Col d’Aspin, habe ich mir die Lunge aus dem Leib gefahren. Es gelang mir einen Abstand von 1min10sek auf 28sek zu minimieren. Und mit Blei in den Beinen ging es dann in diesen Anstieg. Mario Aerts und Matthew Lloyd, der sich von vorne extra zurück fallen lassen hat, haben dann weiter Führungsarbeit geleistet. Die Teamleitung und auch wir als Fahrer waren echt stolz auf diese Leistung. So haben wir dazu beigetragen an diesem schweren Tag den 5.Platz von Jurgen VDB in der Gesamtwertung zu verteidigen. Schließlich waren in dieser großen Gruppe viele gute Fahrer, die kurz hinter ihm im Klassement stehen.

Von da an hieß es nur noch den Tag überstehen und in das Ziel kommen. Eine wahre Kletterpartie aber leider nach dem letzten großen Pass des Tages noch sehr weit bis in das Ziel. Da fragst du dich schon manchmal, wieso die Organisatoren die Etappenführung so gewählt haben. Für einen Fahrer war es gut so, denn im Kampf um das grüne Sprinttrikot konnte Thor Hushovd so seinen Punktevorsprung weiter ausbauen. Eine sehr beeindruckende Leistung für einen “Sprinter”, wenn du vorne mit ankommst.

Zweiter Ruhetag und wieder ein Stück näher an Paris und dem Ende dieser Tour de France. In wenigen Tagen wissen wir ob Seppel seine sechste Tour der Leiden erneut beenden konnte. Für mich eines der größten sportlichen Überwindungen in meinem Leben, auf das ich immer wieder stolz bin, wenn ich es geschafft habe. Fühlt sich eben an, als hast du was gewonnen, den Sieg gegen den inneren Schweinehund.

Bis morgen, Euer Seppel

Holland im Siegesrausch…

Freitag, Juli 2nd, 2010

Heute hat die holländische Mannschaft bei der Fußball-WM das brasilianische Team geschlagen und ist somit eine Runde weiter. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen wie es hier in Rotterdam (Holland) aussieht. Eine Welle der Euphorie geht durch die Massen und Holland steht Kopf. Diese Stimmung kommt uns vielleicht morgen zugute und Rotterdam rockt morgen, wenn die Tour de France beginnt.

Heute morgen haben wir die Möglichkeit gehabt die Strecke vom Prolog in Augenschein zu nehmen. Insgesamt bin ich drei Runden auf der Strecke gefahren und habe vorwiegend die Kurven inspiziert. So bin ich auch mal mit mehr als 50km/h auf die eine oder andere Kurve ran gefahren um mit hohen Tempo diese dann zu nehmen. Das zeigt mir Grenzen auf und ich weiß dann noch besser im Rennen wie weit ich gehen kann. Nur zu hoffen, dass es nicht regnet und somit eine neue Situation entsteht.

Sebastian Lang beim Zeitfahren

Canyon hat mir meine Zeitfahrmaschine überarbeitet und somit sitze ich nun noch etwas besser auf dem Rad. Leider war ich ja letzte Woche gesundheitlich etwas angeschlagen und hatte mit einer angehenden Bronchitis zu kämpfen. Mit Antibiotika habe ich zwar alles in den Griff bekommen, aber die geplanten intensiven Trainingseinheiten konnte ich nicht verwirklichen. Auch die deutschen Meisterschaften habe ich aus diesem Grund abgesagt und mich ganz auf die 100-prozentige Genesung konzentriert. Lange und ruhige Trainingsausfahrten waren gut möglich und ich habe den Durchschnittspuls nie über die 130 Schläge pro Minute getrieben. Doch Aufgrund dieser Trainingsumstellung erwarte ich von diesem Prolog nicht viel von mir. Viel wichtiger wird es sein, meine Aufgaben zu voller Zufriedenheit zu erfüllen und meinem Team zur Seite zu stehen.

PS: Heute habe ich meinen Vertrag mit dem Team verlängert, und es freut mich sehr, dass die Mannschaft mich weiterhin in ihren Reihen haben will.

Bis morgen, Euer Seppel

Sebastian Lang beim Mannschaftszeitfahren

Bildernachschlag – Silence Lotto bei der Tour de France 2009

Freitag, Juli 31st, 2009

Autor OnlineredaktionDie Tour ist jetzt schon seit ein paar Tagen wieder vorbei und das Tagebuch von Sebastian Lang, vielen Dank übrigens nochmal dafür, ist beendet. Neben den unzähligen Pressefotografen war unter anderem auch unser Fotograf Tino Pohlmann mit dem Tour Tross unterwegs. Jeden Tag war er auf der Jagd nach dem perfekten Bild und seine Bilder werden neben dem neuen Canyon Katalog auch Kampagnen der belgischen Lotto Gesellschaft schmücken.

Wir haben ein paar der Bilder zusammengestellt und wollen damit die Tour hier im Blog ausklingen lassen. Mehr zu  Team Silence Lotto wirds natürlich trotzdem geben, schließlich stehen noch weitere Rennen auf dem Programm und Sebastian Lang hat auch schon angedeutet, dass er gern wieder seine Eindrücke hier schildern wird.

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Sebastian Lang – Tour de France Tagebuch
Das große Finale…

Sonntag, Juli 26th, 2009

Autor Silence LottoNun habe ich meine 5. Tourteilnahme beendet und bin sehr froh das diese anstrengenden drei Wochen vorüber sind. Es war wieder ein sensationelles Erlebnis über den Champs-Elysées zu fahren. Die Zuschauermassen, die ich in den letzten 3 Wochen erleben durfte, haben mich sehr beeindruckt.

Die Frankreichrundfahrt ist und bleibt einfach das größte Radsportereignis auf der Erde. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an alle, die auch meinen Namen gerufen haben, an alle die uns zujubeln und uns anfeuern. Danke für die Unterstützung, die wir moralisch von unseren Fans erhalten. Ein Dank geht auch an Canyon, die mir und uns Top Material zur Verfügung gestellt haben, an das gesamte Silence-Lotto Team. Und ein Dank an meine Eltern meine Familie und meine besten Freunde.

Es wird wieder eine Tour durch Frankreich geben und ob der Seppel dann wieder dabei sein wird, dass sehen wir nächstes Jahr.

Mir hat es Spaß gemacht hier meine Gedanken niederzuschreiben und sollten viele Rechtschreibe – und Grammatik Fehler in meinen Texten seien, sei mir dass bitte zu verzeihen. Nach manchen Etappen lag es wohl an dem Sauerstoffmangel :-)

Das wars, EUER SEPPEL

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Sebastian Lang – Tour de France Tagebuch
Bier und Snacks nach dieser Etappe…

Samstag, Juli 25th, 2009

Autor Silence LottoMensch war das ein Tag. Total verrückt wie viele Menschen an dem Mont Ventoux standen. Es war wirklich ein großes Finale zum Ende der Tour de France 2009.

Das beste aber an diesem Tag war das kalte Bier und die Snacks, die unsere Köche bereit gestellt hatten am Hotel. Das habe habe ich richtig genossen nach über 3 Wochen Enthaltsamkeit :-)
Wir saßen alle zusammen und haben ganz entspannt den Abend genossen.

Es ist nun meine fünfte Teilnahme an der großen Schleife und ich beende auch diese Tour in ersten drittel des gestarten Fahrerfeldes. Vielmehr bin ich aber zufrieden das ich alle Aufgaben die an mich gestellt wurden erfüllen konnte. Auch wenn unser Cadel am Ende nicht um das Podium gefahren ist, haben wir jeden Tag alles gegeben um das beste zu erreichen. Morgen geht es dann nach Paris und das Ende der TDF 2009 naht.

Was mich betrifft, freue ich mich nun am meisten auf die Tage nach der Tour. Freunde, Familie und meine beiden liebsten endlich wieder um mich zu haben ist mir eben doch am aller wichtigsten. Und am Dienstag kann ich endlich mit meiner Ducati eine Runde drehen. Denn sie wird genau zum Ende der Tour fertig sein. Dann heißt es endlich zügig fahren ohne das die Beine weh tun.

Also bis morgen, Euer Seppel

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Sebastian Lang – Tour de France Tagebuch
Start bis Ziel Unterlenker…

Freitag, Juli 24th, 2009

Autor Silence LottoDas war eine echt schnelle Etappe mit einem Finale wie es wohl keiner gedacht hätte. Als eine große Gruppe am ersten Anstieg weggefahren ist, und wir Cadel Evans dabei hatte, dachten wir das Rennen ist gemacht. Aber Rabobank und Milram haben sofort gefahren und auch tatsächlich bei Rennkilometer 140 alles wieder aufgefahren. Dann ging es Anschlag und im Unterlenker weiter bis ins Tagesziel. Da gab es heute keine einzige Situation an der man mal ruhig gefahren ist. Der Durchschnitt lag bei knapp 48 Stundenkilometern.

Dennoch hat sich dieser Kraftakt weder für Rabobank noch für Milram bezahlt gemacht. Denn gewonnen hat am Ende keiner aus diesen Teams. Und Respekt wie Mark Cavendish den letzten Anstieg gemeistert hat.

Für morgen heißt es zum letzten mal auf die Zähne beisen. Denn mit der Bergankunft auf dem Mont Ventoux kommt ein schwerer Tag auf alle zu. Die letzten Jahre fand immer ein Zeitfahren vor dem Schlusstag auf dem Programm. Dies ist wohl eine der größten Veränderungen gegenüber den letzten Austragungen. Ich glaube zwar nicht das es eine Veränderung gibt was den 1.Platz zur Zeit angeht, aber die Podiumspläze 2 und 3 sind noch nicht so sicher…

Lassen wir uns überraschen, sicher ist nur, dass ihr es eher wissen werdet als ich. Denn wenn ich auf dem Gipfel ankomme ist schon ein Teil der Siegerehrung vorbei :-)

Bis morgen, Euer Seppel

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Sebastian Lang – Tour de France Tagebuch
Schinderei und Quälerei…

Mittwoch, Juli 22nd, 2009

Autor Silence LottoDas war also die Königsetappe der diesjährigen Frankreich Rundfahrt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich drei Kreuze gemacht als ich ins Ziel kam. Es war eine Kräfte zährende und technisch anspruchsvolle Etappe. Eines ist nun auch ganz klar, mein Canyon hält was es verspricht. Die Abfahrten und engen Kurven lassen sich mit diesem Rad, im Vergleich zu allem anderen was ich schon gefahren bin, viel besser, schneller und sicherer nehmen. Die Laufräder von Mavic kann ich an dieser Stelle auch nur loben. Ich habe ja schon am Anfang dieses Blogs geschrieben das die Tour auch eine gute Veranstaltung zum Material testen ist. Denn heute wurden nicht nur Mensch und Körper ans Limit gebracht.

In der Gesamtwertung gab es ja keine Veränderung. Mitbekommen habe ich ja eh nichts, nur das Contador weiterhin das gelbe Trikot trägt. Als sich das Rennen ums Klassement anbahnte, habe ich mit anderen Fahrern die Segel gestrichen. Denn meine Hoffnung ist und war dadurch etwas Kraft zu sparen. Denn morgen steht ein langes Einzelzeitfahren an, und wie die meisten wissen ist das meine Paradedisziplin. Somit werde ich morgen alles geben und am Ende sieht man dann für was es reicht.

So langsam nähern wir uns Paris und nach dem Zeitfahren morgen kommt wohl nur noch der Samstag in Frage, um die Gesamtwertung zu beeinflussen. Aber ganz ehrlich gesagt glaube ich nicht das Alberto Contador noch zu schlagen ist.

Also, bis morgen, Euer Seppel

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Sebastian Lang – Tour de France Tagebuch
Warm fahren für morgen…

Dienstag, Juli 21st, 2009

Autor Silence LottoErst einmal wünsche ich auf diesem Weg noch einmal gute Besserung an Jens Voigt. Zwar habe ich ihm bereits eine SMS geschrieben, aber es wird keine Worte geben die seine Schmerzen vergessen lassen.

Diese schwere Alpenetappe von heute habe ich und auch der Rest vom Team gut überstanden. Das Rennen an sich wurde sehr gut durch das Team Astana kontrolliert. Aus unserer Sicht war es eine wahnsinnig gute Leistung erneut von Jurgen VDB. Der fünfte Platz ist ein sehr gutes Ergebnis und zeigt klar, dass er neben Cadel in absoluter Top Form ist.

Mal ganz abseits vom Rennen möchte ich sagen, dass ich meine Familie sehr vermisse. Auch wenn ich immer einen Glücksbringer dabei habe ist es schwer so lange von Zuhause entfernt zu sein. Mein kleiner Sohnemann zeigt mittlerweile immer auf den Fernseher und sagt „Papa“, da er ja weiß das der „Papa“ da Rad fährt :-)

Dank meinen beiden überwinde ich auch solche Tage wie diesen und bestimmt auch den morgigen. Der Gedanke an sie gibt mir viel Energie und Kraft.

Also wenn es mal nicht so läuft habe ich immer etwas was mich aufbaut.

Bis morgen, Euer Seppel

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Tour im Ausnahmezustand

Dienstag, Juli 21st, 2009

Autor Michael ReichAlso solche Berg Etappen sind ja toll zum zuschauen. Wenn man aber noch vor Weihnachten was vor hat, dann sollte man die Route besser planen als ich. Ich bin heute Morgen um 10 Uhr los gefahren, um ins Team Hotel zu fahren und hatte gedacht ” ist ja ewig Zeit, stell ich mich doch irgendwo an die Strecke und schau noch’n bisserl Radrennen”. Und jetzt stehe ich schon seit 2 Stunden 30 km vor dem Hotel und nix geht mehr. So geht’s wenn man keine Erfahrung beim Zuschauen hat.

Wie die Etappe aus ging, weis ich auch nicht, weshalb ich dazu nichts sagen kann. Morgen gibt es mehr, Michael

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